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Am Mann

Am Mann: Claudio Pizarro

Im August kehrte Claudio Pizarro zu Werder Bremen zurück. Bereits 1999 avancierte er zum Publikumsliebling in Bremen. Dementsprechend freuten sich die Werder Fans über seine Rückkehr.

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Er war schon mal in Bremen – letztes Jahrtausend. Doch jetzt ist alles eine Nummer größer. Er ist zwar nur ausgeliehen von Chelsea. Doch alle hoffen, dass er länger bleibt, der verlorene Sohn, den sie empfangen haben wie einen König!

Auch Kick off! sagt nochmal: Willkommen zurück, Claudio Miguel Pizarro Bosio

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In Bremen hat man dich mit offenen Armen empfangen, es war die Rückkehr eines Stars. Gab es einen Unterschied zwischen Werder und deinen anderen Clubs, also Bayern oder Chelsea?

Claudio Pizarro

Insgesamt wurde ich überall gut empfangen, aber diesmal hat es mich schon ein bisschen überrascht. Als ich 1999 herkam war ich sehr jung. Ich habe damals, in den zwei Jahren nicht bemerkt, wie sehr die Leute mich gemocht haben. Und jetzt dieser Empfang, diese Zuneigung. Das ist sehr wichtig für mich als Spieler.

1999 kam ein junger Peruaner nach Bremen – und hatte sofort Erfolg.

Gemeinsam mit dem Brasilianer "Toni" Ailton wirbelte er die Abwehrreihen der Liga durcheinander. Der Latino-Sturm der Bremer - "Pizza Toni" liefert aber nur zwei Saisons.

2001 wechselt Pizarro zu Bayern München. Die Haare werden länger, aber auch hier schießt Pizarro Tore, Tore und nochmals Tore.

Und in sechs Jahren bei Bayern kommen auch die Titel dazu.

Warum hast du Bayern München verlassen?

Bei Bayern hatte ich eine sehr schöne Zeit. Wir hatten ein gutes Verhältnis. Ich habe Bayern aber verlassen, weil es mit der Vereinsführung keine Einigung gegeben hat und letztlich war meine Zeit dort zu Ende. Das ist alles.

Was hast du vom Club erwartet?

Ich habe eine finanzielle Einigung gesucht, die nicht geklappt hat und dann waren da noch andere Dinge, die persönlich sind und über die ich nicht reden möchte.

Es gab schon die Kritik, du hättest nicht genug Ehrgeiz gezeigt oder dass du es dir zu leicht gemacht hättest?

Auf keinen Fall! Auf keinen Fall! Ich bin aber ein Latino und für die Deutschen ist das manchmal schwer zu verstehen. Aber im Kern, bin ich eben ein Latino und habe diese Schlitzohrigkeit, die werde ich niemals verlieren.

Claudios Schlitzohrigkeit haben sie bei Bayern wohl nicht mehr gebraucht – aber mal ehrlich, sind deutsche Fußballer weniger schlitzohrig???

Nicht allen fehlt dieser Instinkt, diese Schlitzohrigkeit, aber den Meisten schon! Der Deutsche ist sehr organisiert. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er einen Haken schlägt um ans Ziel zu gelangen. Der Latino ist da flexibler und das meine ich mit Schlitzohrigkeit!

Dann bist du auch der Meinung, dass der lateinamerikanische Einfluss dem deutschen Fußball gut tut?

Kein Zweifel. Ich würde niemals den deutschen Fußball kritisieren, die Statistiken und die Ergebnisse sprechen für sich. Der deutsche Fußball war immer ganz oben. In Lateinamerika oder in Peru eben nicht. Aber deswegen ist die Mischung so wichtig. Und deswegen meine ich auch, dass nicht alle deutsche Spieler so sind, denn der eine oder der andere diese Schlitzohrigkeit besitzen muss.

Gut, Kommen wir jetzt zu deiner Zeit in Chelsea, 2007, das schlechteste Jahr deiner Karriere, war der Druck zu groß?

Aber nein, auf keinen Fall. Es war eine weitere Erfahrung für mich. Jose Mourinho hat mich damals angerufen und hat zu mir gesagt, er wollte mich in seinem Team haben. Deswegen bin ich zu Chelsea gegangen. Drei Monate danach hatte ich das Pech, das er den Klub verlassen hat.

In deiner Karriere hast du mit Stars wie Ailton, Effenberg, Elber, Ze Roberto, Ballack, Makaay, Drogba - mit wem war es am besten?

Eins meiner besten Jahre war als ich mit Ailton in Bremen gespielt habe. Es war unglaublich, wie wir uns verstanden haben.

Und das ist Ailton, auch ein richtiges Schlitzohr!

Mit deiner Rückkehr nach Bremen schließt sich ein Kreis in deiner Karriere. Heute, genau wie damals 1999, war Thomas Schaaf der Trainer und Klaus Allofs der Manager.

Deswegen habe ich mich entschieden herzukommen. Ich kannte Klaus, ich kannte Thomas. Ich kenne sie und sie kennen mich das hat eine sehr wichtige Rolle dabei gespielt, warum ich wieder hier bin.

Und ‚hier‘ macht er dort weiter, wo er einst aufgehört hat. Mit sieben Toren ist er der Chef im Werdersturm. Dazu kommt: Claudio ist im besten Fußball-Alter, mit 30 ist er mehr als der Torschütze vom Dienst - Oder?

Bist du ein Führungsspieler?

Ich finde schon. Mit der Erfahrung, die ich bis jetzt gesammelt habe und mit meinen Fähigkeiten denke ich, dass ich ein Leader im Team bin.

Welche Eigenschaften sollte ein Führungsspieler haben?

Ein Führungsspieler sollte auf dem Platz seine Fähigkeiten zeigen. Und zwar in jedem Spiel. Er versucht sich immer in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Er ist eben einer der die Mannschaft lenkt, aber auch unterstützt. Er hat einen klaren Standpunkt. Die Mannschaft muss spüren, dass er auf ihrer Seite steht.

Ein herausragender Führungsspieler? Fällt dir ein Beispiel ein?

Ein Beispiel als Führungsspieler? … John Terry. Er ist 27 Jahre alt, wenn ich nicht irre, vielleicht auch 28, jedenfalls kann er sein Team sehr gut führen, er fühlt sich in seiner Rolle als Kapitän sehr wohl und bringt das Team nach vorne.

Du bist jetzt in Bremen, hast aber eigentlich einen Vertrag bei Chelsea bis 2011. Kannst du dir vorstellen hier länger zu bleiben?

Es ist eine Möglichkeit, selbstverständlich. Ich schließe keine Möglichkeit aus. Aber jetzt es ist noch zu früh zu sagen, was ich tun werde. Aber hier zu bleiben ist eine Möglichkeit.

Würde ein Titelgewinn eine Rolle bei deiner Entscheidung spielen?

Vielleicht, ja ich finde schon, dass könnte eine Rolle spielen.

Vielen Dank für dieses Interview.

Keine Ursache.

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