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Politik

Alle meine Entchen ....

Inmitten all der Horrorstories aus Politik und Wirtschaft findet sich auch immer wieder eine Geschichte, die das Herz erwärmt. An der US-Ostküste warten die Amerikaner gespannt auf die Ankunft illegaler Einwanderer.

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Sie haben sicher gedacht, jemand hat ihnen was in den Kaffee getan, als die ersten Seeleute tausende von Quietsche-Enten auf den Wellekämmen des Pazifik erblickten. 29.000 dümpeln insgesamt auf den Weltmeeren.

Auf der Suche nach Entenhausen

Elf Jahre ist es mittlerweile her, seit ein Orkan 20 Container mit Spielzeugenten vom Deck eines Frachters fegte. Das Schiff befand sich im Pazifik, auf halbem Wege zwischen China und seinem Bestimmungsort Seattle an der US-Westküste. Die Plastik-Armada galt als verloren, bis die ersten Enten im Arktischen Ozean gesichtet wurden. Die Geflügelflotte mag in die Jahre gekommen sein, aber ihre Motivation, endlich Entenhausen zu finden, ist ungebrochen. In diesem Drang haben sie sogar die Nordwest-Passage bewältigt, jene tückische arktische Verbindung zwischen Pazifik und Atlantik, die sogar dem deutschen Expeditionsschiff Hanseatic einmal zum Verhängnis wurde.

Die Entenjagd ist inzwischen zum Volkssport der Amerikaner geworden. Denn jedem, der eine an der amerikanischen oder kanadischen Küste findet, winkt eine Belohnung von 100 Dollar, bezahlt von der Firma, die die Ladung 1992 in Auftrag gegeben hatte. Nur 400 Enten sind seit der Havarie gefunden worden. Jetzt richtet sich das Augenmerk auf die amerikanische Ostküste.

Rubber Duckies, Amtsschimmel und Donaldisten

Einige Leute in Neuengland wollen schon Rubber Duckies gesichtet haben, bisher reine Behauptungen, noch kam niemand mit der Trophäe in der Hand. Wie dem auch sei: Wissenschaftler sind nach kniffligen Kursberechnungen zu dem Schluss gekommen, dass ein großer Teil von ihnen an der Ostküste stranden wird. Und das nach einer Odyssee um die halbe Welt, durch drei Ozeane. Die Peking-Enten trotzten allen Unbilden des Wetters: Stürme und Eisschollen, Frost und Hitze. Nur die Sonne forderte ihren Zoll. Denn leider werden sich die Enten beim Landgang als ausgeblichene Albinos präsentieren und nicht im traditionell leuchtenden Gelb, wie sich das für eine zünftige Badewannengespielin gehört. Doch das wird den Empfangsjubel nicht schmälern.

Die große Frage ist nur, wie wird die strenge amerikanische Einwanderungsbehörde mit den Rubber Duckies verfahren. Schließlich sind ihre Visa seit 1992 abgelaufen. Aus der Bevölkerung wird den Enten jedenfalls eine große Sympathiewelle entgegenschlagen. Und natürlich werden sich auch die Donaldisten um sie kümmern, wenn der Amtsschimmel den Entchen das Leben zu schwer machen sollte.