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Europa

Allzu bürgernah im Web 2.0?

Die EU will besseren Schutz der Privatsphäre im Internet. Gleichzeitig werben europäische Spitzenpolitiker in sozialen Netzwerken um die Gunst der Bürger. Manchmal etwas zu persönlich.

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Bürgernah sind sie. Und wie. Die europäischen Spitzenpolitiker haben das Web 2.0 für sich entdeckt. Das ehemals innovative Bloggen ist schon fast wieder passé - jetzt treibt es sie in soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Wie präsentieren sich dort der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und Jerzy Buzek, hauptberuflich EU-Parlamentspräsident?

Grüße vom Chef der Militärallianz

Belgien NATO Russland Treffen Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen

Mitteilsam: NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen

Ein wahrer Sunnyboy. Braun gebrannt, ein paar sympathische Falten, strahlendweißes Lächeln. Auf seiner Facebook-Seite zeigt sich NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen betont locker. Er spricht seine Fans mit „Hallo Freunde“ an und unterschreibt Nachrichten mit „Anders“. Nebenbei erzählt er auch gleich, wie es seiner Familie in Brüssel so geht. Und wer möchte, der darf im Online-Album nach Familienbildern stöbern. Der liebevolle Blick auf die rosa-gewandete Enkelin Martha – das macht den Chef der Militärallianz doch gleich ganz menschlich.

Wer noch mehr über den Anders wissen will, der liest einfach im Twitter-Feed nach, wo der NATO-Generalsekretär sich gerade aufhält und mit wem er „konstruktive Gespräche“ führt. Wenn er Zeit hat, beantwortet Anders auch noch Fan-Fragen zum Thema Afghanistan. Das muss man dann wirklich Einsatz nennen.

Ein reisefreudiger EU-Ratspräsident

Belgien EU Präsident Herman Van Rompuy

Müsste sein Facebook-Profil mal aktualisieren: EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy

Peinliche Fotos im Internet können bei der Jobsuche hinderlich sein, heißt es. Von wegen. Die Facebook-Seite des neuen ständigen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy ist ein Quell der Freude für alle, die sich schon immer für die wohlgeformten Beine des belgischen Politikers interessiert haben. Auf einem Urlaubsfoto aus dem australischen Outback, die Ehefrau im Arm und mit wenig vorteilhaften Shorts und Sandalen bekleidet, präsentiert sich Herman Van Rompuy dort ganz natürlich. Seine Chancen auf das europäische Spitzenamt hat das nicht gemindert.

Vielleicht sollte er sich aber trotzdem darauf beschränken, auf seiner Homepage das "Gedicht der Woche" zu veröffentlichen. Das hat der schöngeistige Politiker nämlich gemacht, als er noch Premierminister von Belgien war. An diesem Job hing er offenbar sichtlich: Erst seit Anfang Februar steht auf seiner Facebook-Seite als Arbeitgeber der "Europäische Rat". Bei so vielen wichtigen Terminen hatte er wohl einfach keine Zeit, das entsprechende Feld neu zu beschriften.

Mit 69 noch nicht zu alt zum "zwitschern"

Jerzy Buzek

Der erste Präsident des Europaparlaments, der "twittert": Jerzy Buzek

Die Begeisterung für neue Medien ist keine Frage des Alters. Das findet zumindest Jerzy Buzek (69), der sich Anfang des Jahres als erster EU-Parlamentspräsident ein Konto beim Onlinedienst "Twitter" einrichten ließ. Knapp 2.500 Facebook-Fans hat er natürlich schon längst. Bei Twitter sind es schon üppige 1000. (In der EU leben übrigens eine halbe Milliarde Menschen.) Die wenigen Getreuen werden mit Updates von mäßigem Unterhaltungswert bedacht: "Denke noch über Treffen mit Sarkozy nach. Wir sind uns einig, dass wir eine starke Vision für Europa und noch mehr konkrete Projekte brauchen." Ah, ja.

Beide Auftritte wirken eher großväterlich in ihrem Bemühen, die Präsenz des Europaparlaments im Netz zu steigern. Staatsmännisch schaut er drein, der polnische Konservative im dunklen Anzug. Hinter seinem Portraitfoto leuchten die Europasterne auf blauem Grund. Doch auch hier lohnt es sich, in den Fotoalben zu stöbern: Buzek im Sportdress - energiegeladen und bürgernah. Geht doch!

Autorin: Susanne Henn

Redaktion: Bernd Riegert

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