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Am Mann

Am Mann: Christian Pander

Christian Pander, 25 - Auf Schalke ist der Standardspezialist nahezu unantastbar. Die Kritik richtet sich nicht gegen ihn, er ist immer mit Herz dabei. Aber selbst Dortmund ist diese Saison besser – das tut weh, oder?

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Christian Pander:
In erster Linie schauen wir nur auf uns. Und da ist auf jeden Fall der Schmerz groß genug, sage ich mal, dass wir nicht da stehen, wo wir eigentlich hinwollen. Ich denke, dass wir noch nicht das abgerufen haben, was wir können. Und das müssen wir jetzt in den letzten Spielen vor der Winterpause auf jeden Fall noch mal zeigen, dass wir es besser können.

DW-TV:
Die gemessen an den Ansprüchen bescheidene Platzierung in der Bundesliga hat jetzt wieder bewirkt, dass ziemlich viel Unruhe im Umfeld ist, Wie wirkt sich das aus auf die Mannschaft?

Ich persönlich kenne das nicht anders. Ich bin jetzt im siebten Jahr hier. Ich bin damit hier groß geworden, dass schon nach einer Niederlage irgendwelche Leute anfangen zu mosern.
Wir stellen uns ja jetzt auch nicht hin und sagen, "ja gut, egal was die Leute sagen, wir sind zufrieden Tabellenplatz acht" oder so was. Wir wissen selber, dass das nicht unser Anspruch ist und deswegen lässt mich das eigentlich kalt, weil den Druck mache ich mir persönlich sowieso.

Er ist das Symbol der Schalker Krise: Kevin Kuranyi - von den eigenen Fans regelmäßig ausgepfiffen. Derzeit trifft Kuranyi nicht einmal einen Laster aus 2 Metern Entfernung. Auch der Trainer kann ihn nicht schützen.

Christian Pander:
Für ihn ist es natürlich sehr schwierig, die letzten Spiele, wo er teilweise nicht ganz glücklich agiert hat. Am Ende der Saison, wenn er dann keine 15 Tore gemacht hat, dann kann man sich vielleicht hinstellen und schreien. Aber ich denke man sollte ihm schon die Chance geben.

DW-TV:
Gehst du dann manchmal hin in der Kabine und klopfst ihm auf die Schulter?

Ja, man versucht sich natürlich aufzubauen und ich denke, das ist auch ganz wichtig, dass man als Mitspieler irgendwo merkt, dass die Mannschaft hinter einem steht. Weil, wenn man gerade in einer schlechten Phase noch vielleicht merkt, dass man das Standing in der Mannschaft verliert, dann ist natürlich alles vorbei.
Da gibt es genug, die ihm dann auf die Schulter klopfen und sagen "komm, weiter geht's und beim nächsten Mal machst Du das Ding rein."

Wie fair oder unfair gehen die Medien mit Euch um?

Ach, das ist mir eigentlich egal. Weil, wie ich vorhin schon gesagt habe, da sind wir wieder beim selben Thema: das kenne ich seit Jahren eigentlich nicht anders. Wir sind die letzten die sich irgendwo hinstellen und sagen "wir werden so schlecht behandelt." Ich denke, wenn wir unsere Spiele gewinnen, dann haben die Medien auch nichts Negatives, was sie berichten können.

Ihr schießt über die Hälfte Eurer Tore durch Standardsituationen nach Standardsituationen. In anderen Mannschaften sind es 30 Prozent ungefähr.

Wenn wir die Tore nicht geschossen hätten, dann stünden wir wahrscheinlich noch schlechter da. Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen und wir dürfen auch nicht schreien, wenn wir mal zwei Spieltage irgendwie kein Tor aus einer Standardsituation schießen. Weil zum Fußball gehört auf jeden Fall mehr als nur Standards.

Du bist Spezialist für ruhende Bälle. Was ist denn so das Entscheidende, dass eine Ecke oder ein Freistoß gut wird, gefährlich wird?

Für mich ist auf jeden Fall wichtig, die Bälle immer sehr scharf vors Tor zu bringen. Das ist glaube ich das, was das ganze noch ein bisschen gefährlicher macht.

Der Außenverteidiger hat ein phantastisches Ballgefühl. Auf Schalke und auch schon in der Nationalmannschaft glänzt er mit seiner Schusstechnik. Pander ist dafür geboren, Flanken zu schlagen und Standards auszuführen.

DW-TV:
Was spielt sich so in deinem Kopf ab, wenn du hörst: Pfiff! Freistoß für uns, jetzt schnappe ich mir den Ball?

Christian Pander:
Eigentlich freue ich mich. Ich freue mich immer auf einen Freistoß, weil das ist irgendwo was, das habe ich über Jahre hin immer wieder trainiert, und immer wieder versucht zu verbessern und irgendwie ist es jetzt auch eine Stärke geworden.

Wie bekomme ich so eine Flugkurve hin, wie du sie beim Freistoß hinkriegst?

Erklären ist immer schwierig, weil, das sag ich auch jedem Jungen, oder jedem, der mich so fragt, dem sage ich immer, dass jeder so irgendwie seine eigene Art entwickeln muss.
Ich versuch mir beim Spiel, so ein bisschen die Mauer wegzudenken, bei direkten Freistößen, das macht das Ganze für mich ein bisschen einfacher.
Ich suche mir halt ‘ne Ecke aus, und dann versuche ich das ganz präzise zu machen.

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