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Aktuell Nahost

Aleppo: Aufständische räumen Stadtteil

Die Schlacht um Aleppo geht in eine entscheidende Phase. Die Rebellen ziehen sich aus dem umkämpften Stadtteil Saleheddin zurück. Der Iran versucht sich mit einer diplomatischen Initiative ins Spiel zu bringen.

Zerstörte Häuser in Aleppo (Foto: Reuters)

Syrien Bürgerkrieg Zerstörungen in Aleppo

Im entscheidenden Kampf um die syrische Metropole Aleppo haben die Aufständischen einen Rückschlag erlitten. Wie ein Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) sagte, zogen sich die Rebellen vollständig aus ihrer Hochburg Salaheddin zurück.

"Das Viertel ist vollständig von Rebellen-Kämpfern geräumt", sagte Kommandeur Hossam Abu Mohammed telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Die Truppen Assads rückten nun in das Viertel vor. Die Rebellen zogen sich demnach aus taktischen Gründen in nahegelegene Stadtteile zurück, von wo aus eine Gegenoffensive vorbereitet werden soll.

Die syrische Armee war am Mittwoch mit Panzern in den Stadtteil Salaheddin eingedrungen. In den vorangegangenen Tagen hatte die Regierung an die 20.000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen, denen etwa 6000 bis 8000 Rebellen gegenüberstehen.

Am Donnerstag lieferten sich beide Seiten am zweiten Tag in Folge heftige Gefechte in der strategisch wichtigen Metropole. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von heftigem Armeebeschuss mehrerer Stadtteile und berief sich dabei auf Angaben von Aktivisten und Zeugen vor Ort. Die oppositionellen örtlichen Koordinierungsstellen bestätigten die Angriffe.

Neuer Regierungschef

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Syrien: Schlacht um Aleppo

Unterdessen hat Machthaber Baschar al-Assad den bisherigen Gesundheitsminister Wael al-Halki zum neuen Ministerpräsidenten ernannt, wie das staatliche syrische Fernsehen berichtete. Er ersetzt den bisherigen Regierungschef Riad Hidschab, der am Montag zu den Aufständischen übergelaufen war und sich inzwischen im Ausland aufhält.

Zunächst unbestätigt blieb der Absprung von Assads Protokollchef Moheddin Muslimani. Der saudische Fernsehsender Al-Arabija berichtete, er sei zu den Rebellen übergelaufen. Muslimani soll dies jedoch nach Angaben des pro-syrischen Beiruter Senders Al-Majadin TV dementiert haben.

Syrien-Konferenz in Teheran

Derweil versucht der Iran, der engste Verbündete des Assad-Regimes in der Region, sich diplomatisch ins Spiel zu bringen. Außenminister Ali-Akbar Salehi eröffnete in Teheran eine Konferenz zur Lage in Syrien. Nach seinen Angaben kamen Vertreter aus 30 Ländern zu der Konferenz, darunter auch Abgesandte aus Russland und China. Es handle sich um Staaten, die eine "realistische Position" im Syrien-Konflikt vertreten würden. Saudi-Arabien und die Türkei, die - anders als der Iran - die syrischen Aufständischen unterstützen, blieben dem Treffen fern. Nur drei Länder schickten ihre Außenminister.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Nachbarland Türkei ist nach offiziellen Angaben auf mehr als 50.000 gestiegen. Allein in den vergangenen beiden Tagen hätten mindestens 2000 Syrer wegen der anhaltenden Kämpfe ihre Heimat verlassen, teilte die türkische Katastrophenschutz-Behörde mit. Es werde befürchtet, dass der Flüchtlingsstrom insbesondere aus der umkämpften Millionenstadt Aleppo weiter ansteigen werde.

re/gd (rtr, dpa, afp, dapd)

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