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Am Mann

Am Mann: Vedat Ibisevic

Das Synonym für Aufstieg und Fall der TSG. Seine Tore machten Hoffenheim zum Herbstmeister. Als sein Kreuzband riss, riss auch beim TSG der Faden. Seit dieser Woche trainiert der Bosnier endlich wieder auf dem Platz.

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Vedad Ibisevic:
So sieht das jetzt aus (z eigt auf sein Knie). Sie haben die Sehne von hier genommen, von dem Muskel hier und dann da unten irgendwo als Kreuzband eingesetzt.

DW-TV:
Und hast du gleich gespürt, da ist was kaputt?

Ja, also ich habe in dem Moment auf jeden Fall gespürt, dass was kaputt gegangen ist und einen Riesenschmerz gespürt. Aber gleich danach, nach ein paar Sekunden war es auch wieder weg. Natürlich ist dieser Schock geblieben im Kopf und diese Angst, die ich auch gehabt habe. Und ich habe danach auch kurz überlegt weiterzuspielen, weil eigentlich der Schmerz weg war.

Ibisevic und Hoffenheim – aus dem Nichts an die Spitze. Vor einem Jahr in Liga Zwei saß er bei der TSG noch auf der Bank. Dann schoss er in der Bundesliga 18 Tore in 17 Spielen. Ein Traum.
Er verwandelte 95% seiner Chancen. Viele sehen in dem Bosnier den legitimen Nachfolger vom großen Gerd Müller.

Vedad Ibisevic:
Ich kann das nicht verstehen, weil Gerd Müller ist eine Legende und er hat sehr, sehr viele Tore gemacht. Und gerade die Zahlen, die ich da gehört habe, sind einfach groß und schrecklich und so was überlegt man eigentlich nicht.
Aber es ist auf jeden Fall sehr schön und ich bin darauf stolz, dass man mich gerade mit so einem Herrn verglichen hat.

DW-TV:
Du sollst Angebote gehabt haben von den europäischen Topclubs. Jetzt wo Hoffenheim so abgeschmiert ist, hast du nicht manchmal gedacht: "Mist, warum habe ich nicht bei Inter Mailand oder Manchester unterschrieben?" Ganz ehrlich!

Ja gut, das habe ich nur gelesen und gehört. Und natürlich war ich auch sehr stolz auf so ein Interesse von diesen Clubs.

Deine Kindheit hast du im damaligen Jugoslawien erlebt. Im Krieg – ist da überhaupt an Fußballspielen mit Freunden auf der Straße zu denken?

Ja, auf jeden Fall. Wir haben, ich persönlich habe immer Fußball gespielt. Und ich habe immer Kumpels und Freunde gehabt mit denen ich Fußball spielen konnte. Und egal, ob es damals auch gefährlich war und Krieg war, hat man damals als Kind versucht, immer seine Kindheit zu machen und Spaß zu haben.

Inwiefern "gefährlich?"

Es passierte schon, dass wir einfach auf der Straße gekickt haben und das war auch nicht so weit von unseren Häusern entfernt und da konnte man hören, dass in der Nähe bombardiert wurde und dann musste man nach Hause gehen. Und Pause machen. Und danach hat man wieder weiter spielen können.

Ihr habt beim Kicken gehört, dass da Bomben einschlagen. Und seid dann schnell nach Hause gerannt?

Ja das war damals schon ganz normal. Und so haben wir’s auch genommen.

Ist dir eigentlich bewusst, was das für eine unfassbare Kindheit ist?

Bestimmt nicht. Jetzt ist es mir sehr viel bewusster als damals. Weil damals habe ich nur versucht, Kind zu sein und Spaß zu haben.

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