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Fußball

Alles oder nichts

Eine starke Qualifikation, eine solide Defensive und viel Selbstbewusstsein – Serbien hat mehr als nur Außenseiterchancen in der "deutschen" WM-Gruppe. Im Spiel gegen Deutschland geht es für Serbien aber schon um alles.

Serbische Spieler im Training (Foto: AP)

Serbiens Kicker gehen selbstbewusst in die Partie

Sie sind zum ersten Mal dabei und doch alte Hasen bei der WM: Die Elf von Trainer Radomir Antic spielt zum ersten Mal nur noch für Serbien, nahm aber bereits 1930 zum ersten Mal an einer WM teil. Bei der WM 2006 bildete Serbien noch eine gemeinsame Mannschaft mit Montenegro – und schied mit drei Niederlagen in drei Spielen sang- und klanglos aus.

Die serbischen Spieler Stankovic, Zigic, Milijas und Pantelic im Spiel gegen Ghana (Foto: AP)

Auftakt vergeigt: Stankovic, Zigic, Milijas und Pantelic im Spiel gegen Ghana

In Südafrika soll alles besser werden, verspricht Nationaltrainer Antic: "Wir sind bestens vorbereitet und freuen uns sehr hier zu sein." Als Ziel hat er das Erreichen des Achtelfinals ausgegeben. Dafür muss nun aber im Spiel gegen Deutschland ein Sieg her, denn das erste Spiel gegen Ghana verlor Serbien mit 0:1. Die Mannschaft agierte zu verkrampft, war vor dem Tor zu ungefährlich und der Stuttgarter Bundesliga-Profi Kuzmanovic leistete sich kurz vor Ende ein Handspiel, das zum entscheidenden Elfmeter führte.

"Die ganze Nation steht hinter uns"

Die optimistische Stimmung im Lager der serbischen Mannschaft erhielt dadurch einen herben Dämpfer. Dennoch gibt sich das mit Spielern aus europäischen Top-Clubs gespickte Team kämpferisch: "Die ganze Nation steht hinter uns. Wir sind sehr konzentriert", sagt Starverteidiger Branislav Ivanovic vom FC Chelsea, der als rechter Verteidiger eine starke Defensivreihe anführt. Neben ihm sollen Nemanja Vidic (Manchester United), Aleksandar Koralov (Lazio Rom) und der Dortmunder Neven Subotic (für den gesperrten Lukovic) dafür sorgen, dass die "Null" steht.

Die serbische Mannschaft (Foto: AP)

Ein Sieg muss her: für die mit internationalen Stars gespickte serbische Elf geht es um alles

Davor überzeugt der zweikampfstarke Kapitän Dejan Stankovic (Inter Mailand) als Leitwolf. Defensiv ausgerichtet ist auch Nenad Milijas (Wolverhampton Wanderers), während Milan Jovanovic (Standard Lüttich) und Milos Krasic (ZSKA Moskau) auf den Außenbahnen auch offensiver agieren dürften. Der Ex-Herthaner Marco Pantelic (Ajax Amsterdam) bildet gemeinsam mit Nikola Zigic (FC Valencia) die Doppelspitze, die gegen Ghana jedoch vieles schuldig blieb.

"Antic gab uns die Kraft, exzellenten Fußball zu spielen"

Auch wenn oder gerade weil Serbien gegen Deutschland schon mit dem Rücken zu Wand steht, ist diese Mannschaft nicht zu unterschätzen. In der Qualifikation zur WM glänzten die Serben als Gruppensieger vor Vize-Weltmeister Frankreich – ein Erfolg, der vor allem dem Trainer zugerechnet wird: "Radomir Antic gab uns die Kraft, exzellenten Fußball zu spielen", sagte Kapitän Stankovic. Der Wechsel, den Antic herbeiführte, fand allerdings vor allem in den Köpfen der Spieler statt und weniger in der Aufstellung, denn Antic vertraut weiter auf bewährte Kräfte.

Radomir Antic (Foto: AP)

Der Motivator: Trainer Antic

Bezeichnend war in der Vergangenheit, dass die zahlreichen Legionäre in ihren Vereinen hervorragende Leistungen zeigten, während sie im Dress der Nationalmannschaft nicht gerade überzeugten. Wenn man Kennern der serbischen Nationalmannschaft glaubt, hat sich an dieser Einstellung einiges geändert: Unter den Spielern herrsche ein ausgesprochener Mannschaftsgeist und selbst die Stars stellzen sich voll und ganz in den Dienst des Teams. Und einer, der den deutschen Fußball gut kennt, warnt die DFB-Elf vor der eigenen Stärke: "Wir sind gefährlicher als die Deutschen", sagt Marko Pantelic. Es ist an der Zeit für Serbien, nun Taten folgen zu lassen.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Andreas Ziemons

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