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Fußball

Alle jagen den Spitzenreiter aus Dortmund

Während der BVB die Bundesliga dominiert, mühen sich die Verfolger mehr oder weniger erfolgreich ab, den Vorsprung nicht zu groß werden zu lassen. Im Tabellenkeller geht Köln gegen Mönchengladbach baden und ist Letzter.

Lucas Barrios trifft für den BVB. (Foto: AP Photo/Frank Augstein)

Lucas Barrios trifft für den BVB

Mainzer Spieler Bom Svensson am Boden. (Foto: AP Photo/Michael Probst)

Mainz 05 vom Glück verlassen

Während Spitzenreiter Borussia Dortmund derzeit nicht zu stoppen ist, haben die Verfolger Probleme, nicht den Anschluss zu verlieren. Nachdem die Dortmunder mit einem 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den Hamburger SV vorgelegt hatten, verlor der bisherige Tabellen-Zweite FSV Mainz 05 vor eigenem Publikum gegen Hannover 96 verdient mit 0:1 (0:1). Sergio Pinto erzielte in der 44. Minute mit einem schönen Weitschuss den Treffer des Tages. Hannovers Spieler Steven Cherundolo sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Die Mainzer ließen den begeisternden Offensivfußball, den sie in den ersten Saisonspielen gezeigt hatten, vermissen. "Wir spielen im Augenblick einfach zu verkrampft", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel. "Dafür werden wir bestraft." Mit der dritten Bundesliga-Niederlage in Serie und dem Abrutschen auf den dritten Tabellenrang, sieben Punkte hinter Spitzenreiter Dortmund. Hannover rangiert auf Position sechs.

Leverkusens "Bomben-Moral"

Zweiter und damit erster Verfolger des BVB ist nun Bayer Leverkusen, aufgrund des besseren Torverhältnisses als die punktgleichen Mainzer. Die Leverkusener taten sich im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli allerdings schwer. Erst dank eines späten Treffers des Brasilianers Renato Augusto (81.) siegten sie mit 1:0 (0:0). "Dass wir solche Spiele gewinnen, ist kein Zufall", sagte Trainer Jupp Heynckes. "Die Mannschaft kämpft leidenschaftlich, kann Fußball spielen und hat eine Bomben-Moral." Für den Aufsteiger aus Hamburg war es die vierte Niederlage in Serie. Während Leverkusen die erste Halbzeit dominierte, hätte St. Pauli im zweiten Durchgang die Partie durchaus auch zu seinen Gunsten entscheiden können.

Freiburg und Bayern München auf Klettertour

Freiburgs Papiss Demba Cisse (l.) hier gegen Hoffenheims Isaac Vorsah sorgte für das entscheidende Tor. (Foto: Natalie Nollert/dapd)

Freiburgs Papiss Cisse (l.) hier gegen Hoffenheims Isaac Vorsah sorgte für das entscheidende Tor

Unterdessen hat das Überraschungsteam des SC Freiburg Tuchfühlung zur Spitzengruppe aufgenommen. Die Breisgauer setzten sich im badischen Derby bei der zuvor punktgleichen Mannschaft von 1899 Hoffenheim mit 1:0 (0:0) durch und kletterten damit auf Platz vier. Den Treffer des Tages erzielte Torjäger Papiss Cisse in der Nachspielzeit (90.+1). Für Cisse war es der zehnte Saisontreffer. "Es war sicherlich etwas unglücklich für Hoffenheim. Aber wir haben zum Schluss richtig zulegen können, deshalb war der Sieg am Ende verdient", sagte ein zufriedener SC-Trainer Robin Dutt nach der Partie.

Auch Bayern München punktete dreifach und nimmt wieder die internationalen Plätze ins Visier. Der deutsche Rekordmeister entschied das 181. bayerisch-fränkische Derby gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:0 (1:0) für sich und rückte damit auf Platz sechs vor. "Wir haben heute souverän gespielt. Die Mannschaft bekommt ein Extralob", kommentierte Bayern-Coach Louis van Gaal und sagte trotz der zwölf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund dem BVB den Kampf an: "Wir müssen versuchen, bis zur Winterpause mindestens 30 Punkte zu holen. Ich glaube die Meisterschaft ist immer noch möglich." Bei ihrem Sieg, der niemals in Gefahr geriet, feierten die Bayern gleich zwei Comebacks. Erstmals seit knapp einem Jahr lief Breno wieder im Bayern-Trikot auf - und auch der Franzose Franck Ribéry kam nach langer Pause wieder zum Einsatz.

Wasserschlacht im rheinischen Derby

Kölns Bernhard Janeczek (l.) kämpft mit Mönchengladbachs Igor de Camargo um den Ball. (Foto: Hermann J. Knippertz/dapd)

Gladbach siegt und Köln steht das Wasser bis zum Hals

Das 111. rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach hätte eigentlich abgesagt werden müssen. Dauerregen hatte den Rasen im Kölner Stadion in eine Pfützenlandschaft verwandelt. Doch Schiedsrichter Peter Gagelmann pfiff das Spiel ungeachtet der irregulären Bedingungen an. Mehrmals blieb der Ball, statt weiter zu rollen, einfach im Wasser liegen. Beide Mannschaften taten sich schwer, auf dem nassen Boden vernünftige Spielzüge aufzubauen. Doch mit zunehmender Spieldauer dominierten die Gladbacher die Partie fast nach Belieben. Der 1. FC Köln ging mit 0:4 (0:0) baden. Die Gladbacher gaben die "rote Laterne" des Schlusslichts an die Kölner ab, denen jetzt eine turbulente Woche bevorsteht. Am Mittwoch (17.11.2010) werden die enttäuschten FC-Fans sicher für eine hitzige Jahreshauptversammlung sorgen. Manager Michael Meier schloss personelle Konsequenzen vorerst aus.

Dass es sich lohnt, selbst nach einem aussichtslos erscheinenden Rückstand weiter zu kämpfen, bewiesen der 1. FC Kaiserslautern und der FC Schalke 04. Kaiserslautern lag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nach 50 Minuten bereits mit 0:3 hinten, erkämpfte sich dann aber noch ein 3:3 (0:2)-Unentschieden. "Das war ein Wahnsinns-Spiel", urteilte Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz nach dem Abpfiff. Beide Mannschaften bleiben nach der Punkteteilung im Tabellenkeller.

Unbemerktes Handspiel der Schalker

Wolfsburgs Edin Dzeko dreht nach seinem Tor gegen Schalke jubelnd ab. (Foto: AP Photo/Michael Sohn)

Dzeko (r.) traf für Wolfsburg

Auch für die Schalker sah es im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg nach einer weiteren Pleite aus. Die "Wölfe" führten nach einer halben Stunde mit 2:0. Am Ende stand es 2:2 (2:1) unentschieden. Die Gastgeber schimpften anschließend heftig über Schiedsrichter Wolfgang Stark. Der WM-Referee hatte beim zweiten Treffer der Schalker durch Klaas-Jan Huntelaar ein klares Handspiel des Niederländers nicht gesehen. Der Wolfsburger Ashkan Dejagah sah zudem wegen groben Foulspiels (79.) die Rote Karte. Vizemeister Schalke nahm zwar einen Punkt mit, steht aber unverändert auf dem drittletzten, dem 16. Tabellenrang.

Den erhofften Befreiungsschlag verpasste auch Werder Bremen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf war beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt die bessere Elf, schlug aus ihrer Überlegenheit jedoch kein Kapital. "Wir haben ein gutes Spiel geliefert", meinte Bremens Mittelfeldspieler Torsten Frings, "aber wir belohnen uns einfach nicht für den ganzen Aufwand."

Klopp will nicht vom Titel reden

Diese Probleme hat Borussia Dortmund derzeit nicht. Bei den Westfalen läuft es einfach rund. "Überragend" fand Trainer Jürgen Klopp die Leistung seiner Mannschaft beim 2:0-Erfolg am Freitag (12.11.2010) gegen den Hamburger SV. Von der Meisterschaft will Klopp aber noch nicht reden: "Wir setzen uns Ziele, und zwar jede Woche neu. Aber nicht die, die man uns einreden will." Dennoch: Zehn Siege in den ersten zwölf Spielen schaffte vor den Dortmundern nur der deutsche Rekordmeister FC Bayern München.

Autor: Calle Kops

Redaktion: Wolfgang van Kann

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