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Aktuell Deutschland

Altkanzler Schmidt erhält Preis der Atlantik-Brücke

Kanzlerin lobt Altkanzler: Zum 60-jährigen Bestehen der Atlantik-Brücke hat Helmut Schmidt den Warburg-Preis entgegengenommen. Kanzlerin Merkel hielt die Festrede auf den SPD-Politiker, der für noch mehr Europa warb.

Altkanzler Helmut Schmidt bei der Entgegennahme des Warburg-Preises in Berlin (Foto: Reuters)

Verleihung des Preises der Atlantik-Brücke an Helmut Schmid

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt ist für sein Engagement in den deutsch-amerikanischen Beziehungen mit dem Eric-M.-Warburg-Preis des Vereins Atlantik-Brücke ausgezeichnet worden. Der 93-Jährige erhielt den Preis am Montag in Berlin bei einem Festakt anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Organisation, die sich für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten einsetzt.

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Rede Helmut Schmidt

In ihrer Festrede sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schmidt habe die deutsch-amerikanische Partnerschaft "immer wieder belebt und auch ganz persönlich gelebt". Die CDU-Vorsitzende betonte auch die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Partnerschaft auch in Zeiten der Globalisierung. "Wir brauchen einander", sagte die Kanzlerin, die selbst Mitglied der Atlantik-Brücke ist. "Wenn wir unsere Werte und Interessen behaupten wollen, müssen wir gemeinsam daran arbeiten." Der amerikanische Wunsch nach einer besseren Lastenverteilung mit Europa sei "durchaus nachvollziehbar", betonte Merkel.

Der Altkanzler zählte zu den ersten Mitgliedern der Atlantik-Brücke, die im Sommer 1952 in Hamburg gegründet wurde. Inzwischen gehören dem Verein zur Förderung der deutsch-amerikanischen Partnerschaft etwa 500 Mitglieder an. Darunter sind zahlreiche Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Medien.

Schmidt wirbt für europäische Integration

Schmidt rief in seiner Dankesrede das Bundesverfassungsgericht auf, sich zu einem klaren Europa-Kurs zu bekennen. Angesichts der Schuldenkrise seien "Entschlusskraft und Opferbereitschaft dringend geboten". Der SPD-Politiker sagte mit Blick auf die anhängigen Eilklagen in Karlsruhe gegen den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM und den europäischen Fiskalpakt: "Man muss sein Herz über die Hürde werfen. Das gilt ganz gewiss auch für uns Deutsche und ganz gewiss auch für das Bundesverfassungsgericht."

Ausdrücklich bekannte sich der SPD-Politiker zu einer verstärkten Zusammenarbeit in Europa und verwies dabei auf den Artikel 23 des Grundgesetzes, der Deutschland den klaren Auftrag gebe, für die Integration der EU zu arbeiten. "Von einem Vorrang deutschen Interesses ist dort keine Rede."

"Sternstunde für die Atlantik-Brücke"

Als Vorsitzender der Atlantik-Brücke erklärte Friedrich Merz, Schmidt habe die Geschichte der deutsch-amerikanischen Freundschaft entscheidend mitgeprägt. Der SPD-Politiker habe sich auch in schwierigen Zeiten eingesetzt und sei dabei nie um ein offenes Wort verlegen gewesen. Die Annahme des Preises durch Schmidt sei eine "Sternstunde für die Atlantik-Brücke".

Der undotierte Preis erinnert an den Bankier Eric M. Warburg, der die Atlantik-Brücke mitgegründet hat. Frühere Preisträger waren unter anderem der ehemalige US-Präsident George Bush, Altkanzler Helmut Kohl (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

kle/ml (dpa, rtr, dapd)

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