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Am Mann

Am Mann: Andreas Hinkel

Andreas Hinkel spielt seit knapp einem Jahr für den schottischen Meister Celtic Glasgow. Er erzählt uns, was den Club so außergewöhnlich für ihn macht.

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Zu Beginn des Jahres wechselte Andreas Hinkel vom VFB Stuttgart zu Celtic Glasgow.

Andreas Hinkel, 26, rechter Außenverteidiger und Nationalspieler. Seit Januar ist er in Schottland bei Celtic Glasgow. Auf Anhieb wurde er dort schottischer Meister... Wieder ein Titel für ihn und schon wieder ein außergewöhnlicher Club für den Nationalspieler.

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Wie war das, als Du das erstemal das Trikot angezogen hast?

Andreas Hinkel

Es ist schon eine besondere Atmosphäre hier. Ich habe 2003 das erste Spiel hier gemacht für Stuttgart, also nicht für Celtic und das war eine einmalige Atmosphäre ich hatte so etwas noch nicht erlebt, ich hatte richtig Gänsehaut als ich aufs Spielfeld gegangen bin.

An so etwas erinnert man sich natürlich. Als ich dann das Angebot bekommen habe, ich habe mir hier noch mal alles angeschaut hier und habe viel über die Geschichte gehört und es ist ein ganz besonderer Verein. Ich bin stolz drauf, muss ich sagen , ein Teil von der Geschichte zu sein oder zu werden.

1888 vom Mönch "Bruder Walfried" gegründet, wird Celtic 1967 der erste britische Club, der den Vorgänger der Champions League gewinnt.

Celtic, ist der Verein der irisch-katholischen Einwanderer und hat schon 42 Meisterschaften errungen.

Der absolute Erzfeind kommt aus der eigenen Stadt: die Rangers, der Club des protestantischen Establishments. Und wenn es zum sogenannten Old Firm Derby kommt, Grün gegen Blau, unten gegen oben – dann ist das die emotionalste Stadtmeisterschaft der Welt.

Das ist das Derby der Derbys ich habe jetzt schon ein anderes Derby miterlebt in Sevilla, mein Klub bei dem ich zuvor gespielt habe und es ist auch sehr intensiv, die Südländer sind auch ein bisschen impulsiv. Hier ist es schon ein bisschen anders es hat mit der Geschichte zu tun, mit der Politik, mit der Religion zutun, Rivale in der Stadt. Das sind mehrere Faktoren die da zusammenspielen. Es ist sehr intensiv das Derby super Atmosphäre . es gibt kein vergleichbares Derby, also ich wüsste keins

Am Samstag ist es wieder soweit: Das 381 Old Firm Derby steht an. Celtic kommt als Tabellenführer in den Ibrox-Park der Rangers.

Die Spiele gegen die Rangers sind die wichtigsten, das auf jeden Fall. Es ist jetzt auswärts, mir persönlich gefallen auch diese Spiele sehr gut, wenn das ganze Stadion gegen einen ist. Da kann man sich hochzuziehen an so was.

Du warst lange in Sevilla, der Unterschied zu Celtic?

In jedem Land wir etwas anders gearbeitet aber es ist sehr interessant für mich, ich mag das. Ich bin offen für alles, ich sauge das alles auf, ich war in Spanien hab da viel gelernt, jetzt hier. Und die Art Fußball zu spielen ist in jedem Land anders auch muss ich sagen und deshalb wird da auch ein bisschen anders gearbeitet in der schottischen Liga. Natürlich gibt es auch viele ähnliche Übungen. Fußball ist Fußball es gibt die gleichen Regeln, deshalb so arg viel ändert sich nicht, Trainingsmethoden, Rhythmen während des Trainings der Trainingswoche, die sind schon ein bisschen anders. Aber vom Fußballspiel ist es hier sehr körperbetont, körperbetonter wie in anderen Ligen. Im Vergleich zur spanischen Liga erst recht, technisch in der Liga, da werden verschiedene Rhythmen gespielt, da wird Tempo herausgenommen, dann wird es wieder erhöht hier wird eigentlich Vollgas gegeben bis zur letzten Minute, sehr körperbetont gespielt.

In der Startelf des FC Sevilla bei Ligaspielen sucht man Andreas Hinkel oft vergebens; am Brasilianer Dani Alves (hier im Bild) kommt er nicht vorbei. Im Pokal und im UEFA-Cup spielt er dagegen regelmäßig, 2007 gewinnt er beide Pokale.

Das hat mir einfach Spaß gemacht, weil das technischer Fußball war, offensiver Fußball und ich habe mit super Leuten zusammengespielt und auch die Konkurrenz die ich da hatte, das darf man nicht vergessen Daniel Alves, der jetzt bei Barcelona spielt, der ist jetzt für über 30 Mio zu Barcelona gewechselt vor der Saison. Das war ein richtiger Konkurrent und da musste ich jeden Einsatz hart erkämpfen ich bin in eineinhalb Jahren auf 32 Spiele gekommen, in allen Wettbewerben ich denke, dass das gegen so einen Konkurrenten auch net so schlecht ist, da musste ich mir jeden Einsatz hart erkämpfen.

Keine regelmäßigen Einsätze, also auch keine Nationalelf mehr. Erst mit der Wechsel zu Celtic bekommt er neue Chance. Im September spielt Hinkel sein erstes Länderspiel seit drei Jahren.

Aus dem Nichts kam der Anruf, Wow was ist jetzt los völlig überrascht. Die Grundidee waren, ich habe dann mit dem Jogi Löw gesprochen, dass ich regelmäßig hier gespielt habe und das Celtic ja auch kein kleiner Verein ist auch immer international spielt, und einfach ja, das es ihm gefällt, die rechte Außenverteidigerposition so auszulegen, so wie ich das auch tue. defensiv gut zu stehen, das ist auch die Hauptaufgabe eines Verteidigers, die Seite dicht zu machen und dann auch nach vorne Schwung zu machen und das Angriffsspiel anzukurbeln

Hinkel, der Marathonmann im Stuttgarter Trikot. So spielt er sich 2003 bis in die Nationalelf und in die Herzen der schwäbischen Zuschauer.

Du warst 14 Jahre bei Stuttgart. Was ist deine schönste Erinnerung?

Die schönste Erinnerung, schwierig. 14 Jahre sagt alles schon. Es ist mein Verein der VfB. Viele hatten früher den Traum als Kind, Real Madrid, Manchester United oder was weiß ich hatte den Traum für den VfB zu spielen Ich habe viele Titel in der Jugend gewonnen, ich war dann Jugendnationalspieler auch und habe den Vfb da vertreten und das ich dann auch mit meinen Vorbildern spiele, das hätte ich mir nicht erträumen können als ich dann raus kam, ich war ziemlich jung 17, 18 ich habe die ersten Trainingseinheiten für den Vfb gemacht, mit 18 die ersten Spiele. Dann war es sehr intensiv am Anfang. Für meinen Verein ging es ums Überleben als ich raus kam, haben wir den Abstieg verhindert und zwei Jahre später spielen wir Champions League. Jeder denkt das sind die besonderen Erlebnisse für mich die sich festgesetzt haben bei mir, klar die Champions Leauge. Das denkt jeder. Aber ich denke, das die Jahre gegen den Abstieg wichtiger waren für den Verein als im Vergleich zur Champions League, aber das andere ist viel; viel wichtiger, die Entscheidung ob man in der Ersten Liga bleibt oder ob man in die Zweite Liga geht. I bin froh bin,das ich dem Verein helfen konnte in der Zeit.

Vom Fastabsteiger zum Überflieger: Die jungen Wilden des VfB Stuttgart. In der Saison 2002 / 2003 stürmen sie zur Vizemeisterschaft und Hinkel immer mittendrin. Gradliniger Fußball, offensiv, schnell und torreich. Das Überraschungsteam 2003 spielt so wie das Wunderteam 2008 – Tabellenführer Hoffenheim unter Trainer Ralf Rangnick

Hoffenheim ganz oben hast du so etwas erwartet?

Ja ich kenn ja den Trainer sehr gut, der hat mich damals beim VfB in die erste Mannschaft geholt ich kenn seine Philosophie ich weiß was in Hoffenheim passiert ist eine Stunde entfernt von dem ort, von dem ich herkomme, also Hoffenheim eine dreiviertel Stunde von mir zuhause.

…da spielen ja auch ein paar ex VfB Spieler.

Können die am Ende der Saison ganz oben stehen? Meinst du wirklich?

Können sie auf jeden Fall. Also, wenn sie die Unbekümmertheit beibehalten der ersten Saison, sowie sollen sich nicht so sehr unter Druck setzen das ist ihre erste Saison wenn sie es beibehalten können weiterhin guten Teamgeist, gut zusammenspielen, gut harmonieren, keiner darf sich irgendwie in den Vordergrund stellen dann ist es auf jeden Fall möglich.

Ok, ich danke Dir ganz herzlich. Vielen Dank