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Kultur

Alphamädchen im Netz

2008 hat Barbara Streidl mit ihrem Feminismus-Buch Alphamädchen die Bestsellerlisten gestürmt. Inzwischen gibt es auch ein Blog zum Thema: Maedchenmannschaft.net. Das wurde nun mit dem BOB-Award ausgezeichnet.

Bloggerin Barabara Streidl bei der Verleihung des BOB-Awards (Foto: DW)

Freut sich über den Bob-Award: Barbaral Streidl (l.)

DW-WORLD.DE: Frau Streidl, Ihr Blog "Mädchenmannschaft" ist als bester deutscher Weblog ausgezeichnet worden. Worum geht es in dem Blog?

Barbara Streidl: Es ist nicht nur mein Blog, ich mache das mit sieben jungen Frauen und einem Mann zusammen. Es ist ein Weblog, der den Feminismus als politische Haltung ins Internet bringen möchte. Zugrunde liegt, dass ich mit zwei der Mitbloggerinnen, Susanne Klingner und Meredith Haaf, ein Buch geschrieben habe: "Wir Alphamädchen: warum Feminismus das Leben schöner macht". Und dann haben wir uns gesagt: ein Buch allein reicht nicht, da braucht es noch etwas Kommunikatives dazu, wo man mitdiskutieren kann – also ein Blog.

Screenshot der Seite Maedchenmannschaft.net

Acht Frauen und ein Mann schreiben für den Gewinner-Blog

Feminismus ins Internet bringen, das hört sich sehr theoretisch an – worum geht es ganz praktisch?

Es geht um aktuelle Themen, um Meldungen, die in der Zeitung stehen, die Diskussionsbedarf aufbringen, um neue Gesetzentwürfe. Die Dinge, die wir in den letzten Tagen geblogt haben, sind weniger erfreulich, zum Beispiel, dass der US-amerikanische Abtreibungsarzt erschossen wurde. Aber wir haben natürlich auch Medienthemen, zum Beispiel die komische Werbekampagne des Computerherstellers Dell, der meint, dass die pinken Laptops doch für Frauen sein müssten. Die haben ein seltsames Frauenbild – mein Laptop ist nicht pink.

Werden diese Themen denn Ihrer Meinung nach nicht ausreichend diskutiert?

Ich denke schon, dass diese Themen medial und politisch sehr viel diskutiert werden, aber in der breiten Masse gibt es natürlich immer ein Defizit. Und da ist das Internet perfekt, weil dort die Schwellenangst geringer ist. Man diskutiert im Internet eher mal mit, auch wenn man keine Spezialistin ist. Wir haben übrigens auch viele Zugriffe von Männern – das muss man immer dazu sagen. Es gibt einen großen Bedarf an Diskussionen, die zum Teil auf einer sehr politischen, intellektuellen Ebene stattfinden, andererseits werden aber auch ganz private Sachen behandelt.

Warum, glauben Sie, ist es einfacher, sich im Internet an einer Diskussion zu beteiligen als beispielsweise einen Leserbrief zu schreiben?

Da ist erst mal der innere Schweinehund, der besiegt werden muss. Wir alle haben ja auch immer etwas zu tun, ob das Arbeit, Privatleben oder irgend etwas Anderes ist. Aber im Internet geht das Lesen eben sehr schnell und viele Leute trauen sich hier auch eher, weil sie nicht ihren vollen Namen und ihre Adresse angeben müssen. Und ich glaube, vielen liegt auch einfach diese schriftliche Form der Kommentierung.

Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?

Ich bin sehr stolz, dass wir diesen Preis bekommen haben. Wir machen das Blog ja nicht, um Geld zu verdienen, sondern um mitzuhelfen, die Welt zu verbessern. Wir setzen uns für die Gleichberechtigung von Mann und Fau ein. Wir sind wirklich der Meinung, dass es da noch viel zu tun gibt.

Interview: Petra Nicklis

Redaktion: Petra Lambeck

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