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Film

Am Anfang war das Licht

Unmöglich, das gibt´s nicht, alles Schwindel - das werden wohl die meisten Menschen sagen, wenn sie mit dem Phänomen der "Lichtesser" konfrontiert werden. Was sich dahinter verbirgt, erklärt ein Dokumentarfilm.

Großbild von Yogi Mataji Prahlad Jani (Foto: Movienet Film)

Yogi "Mataji" Prahlad Jani

Ist es möglich, ohne Nahrung zu leben? Diese Frage kann vorhandene Weltbilder erschüttern, macht Skeptiker wütend und bringt uns in Grenzbereiche der Wissenschaft. Denn nicht nur Yogis behaupten, sie brauchten weder Essen noch Trinken. Auch in der westlichen Welt, in der sich doch (fast) alles logisch erklären lässt, gibt es Menschen, die von sich sagen, dass sie dauerhaft auf Nahrung verzichten können. Der Wiener Journalist Peter-Arthur Straubinger war fasziniert und zugleich überrascht, dass es so wenig fundierte Informationen zu dem Thema gibt, als er mit der Recherche zu seinem Film begann.

Er reiste einmal um die Welt, mit einer kleinen Kamera und zeichnete seine Interviews mit den verschiedensten Akteuren auf. Er sprach mit Wissenschaftlern und mit Menschen, die selbst Erfahrung mit Lichtnahrung gemacht haben, um eine Antwort auf die spannende Frage zu finden, ob es das wirklich gibt. Ursprünglich waren diese Aufnahmen nur als Arbeitsgrundlage gedacht. Doch nun finden sich viele dieser Ausgangsinterviews auch im Kinofilm wieder.

Mann sitzt auf Wiese - Szene aus Am Anfang war das Licht (Foto: Thimfilm)

Scharlatan oder ernstzunehmender Meditationslehrer: der Hira Ratan Manek

Straubinger hat sich zehn Jahre mit dem Phänomen beschäftigt und ist mittlerweile davon überzeugt, dass es tatsächlich Menschen gibt, die auf Essen verzichten können. Und er hat auch herausgefunden, warum nicht schon vor ihm jemand das Thema entsprechend aufgearbeitet hat: "Die meisten Menschen, die das betreiben, haben Angst, in die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie dann als Betrüger und Scharlatane abgestempelt werden." Und weil sie es eigentlich gar nicht nötig haben, die Öffentlichkeit von irgendetwas zu überzeugen, machen sie kein großes Ding daraus. Es sei denn, sie heißen Jasmuheen, die als Lichtnahrungs-Guru gilt, und die mit ihren Büchern und Seminaren auch nicht schlecht verdienen dürfte.

Phänomen mit Tradition: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Egal, wie man das Phänomen nennt, ob Bigu, Prana oder Lichtnahrung – unterschiedliche Kulturen haben verschiedene Worte dafür, weil der bewusste Verzicht auf Nahrung eine lange Tradition hat und nicht erst mit Esoterikbuchhandlungen und Yogaschulen nach Europa kam: "Zum einen gibt es eine Unzahl von anekdotischen Berichten, hinweg über alle Zeiten, Religionen und Kulturen", meint der Filmemacher Straubinger "und auch die skeptische Überprüfung solcher Berichte gehörte schon immer dazu".

Schon Ludwig II ließ die Wassertrinkerin von Frasdorf in eine Münchner Klinik einsperren und im Untersuchungsbericht hieß es, dass es sich nicht um Betrug handelte. Auch die bayrische Magd Therese von Konnersreuth (1898 - 1962) soll viele Jahre lang nichts außer der Heiligen Kommunion zu sich genommen haben.

Paar mit Hund beim Spaziergang - Szene aus Am Anfang war das Licht (Foto: Movienet Film)

Ein Wissenschaftler, der Lichtnahrung probiert: Dr. Michael Werner und seine Frau Angelika

Doch Straubinger gab sich nicht mit historischen Beispielen zufrieden, die nicht mehr zu überprüfen sind. Dabei ist das Thema für heutige Wissenschaftler fast ein Tabu. Denn sie stoßen unweigerlich an die Grenzen des wissenschaftlich Erklärbaren. Moderne Studien, wie sie von indischen Medizinern am Yogi Prahlad Jani gemacht wurden, der sich freiwillig zwei Wochen lang einer stationären Untersuchung unter Videoüberwachung aussetzte, beweisen: Dieser Mensch kommt ohne Nahrung und Wasser aus, er geht nicht zur Toilette - und das bei normalen Blutwerten und ohne nennenswerten Fettabbau. Wenn nicht ein ganzes Medizinerteam geschwindelt hat, dann gibt es also das Phänomen Lichtnahrung.

Es bleibt die Herausforderung, diese unglaublich erscheinende Tatsache zu erklären. Im Film kommen Biologen und Quantenphysiker, Mediziner und Ernährungswissenschaftler zu Wort. Für die Menschen, die selbst nichts mehr essen, ist die Frage, warum Lichtnahrung funktioniert, allerdings nicht so sehr ein Thema wie für ihre Umwelt. Selbst ein Chemiker findet sich unter den Lichtessern und er stellt im Film lapidar fest: "Es geht mir einfach gut, seit ich nichts mehr esse".

Warnung vor Selbstversuchen

Straubinger sprach auch mit der Buchautorin Jasmuheen, die in ihren Büchern einen 21-Tage-Prozess als Anleitung zur Nahrungslosigkeit beschreibt. Der Film "Am Anfang war das Licht" warnt vor ehrgeizigen Selbstversuchen, die tödlich enden können. Denn meist tritt die Nahrungslosigkeit als Begleiterscheinung eines Bewusstseinszustandes auf, der zum Beispiel durch regelmäßige Meditation zustande kommt. Daran knüpft auch die Theorie von Dean Rading an. Er ist Bewusstseinsforscher, der sich mit Parapsychologie und Telepathie beschäftigt: "Bewusstsein scheint ein organisierendes Prinzip zu sein. Was wir wirklich brauchen, um zu überleben, scheint geordnete, organisierte Energie zu sein. Wir konsumieren sie normalerweise mit unserem Essen, in Pflanzen und indirekt auch in tierischer Nahrung mit der darin gespeicherten Sonnenenergie. Und im extremsten Fall reicht dann vielleicht nur die Intention, um diese organisierte Energie aus der Umgebung aufzunehmen, um physisch zu überleben."

Mann erklärt im Labor etwas - Szene aus Am Anfang war das Licht (Foto: Movienet)

Viele Wissenschaftler äußern sich zum Thema, hier: Dr. Wolfgang Marktl, Ernährungsphysiologe

Was darf die Wissenschaft?

Das Phänomen Lichtnahrung bleibt ein Rätsel. Doch Straubinger geht es in seinem Dokumentarfilm auch darum, wie Wissenschaftler reagieren, wenn das scheinbar Unmögliche in Studien untermauert wird. Er will darauf aufmerksam machen, wie schwierig es ist, neue Gedankenmodelle zuzulassen, ohne die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit zu untergraben. Eigentlich geht es in dem Film nicht nur um das Aufsehen erregende Thema "Lichtnahrung", sondern auch darum, die klassische materialistische Weltsicht zu hinterfragen.

Autor: Renate Heilmeier

Redaktion: Jochen Kürten

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