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Kultur

Am Ende eines langen Laufstegs

Weltweite Triumphe und werbewirksame Skandale begleiteten Yves Saint Laurents steile Karriere. Er revolutionierte die Mode und ließ trendgerechte Parfüms kreieren. Heute hat er in Paris seinen Rückzug bekanntgegeben.

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Modedesigner Yves Saint Laurent

"Ich habe mich entschlossen, diesem Geschäft Lebewohl zu sagen", sagte der "berühmteste Couturier der Welt" bei einer Pressekonferenz in seinem Stammhaus in der Pariser Rue Marceau. Der als zurückhaltend bekannte Yves Saint Laurent will nur noch einmal ins Rampenlicht treten: "Mein nächstes Defilee, am 22. Januar, wird das letzte sein." Yves Saint Laurent beendet damit eine 45-jährige glanzvolle Karriere in der Modewelt.

Das Ende einer Ära

Auf der ersten Pressekonferenz, die der medienscheue Modemacher überhaupt gab, verlas er eine vorbereitete Erklärung. Dabei dankte er allen, die an ihn glaubten. Mit seiner Mode habe er die Frauen in ihrer Emanzipationsbewegung des vergangenen Jahrhunderts unterstützen wollen, sagte der 65-Jährige.

Der 1936 im algerischen Oran geborene Yves Saint Laurent baute sein Imperium in vier Jahrzehnten mit ebenso genialen wie provozierenden Ideen auf. Er setzte mehr auf seinen persönlichen Stil denn auf Modetrends, entwarf einen Safari- und Uniform-Look, durchsichtige Blusen und den Smoking für Frauen. Der Durchbruch gelang ihm 1958 mit seinem Trapezkleid, das den Frauen-Korsetts der Nachkriegszeit ein Ende setzte. Nur eines auf der Welt bedaure der Meister: "Dass nicht ich es gewesen bin, der die Jeans erfunden hat."

Immer der Nase nach

Der Modeschöpfer prägte zusammen mit Christian Dior, Coco Chanel und de Givenchy Jahrzehnte französischer Haute Couture. Der Design-Hexenmeister, homosexuelle Dandy und Multi-Millionär, kurzsichtig und von Depressionen geplagt, sorgte auch in der Welt des Parfüms für Aufruhr. Nur mit seiner Brille bekleidet ließ er sich für seine Duft-Kreation "Homme" 1971 ablichten, sechs Jahre später landete er mit "Opium" einen weltweiten Parfüm-Hit – wobei die Anspielung auf harte Drogen einen werbewirksamen Skandal auslöste.

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