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Fluggesellschaft

Alitalia will Insolvenz einleiten

Ein mühsam ausgehandelter Sparplan sollte eigentlich die Zukunft von Italiens ehemaligem Staatsflieger sichern. Doch die Mitarbeiter zogen nicht mit. Nun soll ein Insolvenzverfahren folgen.

Die Krisen-Airline Alitalia steht vor dem Aus. Die italienische Fluggesellschaft kündigte an, das Insolvenzverfahren einzuleiten. Zuvor hatten die Mitarbeiter mit großer Mehrheit einen mit den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan des Managements abgelehnt. 

Der Konzern kündigte für Donnerstag eine Hauptversammlung an, auf der die nächsten Schritte entschieden werden sollten. Industrieminister Carlo Calenda erklärte, die Fluggesellschaft werde nicht verstaatlicht. Im Fernsehen sagte der Minister, es sei der Bevölkerung nicht verständlich zu machen, weitere Milliarden an Steuergeldern in ein verlustreiches Unternehmen zu stecken. In der Vergangenheit seien bereits fast acht Milliarden Euro geflossen, um das Unternehmen zu erhalten. Einer Rettung hatte auch Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni eine Absage erteilt. 

Keine Umschuldung ohne Sanierungsplan

Die Airline mit mehr als 12.000 Mitarbeitern steckt seit Jahren in der Krise. Mitte März hatte das Management einen Rettungsplan vorgestellt. Er sah ein drastisches Sparprogramm vor, der die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen sollte. Die Gewerkschaften riefen angesichts der vorgesehenen Stellenstreichungen und Kürzungen der Gehälter des Flugpersonals mehrfach zu Streiks auf. 

Alitalias Anteilseigner, darunter die Banken UniCredit und Intesa Sanpaolo, hatten damit gedroht, die Umschuldung von Verbindlichkeiten der Fluglinie zu blockieren, sollte es keinen Sanierungsplan geben. Die Fluggesellschaft hat vor allem mit Billigfliegern zu kämpfen, die auf den italienischen Markt gedrängt sind, und mit der Konkurrenz von Schnellzügen innerhalb Italiens. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die arabische Fluggesellschaft Etihad sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für die Araber bislang als teures Zuschussgeschäft - ähnlich wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

wen/ul/nm (dpa, rtr)

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