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Am Mann

Am Mann: Armin Veh

Armin Veh führte den VFB Stuttgart 2007 zur deutschen Meisterschaft. Seitdem konnte die Mannschaft nicht mehr an die Leistungen der Meistersaison anknüpfen. Armin veh erklärt die Hintergründe

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Armin Veh war bist zu diesem Wochenende über 1000 Tage Trainer des VFB Stuttgart.

Die waren doch mal Meister. 2007. Mit dem hier: Armin Veh, 47 Jahre. Mittlerweile war seit über 1.000 Tagen Trainer beim VfB Stuttgart. Mit dem 14. Spieltag endete diese Episode. Schönste Saison für ihn: das Meisterjahr. Diese Saison eher das Gegenteil, nur Platz 11. Seit vier Spielen hat sein Team nicht mehr gewonnen.

DW-TV:

Was ist gerade los, was funktioniert nicht, kann man das fassen?

Armin Veh:

"Diese Leichtigkeit, diese Leichtigkeit die wir in unserem Spiel immer hatten, und die wir fast über zwei Jahre immer hatten, die haben wir im Moment nicht. Wir tun uns sehr schwer unser Spiel durchzukriegen, wir haben die Laufwege nicht, die wir normalerweise haben, das heißt auch die Laufbereitschaft teilweise nicht. Die sind im Spiel, so wie wir das vor haben, natürlich unabdingbar die zuhaben. Und dementsprechend, haben wir wollen gegen Mannschaften die bei uns sehr defensiv antreten haben wir Probleme, ja. Und dementsprechend auch nicht die Punkte. Gerade wenn man das Köln Spiel nimmt, wo wir fest mit drei Punkten gerechnet haben, oder auch Bielefeld, die 5 Punkte fehlen uns jetzt. Ansonsten wäre es dann in der Tabelle ok, dann wären wir glaube fünfter mit 23 Punkten, hypothetisch, aber die fünf Punkte fehlen uns.

Geht denn die Leichtigkeit auch immer ein bisschen mehr verloren weil der Druck größer wird von außen oder auch innen, den man sich selber stellt, oder zum Beispiel jetzt, ist Hoffenheim soweit vorne weil die gar keinen Druck, nicht den Druck haben?

Ja natürlich, es ist ganz einfach so, wir haben ja in unserem Meisterjahr, haben wir die jüngste Mannschaft gehabt, wir waren nicht europäisch dabei. Und es hat keinen groß was erreicht gehabt, wir haben diese Leichtigkeit da gehabt, ja, und das hat man auch in unserem Spiel gesehen. Also Hoffenheim, das erinnert mich schon ein bisschen teilweise an die Zeit wie wir gespielt haben. Und die ist natürlich, irgendwo geht die verloren. Man muss schauen das man die wieder findet, jetzt haben wir viele Nationalspieler, dadurch das wir den Erfolg gehabt haben, und spielen international natürlich, wo die Belastung, mental auch größer ist, und was natürlich wichtig ist, die Erwartungshaltung ist natürlich eine andere. Und dann geht teilweise eine Leichtigkeit verloren, weil du was verlieren kannst. Jetzt muss man sich immer die Frage stellen, wie kommen wir da wieder hin. Und dann gibt’s nicht einfach so pauschal das du sagst, drückst auf einen Knopf und kommst wieder dahin, sondern das ist letztendlich ein Prozess, ja.

Es gab sie schon, diese alte Leichtigkeit aus dem Meisterjahr, auch in dieser Saison. Werder Bremen haben sie schwindelig gespielt,… zeigten einen ganz feinen Fußball.

Aber Konstanz, Fehlanzeige.
Kurz darauf gegen Köln zu Hause, da klappte rein gar nichts mehr. Ein Fehler nach dem anderen…

Wenn es schlecht läuft, dann läuft es schlecht, man weiß teilweise nicht warum, weil man dann…

Ja, man sucht Gründe, muss man ja auch suchen, man sucht Gründe. Man muss nur aufpassen, das man nicht dann, und das ist teilweise der Fall, das man natürlich von außen unheimlich viel Druck bekommt, was auch normal ist, das man nicht in Aktionismus verfällt. Das ist sehrt oft der Fall, das man Dinge tut, von denen man vielleicht gar nicht überzeugt ist. Nur weil sie einem auf suggeriert werden, dass man es tun soll jetzt, ja, weil es sind immer die kleinen Mechanismen, die dann da ablaufen. Ich lass mir einreden von außen, nicht das ich nicht zu höre. Es gibt ja auch Dinge mal, die wirklich interessant sind, die auch von den Medienvertretern interessant sind, diese Zusammenhänge, diese Gedankengänge, die kann man ja auch aufnehmen, verstehen´s. Aber entscheiden tue immer ich mit meinem Trainerstab.

Da muss auch Nationalspieler Hitzlsperger wegen Formtiefs auf die Bank..

Neuzugang Boulahrouz.. erfüllt noch nicht die Erwartungen…

…genau wie der neue Spielmacher Simak.

Und Neuzugang Lehmann, Ex- Nationalkeeper? schimpft und schimpft und schimpft…

Kann man da verzweifeln als Trainer, also jetzt nicht endgültig verzweifeln, sondern einfach sagen, mein Gott.

Ja, also man ist als Trainer nicht der Allmächtige und kann dann alles tun. Man muss versuchen, im Trainerteam immer wieder neue Reize zu setzen, vielleicht andere Inhalte da wieder zu geben, um wieder weiterzukommen.

Können sie denn gut abgeben.

Ja klar. Ich habe mich auch, ich meine ich bin schon 18 Jahre Trainer jetzt mittlerweile und ich habe am Anfang meiner Jahre alles alleine gemacht. Also, bis auf Torhüter, die habe ich nie trainiert, weil ich kein Torhüter bin, da habe ich auch kein Gefühl dafür. Aber ansonsten habe ich, war ich mein eigener Assistent, war Konditionstrainer, war Mental.. ich war alles. Und das ist die ersten Jahre so gewesen, jetzt habe ich das verändert, habe es vor allen Dingen vor zwei Jahren verändert, in dem ich natürlich der Chef des Ganzen bin, der die Dinge vorgibt, aber ich lasse meine Leute ausführen. Ja, weil du dich auch viel weniger verbrauchst dabei, und weil du natürlich dann in der Beobachtung viel freier bist.

Erste Station war Augsburg, mit gerade mal 29 Jahren übernahm er hier den Trainer Job und machte alles, na eben, - alleine!.

Erstmals auf der großen Fußball Bühne erschien Veh 2002, bei Hansa Rostock.

Vier Jahre später übernahm er überraschend den VfB Stuttgart. Wurde Trainer des Jahres 2007.

Wie schaltet Armin Veh ab?

So richtig abschalten nach dem Spiel, das ist immer schwierig, also für mich persönlich, ich hab, egal ob es Niederlage, Unentschieden oder Sieg, die Nacht dann, kann ich sowieso nicht schlafen. Weil da geht bei mir alles durch den Kopf immer. Das habe ich immer noch, auch wenn ich älter bin, das ich es nicht hinkriege, das ich völlig abschalten kann. Das schaffe ich nicht. Also vor dem Spiel, da schlafe ich sehr gut, aber nach dem Spiel, geht immer alles mögliche durch den Kopf.

Und dann sprechen sie auch mit Ihrem Hund, wenn sie mit ihrem Hund alleine…

Mit dem spreche ich gerne ja. Sie werden es nicht glauben, aber mit dem kann man reden.

Ich kann mir das vorstellen, der Horst Hrubesch spricht mit seinen Pferden, hat er uns erzählt.

Hundert Prozentig. Es gibt mit Sicherheit viele, viele Tiere, wenn man die versteht, dann können die sehr viel über die Familie sagen, in der sie leben, ist so.

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