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Sport

Alle Jahre wieder "kribbelt es"

Sven Hannawald ist bis heute der letzte deutsche Gewinner der Vierschanzentournee. Ab Montag zittert der 41-Jährige wieder um seinen Grand Slam - vor allem wegen Severin Freund und Peter Prevc.

Jedes Jahr vor Silvester wird Sven Hannawald nervös. Namen wie Peter Prevc oder Severin Freund genügen, und im Bauch des ehemaligen Skisprung-Stars beginnt das Kribbeln. "Es gab und gibt viele, die meinen Rekord schaffen können", sagt Hannawald kurz vor der 64. Vierschanzentournee, bei der die Flieger-Elite wieder einmal den historischen Grand Slam des 41-Jährigen jagt.

Bisher ist es immer gut gegangen. 14 Jahre ist es nun schon her, dass Hannawald wie im Höhenrausch alle Tourneespringen gewann. Eine bis heute einmalige Leistung. Seither bangt er jeden Winter um seine Bestmarke. "Ich hatte Jahre, in denen ich die Springen weder an der Schanze noch am Fernseher anschauen konnte", sagte der bis heute letzte deutsche Tournee-Sieger im Interview des Sport-Informations-Dienstes.

Gewachsene Gelassenheit

Skispringer Severin Freund lächelt nach seinem Sprung mit seinen Skiern in den Händen (Foto: picture-alliance/dpa/U. Flueeler)

Für Hannawald ist Severin Freund einer der Favoriten

Ganz so schlimm ist es nicht mehr, Hannawald ist deutlich gelassener geworden. Doch ein "Kribbeln" sei vor der Qualifikation am Montag in Oberstdorf durchaus vorhanden, gesteht der Team-Olympiasieger von 2002. Auf dem Zettel hat Hannawald vor allem Weltmeister Freund und den Slowenen Prevc. Letzterer hat mit zuletzt drei Weltcupsiegen in Folge seine Vorliebe für Serien bereits unter Beweis gestellt.

Freund und Prevc, diesen beiden traut Hannawald bei dieser Tournee am meisten zu. "Für beide spricht die Erfahrung, sie können mit dem Druck umgehen", sagt er. Denkbar sei höchstens noch ein Sieg eines Norwegers. Die Serie der zuletzt siebenmal in Folge siegreichen Österreicher werde somit wohl reißen. "Das soll nicht heißen, dass ich es ihnen nicht gönne, aber es sieht ganz so aus", sagt Hannawald.

Die Daumen drückt der zweimalige Team-Weltmeister dennoch Severin Freund, der Respekt vor dem 27-Jährigen ist angesichts der jüngsten Erfolge noch einmal gewachsen. Und doch spricht Hannawald ebenso deutlich von "einer Lücke", die ohne Tournee-Sieg in Freunds Karriere entstünde: "Die Tournee ist ein Markenzeichen. Ich bin froh, dass ich sie gewonnen habe. Andere Titel sind für mich weniger wert."

Denkwürdige Tournee

Sven Hannawald steht am 06.01.2002 als Sieger der vier Einzelwettbewerbe der Tournee fest und jubelt in Bischofshofen (Foto: Getty Images/Bongarts/M. Rose)

Grenzenloser Jubel in Bischofshofen: Sven Hannawald steht als Sieger der vier Einzelwettbewerbe der Tournee fest

Jenen Tournee-Titel holte Hannawald am denkwürdigen 6. Januar 2002. Unglaubliche 14,89 Millionen Zuschauer sahen, wie er in Bischofshofen auch das vierte Springen gewann. "Als Reinhard Heß sich vor mir verneigte und seine Mütze vom Kopf zog, war das ein bewegender Moment. Das hatte er noch bei keinem gemacht. Auch nicht bei Jens Weißflog, der die Tournee viermal gewonnen hat", sagte Hannawald einmal über die Reaktion des damaligen Bundestrainers.

Ob dieses Kunststück jemals wiederholt wird? Hannawald hielt das schon immer für möglich. "Am Ende hat aber bei allen das letzte Puzzlestück gefehlt. Ob es jemand schafft, ist einfach von so unglaublich vielen Faktoren abhängig", sagt er - und schaut gebannt nach Oberstdorf: mit einem Kribbeln im Bauch.

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