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Sprachbar

Allgegenwärtiges Aus

Die kleine Präposition hat es in sich: Nicht auszudenken, wenn es "aus" nicht geben würde. Der Ausweis würde ziemlich amputiert dastehen, der Fußball wäre um einen Ausdruck ärmer. Und dem Dativ würde etwas fehlen.

"Ausweg aus der Krise", eine gerne verwendete Schlagzeile, wenn mal wieder Krisenstimmung herrscht, vor allem in der Politik. Warum denn ausgerechnet Ausweg? Warum denn nicht "Weg aus der Krise"? Ausweg klingt irgendwie dringender, so fast schon nach letzter Möglichkeit. Ausweg ist so etwas wie eine Abzweigung vom Weg, der gerade verläuft.

Es ist aus!

Ein Fußball rollt auf eine Seitenlinie auf dem Spielfeld hin

Er rollt ins "Aus"

Ein ausgezeichnetes Beispiel aus dem Reich des Aus, ruft der begeisterte Leser und breitet die Arme aus. Aber ausgerechnet dieses Beispiel? Ausgerechnet? Etwas ausrechnen, das heißt gezielt auf ein Ergebnis hin rechnen.

Gerne verwendet wird auch "Es ist aus". Ein gewichtiger Satz! Denn, was kann nicht alles aus sein. Aus und vorbei: Zum Beispiel die Liebesbeziehung. "Aus" ist aber auch der Ball, der hinter der Spielfeldlinie aufkommt; oder ein Spiel. Das Ergebnis ist für die einen ein Grund zum Jubeln, die anderen sind traurig und niedergeschlagen. Je nachdem, wie das Spiel ausgegangen ist, oder was bei dem Spiel herausgekommen ist.

Bewegung

Mehrere Männer sitzen in einer Kneipe mit Biergläsern um einen Tisch herum

Ich geb' eine Runde aus!

Heraus. Von innen nach außen gewissermaßen. "Aus" hat auch mit Bewegung zu tun: ausgehen, Ausgang haben, etwas ausgeben

Man kann aber auch "einen ausgeben". Sitzt man etwa an der Bar und jemand sagt "Ich gebe dir einen aus" heißt das, er bezahlt, er gibt das Geld aus. Und hat man dann nicht aufgepasst und hat etwas zu viel getrunken, dann wird man ganz ausgelassen. Und jemand, der zu ausgelassen wird, kann dann schon einmal von einem freundlichen Polizeibeamten nach seinem Personalausweis gefragt werden.

Personalausweis

Ein Personalausweis

Ohne "aus" wäre es ein Personalweis

Was wäre der Personalausweis ohne sein aus? Ein Personalweis. Klingt ziemlich komisch. Wäre aber eigentlich richtig, da weisen vom mittelhochdeutschen wīsen – erscheinen, sehen, wissen – stammt.

Und der Personalausweis ist bei einem ausgelassenen Menschen, der einen über den Durst getrunken hat, schon wichtig. Denn die Sprechmuskeln gehorchen ihm dann nicht mehr so richtig. Und wenn er dann auch noch aus einer bestimmten Region stammt, in der ein Dialekt gesprochen wird, kann es schon einmal unverständlich werden.

Etwas Grammatik

Ein Wetterhahn

Der Wind weht aus ...

Aus einer bestimmten Region: Aus ist auch eine Präposition, die hauptsächlich mit dem Dativ verwendet wird und meist eine Richtung angibt. Also zum Beispiel aus einem Glas trinken oder etwas aus dem Gedächtnis wiederholen oder – ganz wörtlich was die Richtung betrifft – der Wind weht aus Osten.

Das "Aus" findet man von A bis Z, von ausbaden bis Auszug, als Präfix unzähliger Verben, wie auswechseln, auswerten, ausbreiten. Und ohne weiteres können wir durch Substantivierung vom Verb zum Nomen kommen – zur Auswechslung, Auswertung, Ausbreitung etwa.

Schluss! Aus !

Und nun "Schluss! Aus! Ruhe! Genug ge"aus"t. Das Licht wird ausgemacht. Und das übernimmt bekanntlich der Letzte, der nicht mehr weitermacht.

Fragen zum Text

Nicht richtig ist der Spruch: …

1. Der Ball ist aus!

2. Der Ball ist drin!

3. Der Ball ist drauf!

Folgt jemand einer Einladung und muss selber nicht bezahlen, dann …

1. gibt der andere einen aus.

2. macht man einen drauf.

3. geben beide aufeinander Acht.

Folgendes Nomen gibt es nicht: …

1. Ausheckung.

2. Ausweisung.

3. Ausschweifung.

Arbeitsauftrag

Es gibt unzählige Wörter im Deutschen mit "Aus". Suchen Sie sich mindestens zwanzig heraus. Bilden Sie daraus möglichst lange sinnvolle Sätze, wie zum Beispiel "Bei einem Ausbruch werden die Wärter ausgebootet, ausgenommen diejenigen, die ausdrücklich …"

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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