1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Am Mann

Am Mann: Maik Franz

Treten, Grätschen, Abräumen - und das Hauptberuflich – Maik Franz, 27, Kapitän und Abwehrschef in Karlsruhe. Nach 172 Verletzungstagen meldete sich einer der härtesten Spieler der Bundesliga letzte Woche zurück.

default

Maik Franz:
Es war genial. Ich kriege immer noch Gänsehaut. Das war was ganz besonderes. Ich saß auf der Bank, und dann kam der Co-Trainer, Mike komm und ich bin rüber gesprintet und dann ging es auch schon los. Das Stadion ist aufgestanden und hat applaudiert, die Fans haben Stimmung gemacht – ahh das war schon ein richtig schönes Gefühl. Da sieht man was einem fehlt, wenn man nicht dabei sein kann und verletzt ist.

Keine sieben Minuten im Spiel macht Maik seinem Ruf alle Ehre. Maik das Raubein, der Haudegen.
"Iron Maik" nennen ihn seine Fans liebevoll. Er verteidigt mit vollem Einsatz, schießt jedoch gelegentlich über das Ziel hinaus.

DW-TV:
Ich möchte dich mal zitieren: "Mein Job ist es, dass da hinten kein Tor fällt. Und den Job mache ich mit allen verfügbaren Mitteln." Was sind deine verfügbaren Mittel?

Maik Franz:
Aggressivität, Emotionen, Leidenschaft und einfach versuchen, mit einer gewissen Zweikampfhärte auf den Gegner einzugehen und sich dann Respekt zu holen. Das ist wichtig. Weil, wenn ein Stürmer oder jeder Gegenspieler sagt ‚Ah das ist ein ganz Netter und gegen den spiele ich gerne‘, dann hat man was verkehrt gemacht, als Verteidiger.

Du hast als erstes Aggressivität genannt, das heisst wo andere mit Technik überzeugen, zeigst du Einsatz?

Ich bin kein Maradona, ich bin kein Pele – ich bin nicht der super Techniker, aber ich kann Fußball spielen. Sonst hätte ich nicht 130 Bundesligaspiele und wäre nicht 9 Jahre in der ersten Liga. Es ist auch nicht verkehrt aggressiv und zweikampfstark zu sein. Im Gegenteil, es ist auch eine Eigenschaft und dazu stehe ich auch. Sein Ruf ist legendär. Seine Statistik dagegen harmlos: Nur eine Rote Karte in drei Jahren, alle 66 Minuten ein Foul. Dafür wird kein Innenverteidiger so oft getreten wie Maik.

Wärst du denn sauer, wenn du gegen dich spielen müsstest?

Das ist ne coole Frage – die hat mir so noch keiner gestellt. Weiß ich nicht – glaub dass wär ein schönes Duell: Franz gegen Franz. Da ich aber weiß wo meine Grenzen sind, würde sich das beruhigen und das wäre dann schon okay.

Ich frag das, weil ich darauf hinaus will, ob du selbst denkst, dass du in eine Ecke gestellt wirst, in die du gar nicht reingehörst?

Wenn man in eine Schublade gesteckt wird, da einmal drin steckt, dann ist es extrem schwer, da wieder rauszukommen. Eigentlich fast unmöglich. Jetzt ist es so, dass ich in Karlsruhe in dieser Schublade stecke – es heißt dann auch immer, ja der Franz, dass ist der der durchdreht, der dazwischenhaut, der ein bisschen verrückt ist. Ich weiß, dass es nicht so extrem ist. Und wenn der Trainer sagt, das ist absolut im grünen Bereich, das ist in Ordnung, im Gegenteil, wir wollen, dass du so spielst und so auftrittst, dann kann das nicht so verkehrt sein. Ich sag es mal so, die Leute, die hier verlieren, hier Punkte lassen, dass die sauer und enttäuscht sind, dass ist mir relativ egal – weil so lange wir gewinnen und punkten können die sagen was sie wollen.

Gut dann bleiben wir dabei: in der Liga wirst du gefürchtet und von deinen Fans geliebt.

Hier bei uns in Karlsruhe ist es so, wir sind ein sehr familiärer Club. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans ist sehr eng. Wir sind Tabellen 18., sind ganz hinten und die Fans stehen immer wie ein 12. Mann hinter uns und das ist, glaube ich fast einmalig in so einer Situation.

Audio und Video zum Thema