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Am Mann

Am Mann: Horst Hrubesch

Kaum ein Titel, den er nicht gewann. Mit der U-19 Nationalmanschaft wurde er diesen Sommer Europameister, der erste Titel für den DFB-Nachwuchs seit 16 Jahren. Wir haben ihn besucht, auf seinem Bauernhof im Partykeller.

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Horst Hrubesch:
Ich hab dem Fußball viel zu verdanken, ich lebe diese Geschichte auch. Ich lebe auf der anderen Seite aber auch, ich brauch diesen Wechsel, das ist einmal mein Privatleben und einmal diese Geschichte Fußball. Und wenn ich Fußball mache, dann 100%. Und wenn ich mein Privatleben anschließend mache, dann auch wieder 100%.
Die Zeit brauche ich einfach, einmal auch für mich und dann halt um wieder mal klarzukommen. Sie haben einmal gesagt, die Tiere draußen, das jetzt mit den Pferden, ich reite dieses Pferd nicht nur. Ich gehe mit dem auch zwei Stunden spazieren, da habe ich auch kein Problem mit, das heißt wir reiten hier weg und hinten komme ich auf die Idee, dann steige ich ab und dann gehen wir nebeneinander her und dann kann ich dem alles erzählen was nicht funktioniert.
Der guckt, der schnauft dann und der ist zufrieden. Irgendwann nickt er dann vielleicht mal, obwohl er nix verstanden hat, aber ich hab alles für mich so ein bisschen aufgearbeitet letztendlich. Also ist das für mich absolut eine Top-Angelegenheit. A einmal mit Pferden oder wenn ich dann mal zum Angeln gehe, wo ich dann total abspannen kann.

"Jawoll - ein Zander, ein Zander - nicht mehr drehen - ein Zander - nicht mehr drehen! - nur festhalten! - Super-Fisch Alter!"

Ich hab Glück gehabt, ich bin gesund und munter, bin glücklich verheiratet seit weit über dreißig Jahren, hab zwei gesunde Kinder, was will ich mehr. Ich kann dem lieben Gott nur danken, dazu noch Fußball spielen.

Und vor allem Tore schießen… viele Tore. Über 200 waren es in seiner gesamten Karriere. Hrubesch hat fast alles gewonnen was es zu gewinnen gab:
Mit zwei Toren im Finale schießt er Deutschland 1980 zum EM-Titel. 1983 als Kapitän der Europapokal mit Hamburg. Dazu drei Mal Meister, es ist die erfolgreichste Zeit des großen HSV.

Horst Hrubesch:
Könnt Ihr euch noch an das Lied erinnern? Kling, Glöckchen Klingelingeling, kling Glöckchen … HSV ist Meister …

DW-TV:
Horst Hrubesch sie haben viele prominente Mitspieler gehabt im Laufe ihrer Karriere, sowohl bei Rot-Weiß Essen als auch beim Hamburger SV, können sie sagen von wem sie am meisten gelernt haben?

Für mich waren immer die Trainer entscheidend. Der ideale für mich am Anfang war Ivica Horvath, der also wirklich penibel aber wie eine Vaterfigur war.
Bei Branko war es so, Branko war ein Diktator. Branlo hat gesagt, das ist weiß oder das ist schwarz, dann war das halt so.
Da ist der Branko doch wieder ...da ist Branko Zebec. Und da kommt er wieder, der ist mit nix zufrieden, so’n Stück zu weit und dies.

Aber Lieblingstrainer war schon Ernst Happel?

Ja gut bei Ernst hab ich gesagt Ernst und ich, das war ein Vater-Sohn-Verhältnis, das muss man einfach wissen, das hat von Anfang an gepasst. Das war so der Fußball so wie ich es gerne wollte, für einen Stürmer ideal, vorwärts offensiv, mit diesem Forechecking, mit diesem Pressing, was wir teilweise in des Gegners Hälfte gespielt haben, du bist dann früh wieder ins Spiel gekommen, früh in die Bälle gekommen, du hast dann Torchancen gekriegt, in diesen zwei Jahren wo ich da gewesen bin mit ihm, wir haben alles gewonnen: Wir sind zweimal Deutscher Meister geworden, wir haben den Europapokal der Landesmeister gewonnen, also es ist alles durchgelaufen.

Als Stürmer braucht man ja Vorlagen, wie viel Anteil haben die Mitspieler an den vielen Toren die sie gemacht haben?

Ohne Mitspieler machste keine Tore, ich hab immer gesagt im Schnitt - boah ich hab nen Krampf im Fuß – im Schnitt habe ich immer gesagt, du musst 15 Tore im Schnitt machen als guter Mittelstürmer. Klar haben sie alle Anteil daran, aber es ist ja nicht nur Kaltz, dieser Pass zum Kaltz der muss ja auch erst mal kommen, das darf ja auch nicht vergessen …

Es muss in der Mannschaft stimmen

Das entscheidende ist die Mannschaft ja. Kaltz und ich, das sind diese zusätzlichen Dinge, wir haben‘s nie trainiert aber und das muss halt auch dazusagen, in München, dieses Kopfballtor, das haben wir von der linken Seite mit Felix gemacht zum 4:3.
Dieser Freistoß …dieser Freistoß ja, das ist von der anderen Seite genauso gegangen mit Memering habe ich auch viele Tore gemacht.
Real Madrid zum Beispiel, dieses Spiel, wo Memering von links flankt, das 4:1 vor der Halbzeit. Nochmal, es wird immer dieses Kaltz, Kaltz, das kommt sicherlich auch deswegen zustande weil wir zusammen Nationalmannschaft gespielt haben auf der einen Seite, weil wir auch einige Tore gemacht haben die entscheidend waren, was die Kopfballtore angeht. Weil ich hab nämlich gar nicht so viele Kopfballtore gemacht, ich hab 139 Tore gemacht, davon sind 38 Kopfballtore.

Das wissen sie so genau?

Ja

Sie sind aber keiner der zu Hause Buch geführt hat.

Nein, nein ich hab mich mal irgendwann hab ich mal gesagt ihr müsst das mal nachhalten und da gibt es einen

Die Quote ist aber auch sensationell.

Die Quote ist gut!

224 Ligaspiele …

Und 139 Tore also etwas über 50%

Das ist schon sehr gut

Ja die ist gut, es gibt glaube ich nur ein, zwei oder drei die besser sind, wie Gerd Müller aber gut.
Viele haben mich immer gefragt, was ist das schönste Tor gewesen. Ich sag, ich weiß es nicht es sind zu viele. Ich hab mal in einem Freundschaftsspiel ein Tor gemacht aus 35 Metern, da haut der oben ins Kreuzeck, Latte, Pfosten, unten Pfosten, wieder hoch, wieder an die Latte und anschließend war er oben im Netz. Ja.

Hört sich gut an.

Ja und wenn de dann siehst, das der oben auftickt und oben im Netz guckt der Ball drüber und der Torwart fängt dann erst an zu fliegen.

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