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Filme

Am Ende bleibt die Hoffnung

Der polnische Regisseur Stanislaw Mucha scheute für seinen ersten Spielfilm nicht vor einem großen Titel zurück. "Hope" (Hoffnung) ist nicht nur ein spannender Erpressungskrimi, sondern auch ein bewegendes Familiendrama.

Der junge Fraciszek (Rafal Fudalej) geht in einer filmszene durch die Kirche, hinter ihm hängt das gestohlene Gemälde, (Quelle: AP)

Symbolische Bilderkombinationen spielen in 'Hope' eine große Rolle

Hope erzählt die Geschichte eines jungen Erpressers, der auf der Suche nach Gerechtigkeit ist. Der Jurastudent Franciszek (Rafal Fudalej) dokumentiert den Diebstahl eines Altarbildes aus der Kirche, die er jeden Morgen für seinen Vater, den Organisten, aufschließt. Mit dem Videomaterial erpresst Franciszek den renommierten Kunsthändler Benedikt Weber (Wojciech Pszoniak), der hinter dem Diebstahl steckt. Er ist jedoch nicht auf einen Anteil der Beute aus, sondern will, dass der Übeltäter die Tat wieder gut macht und das Gemälde an seinen alten Platz zurück stellt. Weber versucht daraufhin, Franciszek einzuschüchtern. Doch der gibt die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht auf.

Der Schlüssel liegt in der Vergangenheit

Filmszene aus Hope mit Schauspielern Rafal Fudalej (Franciszek) und Kamilla Baar (Klara), (Quelle: Pandora Film)

'Hope' prüft, wieviel Idealismus noch im Menschen steckt

"Franciszek ist ein Idealist. Er kämpft auf seine eigene Art gegen eine korrupte Welt", sagt Stanislaw Mucha über seine geheimnisvolle Hauptfigur. Der Schlüssel für sein Wesen liegt in der Vergangenheit, denn vor 15 Jahren starb seine Mutter. Seit dem tragischen Unfall ist Franciszek, genauso wie sein Vater (Zbigniew Zapasiewicz), verhärtet. Er hat scheinbar vor nichts Angst, sucht ständig die Gefahr und fordert sein Glück schließlich bis zum Äußersten heraus. Sein Bruder Michal (Grzegorz Artman) versucht hingegen, diesem traumatischen Erlebnis mit Selbstmord zu entfliehen.

Die Schauspielerin Kamilla Baar als Klara in einer Filmszene von 'Hope'

Kann Klara (Kamilla Baar) wieder die Gefühle in Franciszek wecken?

"Mit dem Unfall der Mutter starb die Liebe in der Familie", erklärt Mucha. Franciszeks Erpressungsversuch ist demnach auch ein Versuch, die Liebe wieder zu entdecken und mit der Vergangenheit klarzukommen. Denn wie schon der römische Dichter Ovid sagte: "Hoffnung ist es, die die Liebe nährt". Bei Franciszeks Entdeckungsreise spielt Klara (Kamilla Baar) eine große Rolle. Sie ist nicht nur selbst in das Drama verstrickt, denn sie scheint den Kunstdieb gut zu kennen, sie ist auch hoffnungslos in den Studenten verliebt.

"Hope ist mein Manifest"

"Hope" ist Stanislaw Muchas erster Spielfilm. Einen Namen hat er sich in der Filmbranche bisher mit seinen Dokumentarfilmen "Die Mitte" (2004) und "Absolut Warhola" (2001) gemacht, für die er einige Auszeichnungen erhielt. "Absolut Warhola" wurde unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, "Die Mitte" erhielt den Hessischen Filmpreis. Das Drehbuch für "Hope" stammt von Krzysztof Piesiewicz, langjähriger Co-Autor vom vielfach ausgezeichneten Krzysztof Kieslowski ("Drei Farben"-Trilogie).

Regisseur Stanislaw Mucha, (Quelle: Pandora)

Für Stanislaw Mucha ist der Film 'Hope' eine Weltanschauung

"Hope" lässt mit Absicht viele Fragen offen. "Eine klare Botschaft hat der Film nicht, und wenn, dann würde ich sie nicht verraten", sagt Mucha. Er hofft vielmehr, die Leute mit seinem Film dazu zu bringen, die Antworten selbst zu suchen. "Die Leute reagieren ganz verschieden auf den Film, manche lachen und manche Weinen", erzählt Mucha. Genau das freut ihn. Er möchte noch mehr solche Filme machen, die, wie er zugibt, "nicht für jeden sind". "Hope" ist für ihn sein Manifest, seine Weltanschauung, und darauf ist er stolz. Auch wenn der Film nicht immer nur positive Reaktionen geweckt hat.

Filmemachen um Klischees abzubauen

Filmplakat zum Film 'Hope', (Quelle: Pandora)

'Hope' ist der erste Film einer Drehbuchserie zu der noch 'Glaube' und 'Liebe' gehören

Als Mucha im Sommer "Hope" auf Festivals in Polen vorstellte, wurde ihm vorgeworfen, sein Film sei anti-polnisch. Vielen gefiel nicht, dass Mucha sich in "Hope" auch Witze über polnische Klischees erlaubt, mit denen der in Deutschland lebende Regisseur täglich konfrontiert ist. Die Szene, in der der Kunstdieb ein Auto aus Deutschland kommen lässt, um das Auto, das er in die Luft gejagt hat um Franciszek einzuschüchtern, zu ersetzen, gefiel den Landsleuten überhaupt nicht. "Man muss aber auch mal über sich selbst lachen können", sagt Mucha.

Für ihn ist Filmemachen auch eine Art zu kommunizieren, um Klischees abzubauen. "Ich gewöhne die Deutschen daran, dass Polen nicht nur Autos klauen, sondern auch Filme machen können." "Hope" ist der erste aus einer Serie von drei Drehbüchern von Krzysztof Piesiewicz. Die zwei weiteren, "Glaube" und "Liebe", hofft Mucha noch drehen zu können. Damit, sagt er, wäre seine Weltanschauung komplett.

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