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Bundesliga Kick off!

Am Mann: Mladen Petric

Aufgewachsen in der Schweiz spielt Mladen Petric für Kroatien. Anfang der Saison wechselte der Schweizer Torschützenkönig und Spieler des Jahres zum BVB. Dort gab‘s hohe Ambitionen - und eine verkorkste Hinrunde.

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DW-TV:
Was glaubst du, was waren denn die Gründe für eure fehlende Konstanz? Ihr habt wahrscheinlich viel darüber geredet. Habt ihr da die Ursache gefunden?

Petric:
Ja, es ist immer schwer solche Ursachen zu finden. Wir haben uns die ganze Hinrunde praktisch nach jedem Spiel Gedanken darüber gemacht, woran das liegen könnte. Es kann daran liegen, dass wir eine junge Mannschaft haben. Viele junge Spieler die noch nicht so konstant sind. Und natürlich auch durch die vielen Verletzungen. Wir haben ja kaum zwei Spiele hintereinander mit der gleichen Formation gespielt.

Kennst du eigentlich Lüdenscheid Nord?

Lüdenscheid Nord? Kennen ja. Hab ich schon öfters gehört.

Als was kennst du das?

Als was? Also ich kenne es als kleines Dorf oder Stadt. Also ein kleines Dörfchen, und sonst von den Schalker Fans, weil die uns so ,glaub ich immer bezeichnen.

Und wenn man dann auf den Platz kommt und der ehemalige Mitspieler spielt beim Erzrivalen? Ist das was Besonderes?

Ja, was Besonderes… Ich denke, auf dem Platz ist es so, dass es keine Ausnahmen gibt. Klar guckt man da, dass man den Gegner nicht verletzt, aber da gibt es keine Freunde auf dem Platz, da will man nur gewinnen.

Und jetzt habt ihr wahrscheinlich Besuchsverbot vor dem Derby?

Nee, bis jetzt haben wir noch nichts abgemacht. Ich denke, wir telefonieren immer wieder miteinander und sehen uns ab und zu auch mal. Aber das hängt nicht davon ab, ob wir ein Spiel gegeneinander haben. Das ist je nach Lust und Laune.

Es hat euch noch keiner verboten euch zu treffen?
Auch nicht vor dem Derby?

Nee…

Geht’s dann in dem nächsten Derby auch ein bisschen um Revanche für die 4:1 Niederlage aus der Hinrunde?

Ja gut, ich denke, da kann man fasst in jedem Spiel von Revanche reden, weil für die Schalker war es ein Revanche für das 2:0 in der letzten Saison, wo sie quasi den Meistertitel verspielt haben… Revanche ist nicht das richtige Wort, es geht wahrscheinlich mehr um den Derby-Sieg.

Die Schweiz ist schon so ein bisschen deine Heimat denk ich oder?

Das ist so: Ich bin in der Schweiz zuhause, aber Kroatien ist mein Heimat.

Und wenn die EM jetzt dort ist, in dem Land, in dem du aufgewachsen bist, ist das dann für dich noch mal ein besonderer Anreiz?

Das auf jeden Fall, weil da sind alle meine Freunde, meine Familie ist da und ich kenne alles da. Es ist etwas Spezielles auf jeden Fall da zu spielen.

Und wenn wir jetzt mal nach vorne gucken und schon mal auf die Spiele gucken, wenn Deutschland gegen Kroatien spielt… Das sind ja Spiele, die in der Vergangenheit immer als besonders harte Spiele gesehen wurden oder auch waren.

Ich denke, dass es wahrscheinlich wieder ähnlich sein wird, weil es sind beides hervorragende Mannschaften. Deutschland, denke ich, ist doch immer ein kleiner Mitfavorit an solchen großen Turnieren, weil die doch sehr oft gute Resultate erzielt haben. Wir haben aber jetzt in der Qualifikation überzeugt und haben ein junges, aber doch gutes Team zusammen. Und ich denke, wir sind auch für eine Überraschung gut.

"Petric again…he scored!"

Im ersten Moment habe ich da fast nichts gedacht, da war die Euphorie noch so groß, da rennt man einfach zu den eigenen Fans und jubelt. Man ist einfach nur überglücklich über das Tor, aber da macht man sich noch keine Gedanken. Erst so zwei, drei Tage später habe ich realisiert was da wirklich passiert ist, weil ich auf jedem Sender wo ich rumgeschaltet habe, haben alle nur von dem Tor gesprochen und auch mein Handy klingelte die ganze Zeit und da wurde mir dann erst klar was da so passiert ist.

Und was hast du dann gedacht?

Ja; dann habe ich gedacht Hoppla da hast du da hast du was angestellt.

"Das ist ja unglaublich, das ist ja unglaublich…Mladen Petric Superstar…"

Was ich mich gefragt habe als ich mir das angeguckt habe ist, was sagt eigentlich der Torwart zu dir in der Szene?

Gut, der Torwart hat in der Szene zu mir nur gesagt ich soll mich für eine Ecke entscheiden und nicht stehen bleiben. Und für mich war das eigentlich schon klar. Ich meine, ich war als kleiner Junge schon ziemlich oft im Tor, bin gerne im Dreck rumgesprungen und für mich war klar, dass ich in eine Ecke springen werde und das habe ich dann auch getan und natürlich brauch man da auch ein bisschen Glück, aber ich bin froh das es dann auch so ausging.

Und du warum hast du das eigentlich gemacht?

Ich weiß nicht. Als ich gesehen habe das der Torhüter die rote Karte bekommen hat, war es für mich eigentlich klar... ich bin vom anderen Strafraum auf direktem Weg zu unserem Torhüter und hab ihm gesagt er soll mir die Handschuhe geben. Von den anderen Spielern hat das niemand gemacht und dann war für mich halt klar dann gehst eben rein und hältst den Elfmeter.

Du übernimmst gerne so Verantwortung auch, oder?

Ja, gut, das mach ich schon gerne. Aber bei dieser Aktion muss ich jetzt schon sagen, da hat mehr der gegnerische Spieler, der den Strafstoß ausführt mehr zu verlieren als ich als Stürmer, der dann ins Tor geht und versucht einen Elfmeter zu halten.

Aber ein gutes Selbstvertrauen braucht man schon, oder ?

Das braucht man auf jeden Fall, ja!

Würdest du auch sagen das du das auf jeden Fall hast?

Das hab ich, ja!

Du hast glaub ich sogar mal gesagt, dass du das bezeichnen würdest als positive Arroganz.

Genau.

Was ist denn das für dich? Positive Arroganz?

Positive Arroganz ist, ich denke, das hat auch was mit Selbstvertrauen zu tun. Wenn man auf dem Platz steht und Selbstvertrauen ausstrahlt, dann den Kopf ein bisschen anhebt, darf man ruhig auch mal ein bisschen arrogant wirken dem Gegner gegenüber, weil das kann dann auch mal dazu führen, dass man den Gegner ein bisschen einschüchtert oder der zumindest denk: Ho hoppla da steht mir einer gegenüber, der hat keine Angst vor mir und das ist für mich positive Arroganz, wenn man das Selbstvertrauen hat, aber trotzdem nicht vom Boden abhebt.

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