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Am Mann

Am Mann: Jan Schlaudraff

Er kam gerade für 2,5 Millionen Euro von den Bayern zu Hannover und hat schon so manches erlebt: Bejubelt, fallengelassen, Nationalspieler, dann wieder nur Tribünengast im Verein, Verletzungen – immer hoch und runter.…

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DW-TV:
Euer Saisonstart war ehrlich gesagt richtig schlecht, drei Spiele, null Tore und dann am Wochenende so ein Befreiungsschlag. Braucht man da so einen Knalleffekt um eine Seuchenserie einfach zu beenden?

Jan Schlaudraff:
Ja, das ist mit Sicherheit gut gewesen für uns, das 5:1 vom Wochenende war mit Sicherheit für uns sehr, sehr wichtig, war mit Sicherheit auch ein Befreiungsschlag, ganz klar. Wir haben vorher nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind hinter unseren Erwartungen zurück geblieben. Von daher ist es schon wichtig, dass wir jetzt gegen Gladbach den Dreier eingefahren haben.

Eine Galavorstellung von Hannover. Und von Jan Schlaudraff. Zwei Tore, endlich!
In Aachen wird er 2005 zum Star - nach ewig langer Verletzungszeit. Ein neuer Fixstern im deutschen Fußball. 2006 sogar die Berufung in die Nationalelf.
Im Aachener Abstiegskampf 2007 die Suspendierung , dann der Wechsel nach München – und wieder Verletzungen…

Wo wärst Du heute ohne Verletzungen?

Insgesamt ist es schon so, dass ich 25 bin und wenn man dann eineinhalb Jahre verletzt ist, dann sagt man: eineinhalb Jahre verletzt, dann braucht man eineinhalb Jahre um wieder richtig ranzukommen. Von daher sind es schon drei Jahre eigentlich, die ich gebraucht habe um wieder ein bisschen den Rhythmus zu finden, die mir mit Sicherheit fehlen. Aber insgesamt: wo ich wäre, wenn ich die zwei, drei Jahre vielleicht noch hätte, ist schwierig zu sagen.

Aber das ist ja schon ein sehr schwerer Schicksalsschlag, wenn man direkt nach dem ersten Bundesligaspiel plötzlich so eine mysteriöse Erkrankung hat.

Ich hatte Gelenkarthritis, das heißt ich hatte eine Virusinfektion, wo wir nicht wussten, wo er herkommt. Hab dann Wasser in den Gelenken bekommen: Kniegelenke, Sprunggelenke, alles drum und dran. Konnte mich nicht bewegen, bin elf Monate ausgefallen. Die Ärzte waren ziemlich ratlos. Von daher war es schon mit Sicherheit neben der Bandscheiben-OP, die ich jetzt im letzten Jahr hatte, die schwierigste Phase, die ich bisher hatte, klar.

Dein Vater, der ist Pfarrer. Wie hat Dich denn dessen Beruf geprägt?

Nicht sonderlich. Insgesamt ist es so, dass man natürlich da ein bisschen was mitbekommt, aber es war nicht so, dass ich jetzt hier im Kirchenchor gesungen hätte oder sonst irgendwas.

Wie lebst Du Deinen Glauben?

Ja, das ist so die Sache. Ich glaube, dass jeder an gewisse Dinge glaubt im Leben. Ob‘s Ideale sind, ob es Leute sind, denen man vertraut und so weiter, oder dass man den Glauben an sich selbst hat. Aber insgesamt ist es so, dass ich schon gläubig bin, aber auf wen, was oder worauf bezogen ist glaube ich schwer zu formulieren.

Passen für Dich Bundesliga und Glauben zusammen?

Absolut. Aber man sollte das nicht zu hoch hängen. Wir hatten mal eine Phase vor ein paar Jahren, wo jeder auf den Platz gelaufen ist und sich dreimal bekreuzigt hat und wo das so in Mode kam. Ich denke, dass da jeder für sich seinen Weg finden sollte. Und man muss es auch nicht übertreiben.

Als Du in Aachen gespielt hast, sind Du und ein Kollege mal suspendiert worden. Was habt Ihr da angestellt?

Wir hatten ein paar Probleme und Sacha und ich – Sascha Dum – und ich sind dann suspendiert worden. Insgesamt, war es so, dass wir ab und zu mal einen lockeren Spruch auf den Lippen hatten. Und in der Phase wo es gut lief wurde das alles geduldet, da hieß es, "super, die sorgen für gute Stimmung," und in der Phase wo es nicht lief hieß es auf einmal "die nehmen ihren Beruf nicht ernst," und dann hat es uns beide mal getroffen. Aber insgesamt, glaube ich, war es in Aachen eine absolut positive Zeit und das ist vergessen.

Aber, stimmt das, dass Ihr damals ein Auto zu Schrott gefahren habt?

Ne, das war ich mit dem Kollegen Ebbers. (lacht) Das war nicht mit Sascha.

Was ist da passiert?

Ja, was ist da passiert. Wir waren auf dem Weg zum Training, es war Aquaplaning, er ist gefahren, und dann war das Auto halt kaputt.

Was war’s für ein Auto?

Das war mein Auto.

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