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Am Mann

Am Mann: José Paolo Guerrero

Hamburger SV, Stürmer, Rückennummer 9. Das will schon was heißen, denn die gehörte einst der HSV-Legende Uwe Seeler. Gerd Müller hat über ihn gesagt, dass er einmal ein ganz Großer werden wird.

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DW-TV:
Die Poster von welchen Fußballspielern hingen bei dir im Zimmer?

Paolo Guerrero:
Ich habe Poster nicht gemocht.

Und Panini-Bilder?

Auch nicht. Ich bin aber ein großer Fan von Zinedine Zidane, von Thierry Henry und von Ronaldo. Die haben mich schon immer fasziniert, das sind meine Vorbilder.

Wir werden aber nicht zulassen, dass du dir wie Ronaldo deine Haare abrasierst!

Nein, jeder hat seinen Look.

Genau Look? Damit kennt sich Paolo Guerrero aus. 2004 sein Bundesliga-Debut für die Bayern, und was für eins! Fünf Tore in vier Spielen - immer als Einwechselspieler! Ein Treffer alle 25 Minuten! Der 20-jährige wurde fast über Nacht zum Star.

Bei den Amateuren von Bayern München hatte ich schon 21 Mal getroffen. Dazu hat Felix Magath mir immer wieder gesagt: "Mach dein Tor, mach dein Tor!" Er wollte nichts anderes von mir, nur dass ich mein Tor mache. Ich habe an mich geglaubt und habe dann immer ein oder zwei Tore gemacht.

Du bist mit 18 Jahren zu Bayern gekommen, in eine Mannschaft voller Stars, Ballack, Lucio, Ze Roberto, Makaay, hat dich das eher eingeschüchtert oder hat es dich inspiriert?

Sie haben mich inspiriert. Technisch gesehen sind sie sehr gute Spieler. Ich wollte auf Ihrem Niveau spielen und besser sein. Das hat mir auch das Vertrauen gegeben, neben Ihnen zu spielen.

Du hattest bei Bayern keinen Stammplatz und bist dann nach Hamburg gegangen. Aber auch hier warst du zunächst kein Stammspieler. Woran lag es?

Es fiel mir sehr schwer von Bayern wegzugehen. Nach vier Jahren München zu verlassen, war sehr hart für mich. Ich habe dort meinen Sohn zurückgelassen und viele meiner Freunde. Das erste Jahr in Hamburg war sehr schwer. Mein Kopf war immer noch in München, und ich habe mich immer wieder gefragt: "Warum bist du eigentlich hierher gekommen?"

Ich konnte mich auch an die neue Stadt nicht so recht gewöhnen. Deshalb war mein erstes Jahr in Hamburg nicht so erfolgreich.

Lag es am vielleicht auch am Trainer …

Nein, nein auf keinen Fall! Der Trainer war nicht Schuld daran, sondern ich. Mir fehlte die Erfahrung, ich war gerade 22 Jahre alt. Es war eine schwierige Zeit, das ist Vergangenheit. Jetzt lebe ich in der Gegenwart und bin in Hamburg sehr glücklich.

Das merkt man, im zweiten Jahr schaffte Guerrero den Durchbruch beim HSV, 9 Tore in der Liga und nochmal 5 im UEFA-Cup. Und jetzt, im dritten Jahr kann man von Guerrero noch einiges erwarten.

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