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Amerika

Alternativen gesucht

Politiker aus Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) beraten in Jekaterinburg über eine Reform des internationalen Finanzsystems. Schon im Vorfeld hat Russlands Präsident eine neue Welt-Leitwährung gefordert.

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Der chinesische Präsident Hu Jintao bei seiner Ankunft in Jekaterinburg

Im russischen Jekaterinburg sind heute (16.06.2009) Politiker der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) zu ihrem ersten gemeinsamen Gipfel zusammengetroffen. Den Regierungsvertretern geht es um ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen die Finanzkrise und um eine Reform des internationalen Finanzwesens. Sie wollen zudem ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf der internationalen Bühne verstärken und ein Gegengewicht zu den USA bilden.

Plädoyer für eine neue Leitwährung

Der russische Präsident Dimitri Medwedew forderte Alternativen zum Dollar als weltweiter Reservewährung. "Wir müssen das internationale Währungssystem stärken, nicht nur mittels einer Konsolidierung des Dollars, sondern über die Schaffung neuer Reservewährungen", sagte Medwedew. Russland und China haben die Diskussion über eine neue Welt-Leitwährung in letzter Zeit forciert. Beide Länder hatten zudem angekündigt, den Anteil an US-Staatsanleihen an ihren Devisenreserven vermindern zu wollen. Im Gespräch ist ein internationales Währungssystem, das sich stärker auch an anderen Währungen ausrichten sollte. Auf dem BRIC-Gipfel soll es aber auch um regionale Krisen, den Kampf gegen den Terrorismus, Energie und Lebensmittelsicherheit gehen.

Der Begriff "BRIC" für Brasilien, Russland, Indien und China wurde zuerst 2001 von dem Goldman-Sachs-Ökonomen Jim O'Neill gesprägt, der damit den wachsenden Einfluss der Schwellenländer beschrieb. Die BRIC-Länder machen zurzeit 15 Prozent der Weltwirtschaft aus. Nach Goldmann-Sachs-Prognosen könnten sie zusammen in 20 Jahren mit ihrer gemeinsamen Wirtschaftskraft aber die sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) in den Schatten stellen.

Gipfel der asiatischen Staaten

SCO-Treffen in Jekaterinburg

Russlands Präsident Medwedew (rechts) begrüßt seinen iranischen Kollegen Ahmadinedschad

Zeitgleich zum BRIC-Gipfel sind in Jekaterinburg Vertreter der Shanghaier Organisation der Zusammenarbeit (SOC) zusammengekommen. Der Organisation gehören sechs Staaten an: Russland, China, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Auch die Präsidenten von Afghanistan, Indien und Pakistan kamen zu den Beratungen. Der russische Präsident begrüßte außerdem den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der wegen der Proteste gegen seine Wiederwahl mit einem Tag Verspätung anreiste. Der Iran hat Beobachterstatus beim SOC. (aa/ahe/afp/ap/rtr)




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