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Sport

"Alkoholfrei Sport genießen"

Verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen – das wollen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutsche Olympische Sportbund erreichen. Ihre gemeinsame Aktion richtet sich besonders an junge Sportler.

Ex-Fußballnationalspielerin Nia Künzer und Jugendliche mit T-Shirts der Kampagne 'Alkoholfrei Sport genießen' (Foto: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))

Feiern geht auch ohne Alkohol

Das Thema Alkohol wird in Deutschland oft bagatellisiert. Durchschnittlich trinkt jeder Deutsche zehn Liter Alkohol im Jahr. Doch 9,5 Millionen Menschen konsumieren ihn in riskanter Weise, 1,3 Millionen sind sogar abhängig. Jedes Jahr sterben in Deutschland 74.000 Menschen durch riskanten Alkoholkonsum oder durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak. Kinder kommen nach Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schon im Elternhaus in den meist unkritischen Kontakt mit Alkohol. Das Einstiegsalter für den ersten Konsum liegt bei 14,5 Jahren, den ersten Rausch erleben Jugendliche mit 15,9 Jahren, berichtet Direktorin Elisabeth Pott. "Ich glaube, es wäre sehr weltfremd zu sagen, es soll kein Alkohol getrunken werden. Es geht immer darum: Trinke Alkohol verantwortlich."

Alkohol ist oft Teil der Vereinskultur

Weil sich Alkohol als Zellgift besonders schädlich auf die Entwicklung Kinder und Jugendlicher auswirkt, hat sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erneut mit dem Deutschen Olympischen Sportbund zusammengetan. Denn Jugendliche sind zu rund 70 Prozent zumindest vorübergehend in einem Sportverein aktiv. "Jugendliche sollten möglichst wenig trinken und lernen, dass auch Siegesfeiern genauso gut ohne Alkohol möglich sind", fordert Pott.

Insgesamt ist der Konsum bei Jugendlichen zwar rückläufig, aber dennoch trinken 17 Prozent mindestens einmal im Monat mehr als fünf Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit. Die meisten dürften nach dem Jugendschutzgesetz noch gar keinen Alkohol trinken. Gerade in Sportvereinen gehört das gemeinsame Bier jedoch dazu, weiß auch DOSB-Präsident Thomas Bach. "Gerade weil es so ist, und weil Übungsleiter und Trainer noch immer nicht die richtigen Zeichen setzen, haben wir diese Zusammenarbeit gerne fortgesetzt und wollen sie intensivieren."

Aktionsbox der Kampagne 'Alkoholfrei Sport genießen' (Foto: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))

Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer ist Botschafterin der Aktion gegen Alkohol

Jugendliche sollen dafür sensibilisiert werden, dass sie besonders gefährdet sind, Organ- oder Hirnschäden davonzuzutragen oder abhängig zu werden. Weil unter Alkoholeinfluss die Risikobereitschaft steige, sei die Anfälligkeit für Verletzungen erhöht. Besonders der Sport eigne sich deshalb als großer Multiplikator für diese Botschaft. "Es bedarf auch nach einer Niederlage nicht eines Glases Alkohol, um sich die Niederlage schön zu reden." Als Sportler sollte man verantwortungsvoll mit seinem Körper umgehen und nicht durch Alkohol die sportliche Leistung beeinträchtigen.

Aktion läuft bis Ende nächsten Jahres

Ab sofort bis Ende des nächsten Jahres sind alle Sportvereine in Deutschland aufgerufen, sich an der Aktion "Alkoholfrei Sport genießen" zu beteiligen. Sie sollen auf eine verantwortungsvolle Preisgestaltung in ihren Vereinsgaststätten achten, also Softdrinks günstiger anbieten, verschiedene Saftschorlen oder alkoholfreie Cocktails auf die Karte setzen oder generell auf Alkohol bei Wettkämpfen und Juniorenspielen sowie Partys mit Kindern und Jugendlichen verzichten. Zudem werden Schulungsprogramme für Trainer, Betreuer und Übungsleiter angeboten, denn die sind wie Eltern und Spitzensportler Vorbilder.

Mirko Perkovic, Taekwondo-Trainer aus Dinslaken, war sofort überzeugt, als er von der Aktion hörte. "Wir haben grundsätzlich immer das Ziel, werteorientiert Kampfkunst zu vermitteln. Bei 'Alkoholfrei Sport genießen' hatte ich den Eindruck, das ist greifbar, das passt sehr gut in den werteorientierten Kampfkunstunterricht."

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Joscha Weber

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