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Politik

Alte neue Verbündete

Bei seinem Antrittsbesuch bei US-Präsident George W. Bush hat der britische Premierminister Gordon Brown die "historische Partnerschaft" zwischen beiden Ländern bekräftigt. Von Rückzugsplänen aus dem Irak keine Rede.

US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Gordon Brown im Golfcart in Camp David (Quelle: AP)

Weltpolitik im Golfcart

London werde seinen Verpflichtungen im Irak weiter nachkommen, versicherte Brown bei seinem Antrittsbesuch als britischer Regierungschef beim US-Präsidenten in Camp David am Montag (30.7.). Beide Politiker betonten die "überragende Bedeutung" der bilateralen Beziehungen, Brown sprach von der "historischen Partnerschaft", die es weiter zu stärken gelte.

US-Präsident George W. Bush (r.) und der britische Premierminister Gordon Brown in Camp David (Quelle: AP)

Alte Bündnisse bekräftigt

"Wir haben die Verpflichtung, für Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt zu kämpfen", sagte Bush. Brown teile diese Sicht. Der Westen stehe vor den "ersten Kapiteln eines ideologischen Kampfes", sagte Bush. Heute gelte es, "die jungen Demokratien im Irak und in Afghanistan" zu verteidigen. Der Erfolg in diesen Ländern sei entscheidend, um die Feinde der "universellen Werte" von Freiheit und Gerechtigkeit zu besiegen. Brown sprach von einem "Generationen langen Kampf gegen den Terrorismus", in dem sich die Welt befinde. Er und Bush seien sich völlig einig über die Bedeutung dieses Kampfes.

Kein Rückzug aus dem Irak

Im Irak sei es zwar das Ziel, die Verantwortung für die innere Sicherheit "Schritt für Schritt" an die irakische Regierung abzutreten, betonte Brown. Über den Stand der Fortschritte im Sicherheitsbereich im Irak müssten allerdings die britischen und amerikanischen Militärs vor Ort urteilen. Weder Brown noch Bush sprachen direkt über einen Zeitpunkt für einen Truppenabzug aus dem Irak.

Britische Soldaten in Basra (Quelle: AP)

Brown: 'Kein baldiger Rückkzug aus dem Irak'

Beide traten jedoch Spekulationen entgegen, ihr Verhältnis sei wegen des schwierigen Einsatzes im Irak gestört. Brown betonte, er habe keinen Zweifel, dass das Terrornetzwerk El Kaida im Irak agiere. Die britischen Einsatzkräfte zögen sich erst dann "aus dem Kampf zurück", wenn die irakische Armee "stark genug ist, sich dieser Bedrohung entgegenzustellen". Zuvor hatte sein Sprecher Berichte zurückgewiesen, London wolle bald seine 5500 Soldaten abziehen. Der US-Präsident machte deutlich, dass er mit dem Beistand der Briten rechne: "Ich habe keine Zweifel, dass Gordon Brown versteht, dass ein Scheitern im Irak eine Katastrophe für die Sicherheit unserer beiden Länder wäre."

Politischer Rundumschlag

Die zentralen Themen des zweitägigen Treffens in Camp David waren neben den Kriegsschauplätzen und dem Terrorismus auch die Lage im Nahen Osten, der Atomkonflikt mit dem Iran, der Kampf gegen die Armut, die globale Klimaerwärmung und die Krise in der westsudanesischen Region Darfur. Die Situation in Darfur sei derzeit "die größte humanitäre Katastrophe in der Welt", betonte Brown. Der Druck auf den Sudan müsse weiter erhöht werden, um die Gewalt zu beenden, die bereits zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben und 200.000 Tote gefordert habe. Bush sprach erneut vom "Völkermord" im Darfur, der beendet werden müsse.

Flüchtlingslager in Darfur (Quelle: AP)

Transatlantisches Thema: Sie Situation in Darfur

Brown war unter erheblichem öffentlichen Druck nach Camp David gereist. Sein Amtsantritt vor einem Monat hatte bei den Kritikern seines Vorgängers Blair die Hoffnung genährt, er werde eine Wende in der britischen Irak-Politik einleiten, zumal in Browns Kabinett mehrere Irakkrieg-Skeptiker vertreten sind. Außerdem forderten britische Zeitungen am Montag ein selbstbewusstes Auftreten Browns gegenüber Bush, um sich von seinem Vorgänger Tony Blair abzugrenzen.

Brown vermied aber den Bruch mit Blairs Linie, dessen enge Beziehung zu Bush in Großbritannien sehr unpopulär war. Das Verhältnis zu den USA sei die "wichtigste bilaterale Beziehung" Großbritanniens, die sich auf die gemeinsamen Werte der Freiheit und der Würde des Einzelnen gründe, sagte Brown bei den Treffen. Er sei immer ein Atlantiker und großer Bewunderer des amerikanischen Unternehmergeistes gewesen.

Brown plant im Verlauf seiner Reise noch weitere Gespräche mit Senatoren und Abgeordneten des US-Kongresses. Am Mittwoch (1.8.) wird Brown auch eine Rede vor den Vereinten Nationen in New York halten. (ina)

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