Ali B. gesteht Tötung von Susanna | Aktuell Deutschland | DW | 10.06.2018
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Gewaltverbrechen

Ali B. gesteht Tötung von Susanna

Im Fall der getöteten 14-Jährigen aus Mainz ist der tatverdächtige Iraker in Untersuchungshaft genommen worden. Zuvor hatte er gestanden, Susanna umgebracht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden bestätigte.

Ali B. habe sich "dahingehend geständig eingelassen, dass er Susanna F. umgebracht habe, eine Vergewaltigung wurde durch ihn allerdings bestritten", teilte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn mit. "Als Motiv für die Tat gab er an, dass er aufgrund von Verletzungen im Gesicht von Susanna, die in Folge eines Sturzes entstanden sein sollen, befürchtet habe, dass diese die Polizei informieren werde." Diese Angaben habe Ali B. bereits in der Nacht zum Sonntag in einer polizeilichen Vernehmung gemacht und in einer Anhörung der zuständigen Ermittlungsrichterin am Sonntag bestätigt, so Kuhn weiter.

Die Ermittlungsrichterin ordnete daraufhin Untersuchungshaft an. Der 20-jährige Iraker wurde in einem weißen Overall abgeführt (Artikelbild) und mit einem Polizeihubschrauber von Wiesbaden aus auf das Gelände einer Bundespolizei-Kaserne geflogen. Von dort wurde er mit einer Eskorte in die nahe gelegene Justizvollzugsanstalt Frankfurt I gebracht.

Bereits mehrfach auffällig

Susanna war zwei Wochen lang vermisst worden, bevor ihre Leiche am vergangenen Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden-Erbenheim entdeckt wurde. Ali B., der im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen war, lebte in einem Wiesbadener Flüchtlingsheim. Sein Asylantrag war im Dezember 2016 abgelehnt worden, wogegen er klagte. Gegen ihn laufen mehrere Verfahren, unter anderem wegen des Verdachts auf Raub. Auch wurde er zwischenzeitlich verdächtigt, eine 11-Jährige sexuell missbraucht zu haben.

Mainz AfD Mahnwache im Mordfall Susanna (DW/Carla Bleiker)

"Endlich Konsequenzen ziehen": Trauer und Wut in Mainz

Bevor der Iraker zur Fahndung ausgeschrieben wurde, war er Anfang Juni gemeinsam mit seiner Familie aus Deutschland ausgereist. Im Nordirak wurde er am Freitag auf Bitten Deutschlands festgenommen und am Samstag zurück nach Deutschland gebracht.

"Schnell wieder nach Hause"

Als Konsequenz an dem Fall Susanna forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel schnellere Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber. Der Fall zeige, "wie wichtig es ist, dass Menschen, die keinen Aufenthaltsstatus haben, schnell ihr Verwaltungsgerichtsverfahren bekommen und dann auch schnell wieder nach Hause geschickt werden können", sagte Merkel am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will".

Angela Merkel zu Gast bei Anne Will (picture-alliance/dpa/NDR/W. Borrs)

Nahm auch zum Fall Susanna Stellung: die Kanzlerin bei Anne Will

Für sie sei zudem die Lehre aus diesem "abscheulichen Mord", schnell die von der großen Koalition vereinbarten Ankerzentren bundesweit einzurichten, fügte Merkel hinzu. In diesen Zentren sollen Asylbewerber für die gesamte Dauer ihres Verfahrens bleiben und im Falle einer Ablehnung direkt von dort abgeschoben werden. Das Vorhaben ist jedoch umstritten.

wa/sam (dpa, afp, rtr)

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