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Politik

Allianz für Abstinenz

Neue Verbündete für die USA: Neben dem Vatikan und Polen liegen elf arabische und islamische Länder mit der Bush-Regierung auf einer Linie. Diesmal geht es aber nicht um Terror, sondern um Sex.

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Die Amerikaner heben den Arm gegen sexuelle Freiheit

Unabhängig vom Alter hat jeder Mensch das Recht auf Informationen, Aufklärung und Hilfe zum Schutz der sexuellen und der sogenannten reproduktiven Gesundheit. (Reproductive Health). Seit Jahren sind Aufklärung und Familienplanung wichtige Ziele der Vereinten Nationen. Auf dem UN-Weltkindergipfel ist dies einer der umstrittensten Diskussionspunkte. Die Delegation der USA lehnt die "explizite Sex-Erziehung" ab.

Keuschheit statt Kondome

George W. Bush und seine konservativen Glaubensbrüder wollen zurück zu althergebrachten "Verhütungsmethoden": Kein Sex, lautet die Devise. Unter Bill Clinton waren die USA noch gemeinsam mit der Europäischen Union, Kanada, der Schweiz und 18 lateinamerikanischen Ländern davon überzeugt, dass Kondome am effektivsten vor Krankheiten und ungewollten Kindern schützen.

Gottlose Geburtenkontrolle

Kondom, Bild allgemein

Abstinenz als Allheilmittel gegen ungewollte Schwangerschaften und AIDS: Unter diesem Motto finden die USA jetzt ganz neue Bündnispartner. Denn Länder wie der Sudan, Libyen, Iran und Pakistan applaudieren. Ein Delegierter Saudi-Arabiens gibt den US-Vertretern begeistert Recht: "Die beste, wenn nicht sogar die einzige Methode ist Keuschheit." Auch der Vatikan und Polen haben sich der puritanisch-islamischen Allianz angeschlossen. Die Abschlussdeklaration des Weltkindergipfels dürfe auf keinen Fall den Gedanken an Abtreibungen nahelegen, fordern deshalb die US-Delegierten.

Dabei weisen Menschenrechtsorganisationen immer wieder darauf hin, dass viele Schwangerschaften aus medizinischen Gründen abgebrochen werden müssen. So kann insbesondere bei sehr jungen Frauen eine Abtreibung das Leben der Mutter zu retten. Über 600.000 Frauen sterben jährlich an den Folgen von Schwangerschaften. Am häufigsten betroffen sind Mädchen unter 20.

  • Datum 22.05.2002
  • Autorin/Autor Christine Harjes
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  • Permalink http://p.dw.com/p/29j5
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