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Onlinehandel

Alibabas Weg zur Weltmacht

Alibaba-Gründer Jack Ma hat Chinas Onlinehandel fest in der Hand. Nun greift er nach der Welt und investiert dafür Milliarden. Für den US-Konkurrenten Amazon weht damit ein scharfer Gegenwind.

Chinas Gigant im Online-Handel Alibaba treibt mit einer Milliardeninvestition sein Auslandsgeschäft voran. In den kommenden fünf Jahren sollen 15 Milliarden Dollar in ein globales Logistiknetzwerk fließen, wie Alibaba am Dienstag mitteilte.

Zugleich stockt der Konzern seine Beteiligung an einem Zusammenschluss von führenden chinesischen Logistikfirmen auf 51 Prozent auf. Damit wolle der Konzern das leistungsfähigste Logistiknetzwerk in China und der ganzen Welt aufbauen, sagte Alibaba-Chef Daniel Zhang. Die 15 Milliarden sollen vor allem in den Ausbau von Lager- und Lieferdiensten sowie in Datentechnik fließen.

Südostasien im Fokus

Zu Hause beherrscht Alibaba bereits das Geschäft mit dem Onlinehandel. Der riesige Markt mit mehr als 730 Millionen Menschen, die dort online sind, hat dem Konzern großes Wachstum beschert. Da der chinesische Staat den Markt nicht wirklich gegenüber ausländischen Firmen öffnet, hat Amazon in China nur einen Markanteil von unter einem Prozent.

Jack Ma Gründer von Alibaba (picture-alliance/dpa)

China ist ihm nicht genug: Jack Ma, Gründer von Alibaba

Nun treibt es den Alibaba-Gründer Jack Ma zu neuen Ufern. Im Ausland möchte er den Erfolg seiner Handelsplattform Taobao wiederholen, auf der er gerade kleine und mittelständische Firmen mit Kunden zusammengebracht hat.

Dafür hat Alibaba zwei Milliarden Dollar in die Firma Lazada gesteckt, die im Onlinehandel in Südostasien aktiv ist. In diesem Jahr hat Jack Ma dann die Mehrheit von Lazada übernommen. Über Lazada können Kunden auch Produkte von der Alibaba-Plattform Taobao ordern. Das ist aber erst der Anfang. "Alibaba will weltweit Produkte innerhalb von 72 Stunden von Händlern an Kunden ausliefern", sagte der deutsche Gründer von Lazada, Maximilian Bittner gegenüber dem Handelsblatt (14.07.2017). Dementsprechend hat Alibaba Direktvertriebskanäle in Indonesien, Thailand und auf den Philippinen angekündigt. Das erste Logistikzentrum von Alibaba außerhalb Chinas hatte Jack Ma im März diesen Jahres in Malaysia eingeweiht.

Bezahl-app als Türöffner

Auch auf Deutschland hat Alibaba über seine Bezahlapp Alipay sein Geschäft schon ausgedehnt. Zielgruppe sind die chinesischen Touristen. Sie sollen 2015 nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua fast 300 Milliarden Dollar im Ausland ausgegeben haben - davon 76 Milliarden in Deutschland.

Ant Financial (picture-alliance/dpa)

Alipay expandiert weltweit: unter anderem in den USA, Indonesien, auf den Philippinen, in Südkorea, Brasilien und Russland.

Alibaba vereint bereits 520 Millionen Nutzer auf seiner Plattform Alipay. Sie können schon heute bei Reisen nach Deutschland in den rund 2.000 deutschen Filialen der Drogeriekette Rossmann, beim Haushaltswaren- und Besteckhersteller Zwilling oder beim Fußballverein Borussia Dortmund mit den bekannten Apps bezahlen. "In Europa wird Alipay von 10.000 Einzelhändlern akzeptiert, davon über 2000 in Deutschland", sagte Yang Xinyun, Sprecherin der Alibaba-Finanztochter Ant Financial.

iw/hb (rtr, Handelsblatt)

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