1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Als es Schokolade regnete

Vor 60 Jahren begann die Berlin-Blockade. Stalin wollte die Stadt aushungern, aber die West-Alliierten retteten die Stadt mit einer Luftbrücke von Westdeutschland zum Berliner Flughafen Tempelhof.

Ein alter Mann steht vor einem Flugzeug und lacht in die Kamera

Mr. "Rosinenbomber" Gail Halvorsen vor einem alten Flugzeug

Die Stadt sollte ausgehungert werden: Am 24. Juni 1948 ließ Josef Stalin die Autobahnen nach West-Berlin sperren. Der sowjetische Staatschef wollte die West-Alliierten zwingen, Berlin aufzugeben. Die Antwort war die Luftbrücke: Vom 26. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 wurden Millionen Tonnen lebenswichtige Güter in den Westteil Berlins mit seinen zwei Millionen Einwohnern geflogen. Bis heute hat es keine größere Hilfsaktion aus der Luft gegeben.

Gail Halvorsen war einer der Piloten, die die gefährlichen Einsätze durchführten. "Als ich zum ersten Mal eine Ladung Mehl nach Berlin flog, sah ich, wie die Deutschen sich freuten", erinnert sich Halvorsen. Doch er transportierte nicht nur die normalen Güter: Als er im Juli 1948 am Flughafen Tempelhof Kinder sah, wollte er ihnen etwas geben – aber alles, was er dabei hatte, waren zwei Stück Kaugummi. Das nächste Mal würde er mehr mitbringen, versprach er den Kindern.

Halvorsen beschloss, die Süßigkeiten aus dem Flugzeug zu werfen: Er befestigte sie an Taschentüchern, damit sie als kleine Fallschirme langsam zur Erde fielen. Seine Kollegen machten es ihm nach – und bis zum Ende der Luftbrücke erhielten so tausende Kinder 20 Tonnen Schokolade, Kaugummi und andere Süßigkeiten. Von den Berlinern wurden die Flugzeuge "Rosinenbomber" genannt.

Dass Tempelhof, heute der kleinste der drei Berliner Flughäfen, geschlossen werden soll, weiß Halvorsen. Er ist dagegen. Für ihn ist Tempelhof "so etwas wie die Freiheitsstatue von Deutschland".


Glossar

Blockade, die – hier: Aktion, die es für andere unmöglich macht, einen Ort zu erreichen

jemanden aushungern – jemandem nichts zu essen geben oder verhindern, dass er etwas bekommt

West-Alliierte – hier: diejenigen westlichen Staaten, die im 2. Weltkrieg gemeinsam gegen Nazi-Deutschland kämpften, vor allem USA, Großbritannien, Frankreich

etwas sperren – verhindern, dass jemand weitergehen oder -fahren kann

Tonne, die – hier: eine Maßeinheit, 1000 Kilogramm

Gut, das – hier: die Ware, die transportiert wird (in diesem Sinne meist im Plural: Güter)

Pilot, der – jemand, der z.B. ein Flugzeug fliegt

etwas durchführen – etwas so machen, wie es geplant oder beschlossen wurde

Ladung, die – hier: Dinge, die mit einem Fahrzeug (z.B. LKW, Schiff, Flugzeug) transportiert werden

Süßigkeit, die – süße Sachen wie Schokolade oder Bonbons (meist im Plural)

etwas befestigen – etwas fest mit etwas anderem verbinden, an etwas festmachen

Taschentuch, das – kleines Stück Stoff, besonders zum Putzen der Nase

Fallschirm, der – ein Schirm aus Stoff, mit dem jemand oder etwas aus großer Höhe nur sehr langsam auf den Boden fällt

jemandem etwas nachmachen – etwas genauso machen wie ein anderer

Rosinenbomber, der – Kampfflugzeug, das statt Bomben Süßes (Rosinen = getrocknete Weintrauben) fallen lässt

Freiheitsstatue, die – berühmte New Yorker Figur aus Stein, "Statue of Liberty"


Fragen zum Text

1. Warum wollte Stalin Berlin aushungern?

a) Weil er die Stadt nicht mochte.

b) Weil die USA, Großbritannien und Frankreich die Stadt aufgeben sollten.

c) Weil es nicht genug Lebensmittel für die ganze Stadt gab.

2. Wie viele Kilogramm Süßigkeiten wurden von den Rosinenbombern ungefähr abgeworfen?

a) 20

b) 2000

c) 20.000

3. Was lehnt Halvorsen ab?

a) die Schließung des Flughafens Tempelhof

b) den kleinsten Flughafen Berlins

c) den Begriff "Freiheitsstatue von Deutschland"

4. Die Luftbrücke versorgte Berlin …

a) mit Luft.

b) aus der Luft.

c) in der Luft.

5. Welcher Satz schließt logisch an den folgenden an: "Bis zum Ende der Luftbrücke erhielten tausende Kinder 20 Tonnen Süßigkeiten."

a) Trotzdem wurden die Flugzeuge "Rosinenbomber" genannt.

b) Deshalb wurden die Flugzeuge "Rosinenbomber" genannt.

c) Vielleicht wurden die Flugzeuge "Rosinenbomber" genannt.

Arbeitsauftrag

Verfassen Sie zusammen mit Ihrem Nachbarn/Ihrer Nachbarin einen kurzen Dialog, in dem sich zwei Berliner Bürger im Juli 1948 über ihre derzeitige Lage und ihre Gefühle unterhalten.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads