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Menschenrechte

Alternativer Nobelpreis erstmals an Palästinenser

In Stockholm sind Menschenrechts- und Umweltaktivisten aus vier Ländern mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Erstmals ging der renommierte Right Livelihood Award an einen Palästinenser.

Für ihren Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt hat die Right Livelihood Award Foundation am Donnerstag in der schwedischen Hauptstadt vier "mutige und tatkräftige" Menschen ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die hierzulande als "Alternativer Nobelpreis" bekannter ist, ehrt die gemeinnützige Stiftung Menschen und Initiativen, "die Lösungen für die dringendsten Probleme unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen".

Zum ersten Mal erhielt mit dem Menschenrechtsanwalt Radschi Surani ein Palästinenser die Auszeichnung. Damit wurde "sein beharrliches Engagement für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit unter extrem schwierigen Bedingungen" in Palästina und der arabischen Welt gewürdigt. Im Gazastreifen dokumentiere Surani Menschenrechtsverletzungen, vertrete Opfer und bilde inzwischen auch syrische Juristen aus. "Die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit in allen arabischen Ländern zu verbreiten, das ist schon eine fantastische Multiplikatorwirkung", sagte der Geschäftsführer der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll.

Engagement gegen Chemiewaffen gewürdigt

Der US-Amerikaner Paul Walker bekommt den Preis als "einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen". Walker ist Direktor der Umweltorganisation Green Cross. Durch seinen Einsatz seien schon Zehntausende Tonnen chemischer Waffen aus sechs nationalen Arsenalen sicher vernichtet worden, erklärte die Stiftung. Jetzt konzentrierten sich seine Bemühungen auf den Beitritt der übrigen Staaten zu dem Pakt. Syrien soll am 14. Oktober Mitglied werden.

Den Arzt Denis Mukwege Demokratischen Republik Kongo ehrt die Stiftung "für seine langjährige Arbeit, Frauen, die sexuelle Kriegsgewalt überlebt haben, zu heilen, und für seinen Mut, die Ursachen und Verantwortlichen zu benennen". Mukwege wird seit Jahren auch als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt.

Der kongolesische Arzt Denis Mukwege (Foto: 
www.rightlivelihood.org)

Denis Mukwege erhielt die Auszeichnung, weil er vergewaltigten Frauen hilft

Eine vierte Auszeichnung geht an den Schweizer Agrarforscher Hans R. Herren. Die Jury ehrte ihn, "weil er mit wissenschaftlicher Expertise und bahnbrechender praktischer Arbeit einer gesunden, sicheren und nachhaltigen globalen Nahrungsversorgung den Weg bahnt". Der Gründer der Stiftung Biovision hat laut Stiftung mit einem biologischen Programm zur Schädlingsbekämpfung in Afrika "Millionen von Menschen das Leben gerettet".

Die vier Preisträger stünden für "die Sicherung der Grundlagen menschlichen Lebens", sagte der Stiftungsgeschäftsführer. "Die Welt sollte nicht mit Problemen leben, von denen wir wissen, wie wir sie lösen können. Diese vier Männer, deren Vision, Mut und Engagement wir heute auszeichnen, zeigen, wie diese Lösungen aussehen."

Hohes Preisgeld

Jeder Preisträger erhält umgerechnet rund 57.000 Euro. Die Stockholmer Stiftung konnte in diesem Jahr aus 94 Kandidaten aus 48 Ländern wählen. Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 von dem deutsch-schwedischen Publizisten und späteren Europa-Abgeordneten Jakob von Uexküll als Alternative zu den traditionellen Nobelpreisen ins Leben gerufen.

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Nobelpreise der anderen Art

Über die Vergabe entscheidet eine internationale Jury. Die Preisverleihung findet am 2. Dezember im schwedischen Reichstag statt. Anders als die Nobelpreise kennt der Right Livelihood Award keine Kategorien.

kle/hf (dpa, afp, epd, kna, www.rightlivelihood.org)

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