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Kultur

Alternde Experten auf Reise

Der Senior-Experten-Service SES feiert 25-jähriges Bestehen. Die Stiftung bietet 7500 Ruheständlern die Möglichkeit, Wissen an andere im In- und Ausland weiterzugeben. Rolf Wenkel hat einen von ihnen besucht.

Wolfgang Kuchenbecker Copyright: SENIOR EXPERTEN SERVICE (SES)

Reisender Senior-Experte: Wolfgang Kuchenbecker, hier bei einer Firma in Albanien

So wie Wolfgang Kuchenbecker ist es vielen Senior-Experten ergangen. Nach seiner Pensionierung widmete sich der rüstige Rentner erst einmal ausgiebig seinen Hobbys, seinem Garten, seiner Familie. Er spielte Tennis und lernte Golf. Doch irgendwann reichte ihm das alles nicht mehr – er wollte sich irgendwie nützlich machen. "Damals habe ich von Freunden gehört, die bei der SES tätig waren und habe mich gefragt, ob ich mir das auch vorstellen könnte", erzählt er. "Ich schickte meine Bewerbung hin und bekam meinen ersten Einsatz 2002 in Marokko. Weitere Einsätze folgten - bis heute."

Wolfgang Kuchenbecker ist gelernter Lebensmittel-Techniker. 20 Jahre arbeitete er in der Produktion einer Feinkost-Fabrik, danach entwickelte er für seine Firma neue Produkte. Das waren willkommene Voraussetzungen, um in Entwicklungsländern eine Produktion zur Veredelung und Haltbarmachung von Lebensmitteln aufzubauen.

Fach- und Führungshilfe

"Die Strukturen sind natürlich nicht so wie in Deutschland," erzählt Kuchenbecker. "Aber die Länder wollen haltbare Lebensmittel herstellen, ein Exportgeschäft aufbauen und sind deshalb mit harten Bestimmungen konfrontiert. Die elementaren Fragen muss man dann dem Führungspersonal nahe bringen, dass die auch verstehen, worauf es ankommt."

Sein zweiter Einsatz hat ihn 2003 nach Cochabamba in Bolivien geführt. SES schickte ihn wieder in einen mittelständischen Lebensmittelbetrieb, bei dem er sich schnell wie zuhause fühlte. Bezahlt wurde er nie – wie alle anderen Senior-Experten auch nicht. Aber belohnt wurde er reichlich: mit neuen Eindrücken in fremden Ländern und Kulturen.

Belohnung ohne Geld

Copyright: SENIOR EXPERTEN SERVICE (SES)

Die Senioren helfen in allen Bereichen: Hier assistiert eine SES-Expertin in Rumänien bei der Friseur-Ausbildung.

Das Geld spiele eigentlich keine Rolle, sagt Kuchenbecker, die Arbeit sei ehrenamtlich. Die Reisen bezahle der SES, die Kosten für die Unterkunft trage der Auftraggeber. Aller Firmen hätten sich sehr viel Mühe gegeben, Land und Leute zu zeigen, so dass es neben der beruflichen Arbeit ein gutes Besuchsprogramm gab.

13 Einsätze in zehn Ländern hat Kuchenbecker hinter sich. Er war in China, Saudi-Arabien, Albanien, Bulgarien und in Armenien. Nun ist er 73 Jahre alt und bereitet sich auf seinen 14. Einsatz vor.

So ähnlich wie Majonnaise

Die Reise führt ihn dieses Mal nach Amman in Jordanien zu einer Firma, die Homos Tahina, also Kichererbsen in Sesamöl herstellt. "Das findet man überall in Mittelost. Man streicht es aufs Fladenbrot oder dippt es mit Gemüsen - ähnlich wie Majonnaise", erzählt er und beschreibt die Herausforderung seines Aufenthalts: "Homos Tahina wird in der Regel morgens frisch gemacht und muss bis zum Abend gegessen werden. Wir wollen Homos Tahina so weiterentwickeln, dass es haltbar auf den Markt gebracht werden kann."

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