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Sport

Allez les vieux!

Beim Halbfinal-Spiel zwischen Portugal und Frankreich kann man ein letztes Mal das Duell der "großen alten Männer" des europäischen Fußballs genießen: Zidane und Figo.

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Lob von allen Seiten: Zinedine Zidane

Wenn ein Kicker viel erreicht hat, jenseits der 30 ist und mit dem Karriere-Ende liebäugelt, wird aus ihm ein "großer alter Mann des Fußballs". Das Halbfinale zwischen Portugal und Frankreich am Mittwoch (5.7.2006, 21 Uhr) in München ist auch das Duell zweier solcher großer alter Männer: Zinedine Zidane und Luis Figo. Beide wollen ihre Karriere mit dem Weltmeistertitel krönen - und bei beiden scheint der große Traum auf den letzten Metern ihrer Laufbahn wie eine Verjüngungskur zu wirken.

Portugal noch ohne Titel

Luis Figo WM 2006 Portugal

Hoffnung der portugiesischen Mannschaft: Luis Figo

Die beiden Altstars, einst Kollegen bei Real Madrid, stehen in diesem Halbfinale natürlich im Mittelpunkt. Während Zidane nach dem WM-Sieg 1998 und dem EM-Erfolg 2000 als Abschluss seiner glänzenden Laufbahn einen weiteren bedeutenden Titel gewinnen kann, wartet der ehemalige Weltfußballer Figo noch auf die Krönung seiner Karriere. Portugals Kapitän setzt sich jedoch nicht unter Druck: "Ob das jetzt mein letztes Turnier ist oder nicht - ich brauche niemandem etwas zu beweisen."

Die portugiesische Mannschaft brennt nach zwei Halbfinal-Niederlagen bei Europameisterschaften gegen Frankreich (1984 und 2000) auf Revanche. "Wir haben mit den Franzosen noch eine Rechnung offen", sagte Abwehrspieler Miguel. Dabei ist den Portugiesen vor allem die Partie bei der EM 2000 in unschöner Erinnerung. Damals gewann Frankreich durch ein "Golden Goal" von Zidane in der 117. Minute, der einen von Abel Xavier verursachten, äußerst umstrittenen Handelfmeter verwandelte. Bei den nachfolgenden Tumulten sah Nuno Gomes die Rote Karte - und wurde wie zwei weitere Teamkollegen anschließend für mehrere Monate gesperrt.

Großer Respekt vor Zidane

Diesmal will die Mannschaft von Luiz Felipe Scolari den Spieß umdrehen. "Das wird ein schwieriges und spannendes Spiel. Die Franzosen sind wesentlich stärker als zu Beginn des Turniers", sagt Torhüter Ricardo, der sein Team mit drei gehaltenen Elfmetern gegen England erst in die Runde der letzrten Vier brachte. Der Respekt vor Zidane ist bei den Portugiesen groß. Ricardo: "Er ist der überragende Spieler. Aber wir dürfen uns nicht zu sehr auf Zidane konzentrieren, denn dann haben die anderen Spieler mehr Freiheiten."

Scolari kann seine beste Elf aufbieten. Dabei sind zehn Spieler, die schon im letzten EM-Finale dabei waren. Die Oberschenkelblessuren von Figo und Jungstar Cristiano Ronaldo sind soweit abgeklungen, dass beide spielen können. "Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen schicken", versprach Trainer Scolari, der bei einem Einzug ins Finale den ersten Titel überhaupt für Portugal gewinnen könnte.

Sagnols Heimspiel

Für "Les Bleus", wegen des hohen Durchnittsalter der Mannschaft schon als "Les Vieux" (die Alten) belächelt, ist das große Ziel, den Triumpf von 1998 zu widerholen, greifbar geworden. Die Hoffnung liegen natürlich in dert starken Form von Zidane. Deshalb wird Coach Raymond Domenech, der schon jetzt den größten Erfolg seiner Trainerkarriere feiern kann, nicht müde zu erklären, dass der Erfolg nicht vom Einzelnen abhängt. "Nur eine große Mannschaft macht einen Spieler groß", sagte er.

"Der Teamgeist erinnert mich stark an 1998. Wir sind bei diesem Turnier zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen", sagte Rekord-Nationalspieler Lilian Thuram. Auch Bayern-Profi Willy Sagnol, der am Mittwoch ein Heimspiel hat, schwärmte: "So eine Solidarität in der Mannschaft habe ich noch nie erlebt." (mas)

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