1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Am Mann

Am Mann: Patrick Helmes

Patrick Helmes traf in sechs Spielen bereits sieben mal. Schon als Junge hat er mit seinen Toren das Taschengeld aufgebessert. Vor beginn der Saison 08/09 ist Patrick von Köln zu Leverkusen gewechselt.

default

Patrick Helmes, 24 Jahre. Der Kölsche Jung spielt seit dieser Saison für Bayer Leverkusen. Mit 7 Treffern in sechs Spielen hat er sein Team auf Platz zwei geschossen. Schon in jungen Jahren hat er vor allem Tore, Tore, Tore gemacht und für jedes 5 DeMark von seinen Eltern bekommen.

Patrick Helmes

Ja ich hatte damals so eine Klausel würde ich bald schon sagen, einen Vertrag mit meinen Eltern, das ich immer für jedes Tor ein bisschen Geld bekommen habe. So quasi als Taschengeld, von daher bin ich damit schon gut über die Runden gekommen zu dem Zeitpunkt.

DW-TV

Du hast ja irgendwann mal 185 Tore in einer Saison geschossen, da warst du…

Ja, diese Saison lief schon ganz gut, da bin ich fast reich geworden, wirklich. Nein wir hatten eine super Mannschaft mit Moritz Volz und Florian Kringe.

Und, du musstest immer alles ausgeben, oder was

Ne, ne damals gab es so was noch nicht. Ich hab schön in meinen eigenen Geldbeutel immer eingesteckt und für Panini Bilder und so was immer ausgegeben.

Sammelst du immer noch Panini Bilder

Nee, jetzt nicht mehr, jetzt habe ich dafür keine Zeit mehr.

Denn jetzt hat der ehemalige Stürmer Bruno Labbadia das Sagen. Er trainiert die jüngste und torgefährlichste Mannschaft der Liga. Spektakulärer Offensivfußball.
Bei Bayer Leverkusen hat Patrick Helmes seinen festen Platz.

Helmes, Kießling- ist das perfekt, oder…

Ja, also mir kommt das wirklich zugute mit Kies. Ich kenn den ja von der U 21 oder A Mannschaft schon länger, und er rackert natürlich viel und läuft viel, nicht das ich jetzt wenig laufe, aber natürlich macht er ein bisschen mehr als ich und das kommt mir extrem zugute, auch sein Kopfballspiel, weil er einfach Kopfballstark ist und ich nicht, will ich mal sagen. Und deshalb ergänzt sich das wirklich wie die Faust aufs Auge im Moment.

Du hast mal gesagt, Tore schießen ist wie Zähneputzen für dich, was bedeutet das?

Nein, das gehört einfach mit dazu. Papa war selber Bundesligaspieler, war selber Stürmer früher, er hat mir glaube ich einiges mit auf den Weg gegeben und seitdem will ich halt immer Tore schießen und das mache ich auch im Training. Sobald der Ball mal irgendwo liegt haue ich das Ding drauf. Wir haben extrem viel gemacht. Für mich war es extrem wichtig. Ich hatte mal eine Zeit, da war ich nicht ganz so schnell, dann hieß es in Köln, bisschen an der Schnelligkeit abgenommen und das habe ich direkt Papa erzählt und dann sind wir auf den Ascheplatz bei uns im Heimatort, haben nur Sprints gemacht, jeden Tag und so was. Und irgendwann hatte ich die Schnelligkeit halt wieder. Und genauso war es mit dem Fuß. Papa hatte früher eine richtige Klebe mit rechts. Und die hat er mir anscheinend mitgegeben. Von daher schieße ich jetzt auch recht gut mit rechts. Aber er wollte das ich beidfüßig schieße.

Uwe Helmes

Da habe ich dann natürlich im Jugendbereich darauf geachtet, das er beidfüßig ist, weil ich sicherlich weiß, das heutzutage die Stürmer sein müssen und das habe ich ihm dann immer wieder beigebracht und das hat er auch gemacht. Und heute schießt er links wie rechts.

Papa Helmes weiß wie es geht. Er hat 30-mal in der ersten und über 200-mal in der Zweiten Liga gespielt. Heute arbeitet er als Scout bei Leverkusen- aber nicht nur er lebt für den Fußball.

Uwe Helmes:

Meine Frau fährt jedes Spiel mit, egal wo er ist, wo er spielt, ist meine Frau dabei.

Hat mir dein Vater gerade gesagt, deine Mutter ist bei jedem Spiel dabei.

Patrick Helmes:

Die fährt wirklich überall hin. Die find’s halt schön, das ist ihr Leben nun mal und von daher bin auch stolz drauf, dass sie immer da ist.

Deine Mutter ist offensichtlich Statistik Freak.

Ja, das ist auch für mich schön. Meine Mutter hat, seit dem ich Fußball spiele, seit der F-Jugend, wirklich alles schwarz auf weiß, jedes Tor mitgeschrieben. Hunderttausende von Bildern hat sie. Und ich freu mich schon wirklich drauf, in eine paar Jahren wenn ich vielleicht nicht mehr Fußball spiele, mir die ganzen Sachen anzuschauen. Und es ist auch immer eine tolle Sache, wenn du nach Hause kommst, guckst du dir die Sachen an von früher.

Päddie schoss Tore am Fließband und wechselte vom Dorfverein zum 1. FC Köln.
Bis die ihn wieder aussortierten.

"Damals in dem Alter von 16, 17 war es für einen jungen Burschen hart zu sagen, hör zu, es geht nicht mehr weiter beim FC. Aber ich hab mir damals als Ziel genommen wieder zurück zukommen irgendwann. Und in Siegen habe ich dann angefangen, war ein bisschen holprig, hab dann wirklich gar keine Lust gehabt in der Kreisliga zu spielen. Hatte schon wirklich gesagt, dass ich aufhören und Papa hat gesagt, nix, gibt es nicht, vorher ziehst du aus.

Uwe Helmes:

Ich hätte ihn nie aus der Wohnung geschmissen, aber ich hab ihn dann mal so ein bisschen unter Druck gesetzt.

Patrick Helmes:

"Habe ich dann halt notgedrungen weiter gemacht. Aber ich hab mir vorm Training immer Schnitzel reingezogen, Currywurst Pommes und solche Sachen. Also, ich hab wirklich gelebt wie ein ganz normaler Fußballer, der in einer tieferen Klasse spielt, auch lebt. Und das Jahr hat mir im Nachhinein wirklich gut getan, war vielleicht das wichtigste. Ich hab viel gelernt, hab auf Dörfern gespielt, hab Tore geschossen und letztendlich so den Spaß zurück bekommen.

Und landet dann wieder beim 1.FC Köln.
Schießt im September 2005 sein erstes Bundesligator, gegen Leverkusen. Und wird anderthalb Jahre später von Jogi Löw in die Nationalmann geholt – und das als Zweitligaspieler

Für mich war es damals natürlich der Hammer schlechthin. Ich habe es erst nicht so richtig realisiert, das ich dabei bin. Letztendlich war es für mich ein einmaliges Erlebnis das erste Länderspiel und bin auch froh das ich immer noch im Kreis der Nationalmannschaft bin.

Und dann, habe ich auch erfahren, ein Trikot hast du behalten und das zweite Trikot gegen San Marino Spiel glaube ich, das hast Du Eurem Fliesenleger gegeben.

Ja, zu dem Zeitpunkt oder jetzt, ich habe immer ein bisschen Baustelle zu Hause und du musst halt die Handwerker immer ein bisschen strietzen, damit die voran machen. Und aus dem Grund sage ich immer, du kriegst ein Trikot, wenn du bis Samstag fertig bist, oder so und auf einmal läuft das alles.

Ist er fertig geworden

Ja, alles geschafft, sonst hätte er das Trikot nicht bekommen.

Hat er nicht bekommen.

Doch hat er bekommen, als Belohnung.

Und du wirst ihn auch wieder einstellen dann.

Der ist im Moment schon wieder am arbeiten, der hat sich damals so gut verkauft, da habe ich gesagt, komm dann kann er noch ein bisschen Fliesen legen.

Wunderbar, und dann kann er ja auch wieder ein Trikot kriegen bald.

Ja, aber der hat doch schon eins, brauch ja keins mehr.

Aber der Kollege vielleicht von ihm.

Ja mal gucken, wenn irgendwas nicht passt, dann muss ich noch mal ein Trikot anbieten, das stimmt.

7-mal hat er das Trikot mit dem Adler auf der Brust bis jetzt übergestreift. Und so, wie er in der Liga trifft, trägt er es bestimmt bald wieder. Vielleicht schon nächste Woche, in der WM-Quali gegen Russland.

Warum wird Patrick Helmes nicht abheben, sondern immer auf dem Boden bleiben.

Weil ich dafür ein starkes Umfeld habe, mit Freundin und Familie, da wird sowas niemals passieren.

Du hast eine Elektroinstallateur Lehre gemacht, hilft das auch so ein bisschen, wenn man mal so wirklich eine Lehre durchgemacht hat.

Ja, ich glaube es ist extrem wichtig heutzutage. Natürlich ist das Fußballprofidasein super, aber wer weiß wie schnell es gehen kann, dann biste verletzt und dann haste gar nix mehr.

Kann sein, wenn du mit 35 aufhörst dann wirst du noch mal Elektroinstallateur…

Kann alles sein, wer weiß das schon.

Ok Patrick, danke dir, das war´s.

Super, super, super.

Audio und Video zum Thema