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Am Mann

Am Mann: Huub Stevens

Noch knapp zwei Wochen, dann verlässt Huub Stevens den HSV und kehrt in die Niederlande zurück. Schade … Wie? Was, nicht schade, Herr Stevens? Wir hätten da noch ein paar Fragen, bevor sie endgültig gehen.

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DW-TV: Herr Stevens, kauft Geld Erfolg?

Huub Stevens: Ohne Geld geht es nicht, das ist doch deutlich, aber ich denke, dass man es nicht nur mit Geld hinkriegen könnte, ich denke, dass man kreativ sein muss und wennze dann Geld hast, dann denke ich, dass das mitgenommen ist und dass das dann einfacher ist.

Ihre Trainerstationen in Deutschland, alles ambitionierte Vereine mit großer Tradition und großer Fanbasis. Für den allerletzten Schritt, wir reden jetzt über Meisterschaft, hat es dann doch nicht gereicht

Ja, aber das hat nicht nur mit Geld zu tun. Wenn man in Deutschland guckt, dann ist es so, dass Bayern München immer Titelkandidat Nummer 1 ist und da kann ab und zu mal ein anderer Meister werden, aber über 10 Jahre wird Bayern München immer 7,8 Mal Meister sein.

Als Spieler schafte es Huub Stevens nach ganz oben. 18 mal durfte er sogar in orange antreten, der beinharte Verteidiger. Drei Mal wurde er Meister mit dem PSV Eindhoven.

Sie haben gesagt, zu einer Mannschaft gehören Organisation, Disziplin und Respekt voreinander. Sind das die Eckpfeiler Ihrer Fußballphilosophie?

Ja, nicht nur das, da gehört auch Spaß dazu. Ich glaube nicht, dass du in einer Organisation ohne Disziplin arbeiten kannst, ohne Respekt voreinander arbeiten kannst und dann muss man auch Spaß haben. Und wenn man das hat und man kommuniziert miteinander, dann denke ich auch, dass du eine gute Harmonie hast.

Ich war ein mannschaftsdienlicher Spieler. Ich habe, ich war eigentlich das verlängerte Stück von einem Trainer auf dem Platz und das hat sich so weiter entwickelt und von daher bin ich auch ganz einfach in das Trainingsgeschäft gewachsen.

Angefangen haben Sie schon mit 16 bei Ihrem ersten Verein Fortuna Sittard.

Ja, stimmt.

Erster Vertrag mit 16 Jahren.

16 Jahre, ja stimmt. Ich weiß noch, dass mein erster Profivertrag, das war auf Jahrbasis war das 1.500 Gulden war das, ja?

Ungefähr in ...

Kann man sagen in Euro, sagt man 700 Euro – im Jahr. Das ist unglaublich, wenn man das heutzutage erzählen würde. Aber darum denke ich auch, dass es nicht so einfach ist für jüngere Spieler, die von nichts auf einmal ganz viel bekommen, das ist schwierig um das gut zu begleiten.

Ich könnte mir vorstellen in den 70er Jahren, wenn der Trainer gesagt hat, du springst jetzt hier durch den Reifen, dann ist man gesprungen

Ja, aber das hab ich auch ... das ist auch eine Unterschied zwischen wie ich es erfahren habe in die Niederlande oder Deutschland. In Deutschland, wie ich hier angefangen bin, hatte ich so den Eindruck, die Spieler, die tun alles.

Alles?

Ja, was du auch sagst, das tun sie. Sie fragen im Nachhinein, fragen sie, warum habe ich das getan? Und in die Niederlande war es so, dass wir vorher gefragt haben – warum?

Auf Schalke fragt man nicht "Warum?". Da muss man einfach nur machen. UEFA-Cup, Zweimal DFB Pokal. In sechs Jahren brachte Malocher Stevens Schalke auf die europäische Landkarte. Hier lieben sie ihn noch heute. Und einmal holte er fast, ja fast, die Meisterschale.

Im letzten Jahr auf Schalke in der Winterpause Ihren Abschied zum Saisonende angekündigt und was folgte, war eine super Rückrunde, 35 Punkte waren das, was war da für eine Dynamik, wollte die Mannschaft

Ja, die Mannschaft, die Mannschaft, die hat sich zusammen gerissen und ich hab das auch erklärt, warum ich wechseln wollte. Ich war 6 Jahre auf Schalke und ich fand, dass die Spieler eine neue Stimme hören mussten, ein neues Gesicht sehen. Und die Spieler, die können vielleicht hier und da sich was leichter machen, weil die können sagen, der ist doch am Ende weg, was muss das noch sein? Aber damals muss ich sagen, haben die Spieler unheimlich viel Charakter gezeigt und haben da mitgezogen, um Erfolg zu haben.

Er war ein Unbekannter als er aus Kerkrade in die Bundesliga kam. Er machte Schalke wieder groß, quälte sich anderthalb Jahre in Berlin, brachte Köln wieder in die erste Liga und ging dann nach Kerkrade zurück. Seit Februar 2007 trainiert er den HSV.

Wenn ich dann sehe, was im nachhinein passiert ist in Hamburg, dann sage ich HAH! Schön ist das, das ist Erfolg! Das ist eine Meisterschaft für die Arbeit was wir getan haben.

Letzte Saison bewirkt Stevens ein Wunder beim HSV. Er führt das Team vom letzten Tabellenplatz in den UEFA-Cup – in nur drei Monaten.

Dieses Jahr läuft alles schief. Seit Stevens seinen Abschied zum Saisonende bekannt gegeben hat , rutscht der HSV nach unten.

Wenn Spieler nichts gelernt haben von der letzten Saison, ja dann sage ich, das ist schlecht. Und es geht jetzt darum, das Spieler vielleicht sagen können, ja das braucht nicht mehr, aber da tun sie sich selbst zu kurz und sie tun den Verein zu kurz und das ist schade, weil du bist nicht da für die Trainer, du bist erstens da für die Verein und für dich selbst.

Das heißt, Sie sind schon ein bisschen enttäuscht von der Rückrunde?

Ich bin enttäuscht über die Rückrunde. Ja, aber ich kann auch sagen, dass wir – der Trainerstab – alles dafür getan haben, um Erfolg zu haben und weiter durchzuführen. Und vielleicht, vielleicht sage ich, sind da einige Spieler dabei, die es sich zu leicht auf die Schulter genommen haben, aber das Großteil, auch wenn sind die Ergebnisse nicht so gut, ein Großteil, kann ich sagen, die haben mitgezogen, aber du kannst es nicht alleine tun.

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