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Nahost

Alliierte verstärken Druck

Ortschaft für Ortschaft arbeiten sich Amerikaner und Briten im Irak voran. In Nadschaf erschießen US-Soldaten sieben irakische Zivilisten.

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US-Militär rückt an einer Euphrat-Brücke in Hindijah vor

Amerikanische und britische Truppen haben am Montag (31.03.) ihren Vormarsch fortgesetzt. Nach Angaben des britischen Senders BBC nahmen britische Truppen die Stadt Zubayr im Süden ein, mit mehr als 200.000 Einwohnern die bisher größte irakische Stadt, die von den Allierten kontrolliert wird.

Zwischenfall an US-Straßensperre

US-Soldaten haben an einem Kontrollposten in Südirak das Feuer auf ein ziviles Fahrzeug eröffnet und dabei sieben irakische Frauen und Kinder getötet. Zwei weitere Zivilisten seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Katar. Zu dem Zwischenfall sei es am Montagnachmittag an einem US-Kontrollposten bei Nadschaf 150 Kilometer südlich von Bagdad gekommen. Das Fahrzeug habe trotz mehrfacher Warnschüsse nicht angehalten.

Kämpfe südlich von Kerbela und in Basra

Rund um die Stadt Hindijah bei Kerbela haben sich amerikanische und irakische Einheiten am Montag heftige Straßenkämpfe geliefert. US-Einheiten setzten sich an einer strategisch wichtigen Brücke über den Euphrat fest. Hindijah liegt rund 80 Kilometer südlich von Bagdad nahe der antiken Stadt Babylon.

Britische Truppen haben nach BBC-Angaben in der Nacht zum Montag in der Nähe der südirakischen Stadt Basra ihre bislang größte Offensive im Irak-Krieg begonnen. Sie sei von dem südlichen Vorort Abu el Chasib ausgegangen. Die Einheiten, insgesamt rund 1000 Mann, seien nur noch etwa eineinhalb bis zwei Kilometer von Basra entfernt, hieß es. Die Stadt sei praktisch eingeschlossen, sagte eine BBC-Reporterin.

Bei Gefechten um die Kontrolle über die zentralirakische Stadt Nadschaf wurden nach Angaben des BBC-Fernsehens etwa 100 irakische Kämpfer getötet. Die Stadt sei von US-Truppen umstellt, hieß es. Über Opfer unter den amerikanischen Einheiten wurde nichts bekannt.

Luftangriffe auf Bagdad

Die irakische Hauptstadt Bagdad wurde am Montag auch tagsüber erneut von heftigen Explosionen erschüttert. Ziele seien Stellungen der Republikanischen Garde gewesen, so das US-Zentralkommando in Katar. Die Hälfte der Panzer der Medina-Division, einer der am besten ausgerüsteten Einheiten der Republikanischen Garde, soll nach US-Militärangaben zerstört worden sein. Der US-Generalmajor Stanley McChrystal sagte, seit Sonntag seien auch die drei übrigen Einheiten der Republikanischen Garde im Verteidigungsring um Bagdad, die Hammurabi-, Bagdad- und Al Nida-Division, in mehr als 1.000 Luftangriffen entscheidend geschwächt worden.
CNN berichtete über Luftangriffe auf Gebäude des irakischen Fernsehens, das Informationsministerium und Telekommunikations-Anlagen. Auch die Kommandozentrale der für den Guerillakrieg ausgebildeten Fedajin Saddam sei Ziel der Luftangriffe gewesen.

Unterdessen gingen die Luftangriffe auf irakische Stellungen im Nordirak weiter.

Rau übt scharfe Kritik an Bush

Bundespräsident Johannes Rau hat US-Präsident Bush wegen des Irak-Kriegs erstmals direkt und ungewöhnlich scharf angegriffen. Bush unterliege einem "grandiosen
Missverständnis", wenn er von einer göttlichen Mission spreche, die ihn zu diesem Krieg antreibe, sagte Rau im Nachrichtensender n-tv. "Das ist eine völlig einseitige Botschaft des George W. Bush. Ich glaube nicht, dass ein Volk einen göttlichen Hinweis erhält, ein anderes Volk zu befreien", so Rau. (tko)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.