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Wissen & Umwelt

Alternativer Nobelpreis für Bill McKibben

Journalist, Buchautor, Umweltaktivist. Der Amerikaner Bill McKibben ist ein Schwergewicht beim Kampf gegen die Klimakrise. Am 1. Dezember erhält er für sein Engagement den Alternativen Nobelpreis.

Die Boston Globe beschrieb Bill McKibben schon 2010 als den "wahrscheinlich führenden Umweltaktivisten der Nation". Jetzt wird er für die "erfolgreiche Mobilisierung einer wachsenden zivilgesellschaftlichen Bewegung" gegen den Klimawandel weltweit ausgezeichnet. Dabei hatte Bill McKibben zu Beginn seiner Karriere gar nicht vor, diese Rolle zu übernehmen.

Geboren wurde Bill McKibben 1960 in Kalifornien (USA). Nach seinem Studium an der Harvard-Universität startete er seine Berufslaufbahn als Journalist. Wenige Jahre später – im Alter von 29 Jahren – gelang ihm als Autor der weltweite Durchbruch. Sein Buch "The End of Nature" gilt als eines der ersten Werke, die das Thema der globalen Erwärmung einem weltweiten Publikum zugänglich machen. In der Folge wurde es in zwanzig Sprachen übersetzt.

Auch danach gelang Bill McKibben immer wieder der Sprung auf die amerikanische Bestseller-Liste. So zum Beispiel mit "Deep Economy: the Wealth of Communities and the Durable Future" (2007), das sich für den Übergang in eine zunehmend lokalisierte Wirtschaft ausspricht, aber auch mit "Earth: Making a Life on a Tough New Planet", in dem er sich erneut mit dem Klimawandel beschäftigt.

Demonstration für Klimaschutz in Washington

McKibben begründete eine neue, weltweite Klimabewegung.

125.000 "Likes" für die Aufdeckung der Kohlenstoff-Blase

Auch in den Sozialen Netzwerken sorgen die Texte von McKibben für Aufsehen. Sein Artikel "Global Warming's Terrifying New Math" aus dem "Rolling Stone" erhielt 125.000 Gefällt-mir-Klicks auf Facebook. In diesem Artikel prägte er auch den Begriff der Kohlenstoffblase, der heute wie selbstverständlich Teil der öffentlichen Debatte ist.

Unter der Kohlenstoffblase versteht man die Spekulationsblase, die sich aus dem Widerspruch von politischem Willen und wirtschaftlichen Handeln ergibt: Um nämlich einen Anstieg der Erderwärmung um mehr als zwei Grad Celsius zu verhindern, müssten die bekannten Reserven an Öl und Gas ungenutzt bleiben – dies würde aber den Wert zahlreicher Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft erheblich mindern.

Vom Autor zum Aktivisten

Eigentlich – so wird McKibben 2012 im Boston Globe zitiert – habe er immer daran geglaubt, dass andere eine politische Basisbewegung in Sachen Klimaschutz ins Leben rufen würden. Tatsächlich war es aber McKibbben selbst, der 2006 die Geduld verlor und erstmals in großem Maße aktiv wurde.

2006 organisierte er in Vermont einen Fünftages-Marsch von 1000 Menschen mit dem Ziel, eine Verpflichtung von Politikern auf eine 80prozentige Reduzierung von Kohlenstoffemissionen zu erreichen – mit Erfolg: Denn am Ende des Fußmarsches hatten viele Politiker konkrete Umsetzungen in Aussicht gestellt.

Ein Jahr später gründete McKibben gemeinsam mit Studenten die Initiative Step It UP. Mithilfe des Internets mobilisierte die Organisation an etwa 1400 Orten Demonstrationen und Events – alle mit dem Ziel, den Kongress dazu zu bewegen Kohlenstoffemissionen um 80-prozentige Reduzierung zu reduzieren. Auf diese Weise entstand eine neue Bürgerbewegung – überall zeigten sich lokale Zusammenschlüsse. Die öffentliche Aufmerksamkeit, die dem Thema plötzlich entgegengebracht wurde, war enorm.

350 Action Camp, Cape Town, South Africa

Internationaler Aktionstag für den Klimaschutz - organisiert von 350.org

Ermutigt von diesem Erfolg gründete McKibben zusammen mit Mitstreitern auch eine weitere Organisation: 350.org. Das Aktionsbündnis mobilisiert Menschen weltweit, um sich für den Klimaschutz einzusetzen. Für die "Graswurzelorganisation", wie sich das Bündnis selbst nennt, sind mittlerweile Menschen aus 188 Ländern aktiv. Vor allem durch Internetkampagnen und öffentliche Großaktionen schafft es 350.org, politischen Druck von unten aufzubauen. Und für die Notwendigkeit eines raschen Handelns in der Klimapolitik öffentlich zu werben.

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