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Am Mann

Am Mann: Timo Rost

Gebürtiger Franke und Mittelfeldspieler bei Energie Cottbus. Seit sieben Jahren für den Verein tätig. Seit 2006 trägt er die Kapitänsbinde und predigt den Klassenerhalt – bei uns beginnt seine Geschichte beim SC Happurg.

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DW-TV:
Der erste Trainer von dir war dein Papa.

Timo Rost:
Richtig. Richtig.

Was ist schön daran, von Papa trainiert zu werden? Das war damals zu Hause bei meinem Heimatverein. Ich war damals fünf Jahre alt und da war es eigentlich so, dass jeder gemacht hat was er wollte. Jeder ist dem Ball hinterher gerannt. Ich kann mich daran erinnern, dass wir ne Menge Spaß hatten, als kleine Kinder. Aber das Gute bei meinem Vater war, dass er mich nie gezwungen hat Fußball zu spielen.

Die guten alten Zeiten an der Pegnitz, da wurde noch Fußball ohne Druck gespielt – Vergangenheit. 24 Jahre später heißt es für Timo + Energie Abstiegskampf – wie schon im letzten Jahr soll es Trainer Bojan Prasnika richten.

Ich denke speziell in der Krise, wo du nicht den sportlichen Erfolg hast, wenn Zweifel aufkommen, ist es wichtig, dass du einen Trainer hast, der dich auch stark macht, trotz der Niederschläge die man erleidet auf dem Platz, ja und dann kommt irgendwann das Glück zurück und auch der Erfolg.

Timo Rost …..Mit 18 Jahren feiert Timo sein Profidebüt beim 1. FC Nürnberg. Er stand in allen Jugendauswahlmannschaften des DFB und wurde mit 19 Stammspieler beim VfB Stuttgart. Doch ein Knöchelbruch bremste den Überflieger aus.

Du bist nach Österreich gegangen und da hast du ein Jahr lang gespielt.

Richtig

Und bist im Anschluss wieder in die Bundesliga gewechselt und bist zu einem Verein gekommen, der im Osten lag der Republik.
Warum lachst du?

Weil ich weiß jetzt was für eine Frage kommt – die habe ich schon oft gehört.

Warum geht man als Westjunge in den Osten zum Fußball spielen?

Für mich waren zwei Sachen ausschlaggebend. Das erste war dass ich unbedingt wieder in die Bundesliga wollte, in Deutschland Fußball spielen, in der höchsten Klasse. Das war für mich als Kind immer ein Traum und das zweite war, der damalige Trainer Eduard Geyer, der sich sehr bemüht hat um mich. Und ich wollte dann sicherlich auch Cottbus nutzen als Sprungbrett, ganz klar, dass ich hier ein zwei Jahre gut spiele und dann den Verein wechseln.

Hattest du auch Bedenken, dass du nicht angenommen wirst?

Klar habe ich meine Bedenken gehabt, keine Frage, weil Ostverein. Als Wessi hat man eben den Vorurteil immer gehabt damals: da ist alles grau – die haben ja nicht mal richtige Straßen und alles. Im nach hinein, wenn ich zurückdenke, war es der richtige Schritt und ich muss fairerweise sagen, ich bin hier von den Menschen von der ersten Minute an sowas von herzlich aufgenommen worden und mittlerweile sind die Städte im Osten teilweise ja schon besser als im Westen. Also von daher war es der richtige Schritt. Du wolltest Cottbus als Sprungbrett nutzen – um weiter zu kommen. Jetzt bist du letztendlich dageblieben.

Ich denke weil ich in der Zeit, in der ich hier bin gemerkt habe, dass sich viel verändert hat Mir gefällt es auch wie der Verein geführt wird, wie hier gearbeitet wird – dass einfach alles bisschen familiärer ist und jeder dem anderen hilft. Es ist ein ganz anderes Feeling hier Bundesliga zu spielen als bei den Vereinen bei denen ich bis jetzt gewesen bin.

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