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Deutschlehrer-Info

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache

2500 Sprachen weltweit, darunter auch deutsche Dialekte und Minderheitensprachen, sind vom Aussterben bedroht. Darauf wies die UN-Bildungsorganisation Unesco aus Anlass des internationalen Tags der Muttersprache hin.

Weltweit werden etwa 6000 Sprachen gesprochen, doch fast die Hälfte von ihnen könnte in einigen Jahren verschwunden sein. Der größte Teil der bedrohten Sprachen wird nur noch von weniger als 10 000 Menschen gesprochen. Wie die Weltkulturorganisation Unesco am 21.02., dem internationalen Tag der Muttersprache, mitteilte, gehe etwa alle zwei Wochen eine Sprache verloren.

Die Gründe dafür sieht die Unesco sowohl in Krieg und Vertreibung als auch in Migration und Vermischung der Sprachen. Außerdem würden Medien den Einfluss einzelner Sprachgruppen, insbesondere des Englischen, auf Kosten anderer verstärken. Die UNESCO hat bereits einen Atlas der bedrohten Sprachen erstellt, in dem 2.473 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region aufgelistet sind.

In Deutschland seien besonders die norddeutschen Dialekte Nordfriesisch und Saterfriesisch akut vom Aussterben bedroht. Gefährdet seien laut Unesco aber auch Minderheitensprachen wie Romani und Sorbisch.

Der internationale Tag der Muttersprache existiert seit dem Jahr 2000 und macht auf die Bedeutung sprachlicher und kultureller Vielfalt aufmerksam. Außerdem soll das Erlernen neuer Sprachen gefördert werden. In diesem Jahr steht das Verhältnis von Büchern und gesprochener Sprache im Mittelpunkt. Die Unesco betont, dass in vielen Ländern immer weniger Bücher in lokalen Sprachen gedruckt würden. Hierin bestehe eine zusätzliche Gefahr für wenig verbreitete Sprachen.

ip/rh (kna, dpa)