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Kultur

Alte Männer und digitale Mammuts

2007 war ein schwaches Kinojahr, umso mehr richten sich die Hoffnungen 2008 auf Kassenmagneten wie Steven Spielberg und Ronald Emmerich, James Bond und ein weiteres Abenteuer von Harry Potter.

Tom Cruise in der Rolle des gescheiterten Hitler-Attentäters Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einer Szene des Films 'Valkyrie', Foto: AP

'Valkyrie': Kassenmagnet dank Presserummel?

Zu den am meisten erwarteten Filmen des Jahres 2008 dürfte Steven Spielbergs Fortsetzung seiner "Indiana Jones"-Saga zählen, dessen Start für den 22. Mai angesagt ist. Außer dem klingenden Titel "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" hält der Meister jedoch alle weiteren Details über die Geschichte unter Verschluss. Aber die Handlung ist für Kinofans ohnehin sekundär, warten sie doch vor allem auf ein Wiedersehen mit Harrison Ford in seiner bekanntesten Rolle. Offenbar hatte Spielberg selbst jedoch Zweifel daran, dass das Publikum sich noch für die Abenteuer eines 65-jährigen Peitschenschwingers in Safarikleidern interessieren könnte und stellte Ford deshalb den 21-jährigen Shooting-Star Shia LaBeouf aus "Transformers" zur Seite.

Filmszene aus 'Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull', Foto: dpa

Indiana Jones reitet wieder

Auch Sylvester Stallone will es noch einmal wissen: Nach 20 Jahren ballert sich "John Rambo" ab dem 14. Februar wieder durch den Dschungel. Dieses Mal schickt der 61-Jährige seinen Vietnam-Veteranen nach Birma, um eine Gruppe amerikanischer Menschenrechtler zu befreien. Erste Ausschnitte künden von einem überaus blutigen Action-Abenteuer: Wer davon nichts hält, kann auf "Son of Rambow" warten. Garth Jennings inszenierte die satirische, in den frühen 80er Jahren spielende Coming-of-Age-Geschichte eines wohlbehüteten Jungen, der nach dem Genuss eines Rambo-Videos heimlich anfängt, eigene Actionfilme zu drehen.

"Valkyrie“ dank Presserummel zum Kassenmagnet?

Einen ganz anderen Kampf hatte Hollywoodstar Tom Cruise auszufechten, noch bevor die Dreharbeiten zum Projekt "Valkyrie" in Deutschland begonnen hatten. Erst diskutierte halb Deutschland, ob Cruise als bekennender Scientologe den Widerständler Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielen dürfe, dann verweigerte ihm die Politik die Drehgenehmigung im historischen Berliner Bendlerblock. Schließlich wurde die Erlaubnis doch erteilt, doch ein Großteil der im Bendlerblock gedrehten Szenen musste wiederholt werden, weil das Filmmaterial beim Entwickeln vernichtet wurde. Als auch noch elf Statisten beim Dreh von einem Lastwagen fielen, stellte „Valkyrie“ den inoffiziellen Rekord für Vorabpresserummel auf. Bryan Singers Widerstandsdrama mit Tom Cruise muss ab Oktober beweisen, ob es den Vorschusslorbeeren standhalten kann.

Die Filmszene aus 'Tintenherz' zeigt Mo (M., Brendan Fraser) und seine Tochter Maggie (Eliza Bennett), Foto: dpa

Von Fanatsyfans schon sehnlichst erwartet: Die Verfilmung von Cornelia Funkes 'Tintenherz'



Außer Stallone, Spielberg und Cruise melden sich 2008 auch der Zauberlehrling Harry Potter und Agent 007 zurück: "Harry Potter und der Halbblutprinz“ mit Daniel Radcliffe läuft am 20. November an und ist bereits Teil sechs der Fantasy-Reihe und James Bond wird sich durch sein 22. Filmabenteuer schlagen. Die Dreharbeiten beginnen noch im Januar, der Titel steht noch nicht fest. Fest gebucht ist aber der Brite Daniel Craig, der zum zweiten Mal im Dienste ihrer Majestät stehen wird, der Schweizer Marc Forster („Monster´s Ball“) wird Regie führen.

Emmerich jagt digitale Mammuts

Auch die deutsche Auswanderergemeinde Hollywood war produktiv: Der August beschert der Fantasyfans die lang erwartete Verfilmung des Bestsellers "Tintenherz" von Cornelia Funke. Am 6. März gibt es ein Wiedersehen mit Erfolgsregisseur Roland Emmerich: Nach einer Schaffenspause und der Hilfestellung als Produzent für Marco Kreuzpaintners Film "Trade“ beamt uns Emmerich in seinem Abenteuerdrama "10.000 B.C." mit jeder Menge digitaler Tricks in die Urzeit zurück, in der die Menschen noch Mammuts jagten. Im September stellt der deutsche Regisseur Tom Tykwer seinen ersten US-Film mit dem Titel "The International" mit Clive Owen und Naomi Watts vor, der von einem Interpol-Agenten handelt, der eine in Waffengeschäfte verstrickte Finanzgruppe überführen will.

Die Schauspieler Armin Mueller-Stahl und Iris Berben bei den Dreharbeiten zum Kinofilm 'Buddenbrooks - Ein Geschäft von einiger Grösse', Foto: dpa

Starttermin Weihnachten 2008: Die Buddenbrooks als Verfilmung



Künstlerische Ereignisse versprechen in den ersten Monaten 2008 neue Filme der Regisseure Wong Kar-Wai ("My Blueberry Nights"), Mike Nichols ("Der Krieg des Charlie Wilson"), Paul Thomas Anderson ("There will be Blood") und Mike Newell ("Die Liebe in den Zeiten der Cholera"). Als ein Kinohöhepunkt des kommenden Jahres kann schon jetzt der herausragende spanische Film "Das Waisenhaus", der am 14. Februar startet, betrachtet werden. Das Debütwerk des jungen Katalanen Antonio Bayona ist der große Favorit bei der Oscar-Vergabe 2008 für den besten nicht englischsprachigen Streifen.

Deutsche Produktionen setzen auf Buch-Verfilmungen

Auch die einheimische Filmproduktion lässt 2008 auf besondere Leinwanderlebnisse hoffen: Max Färberböck bringt den Bestseller "Anonyma - Eine Frau in Berlin" auf die Leinwand, Uli Edel zeigt "Der Baader-Meinhof-Komplex", das spektakluläre Bergsteigerdrama "Nordwand" von Philipp Stölzl wird in die Kinos ebenso kommen wie Hermine Huntegeburths Neuverfilmung des Klassikers "Effi Briest".

Ganz am Ende 2008 mit dem vorgesehenen Starttermin am 25. Dezember wird Heinrich Breloers Kinoversion von Thomas Manns Meisterwerk "Die Buddenbrooks" ein Filmjahr beschließen, das der deutschen Produktion nach der Flaute 2007 wieder größere Erfolge beim Publikum wie bei der Kasse bringen soll.

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