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Wirtschaft

Aldi und Co. erobern die Welt

Lebensmittel-Discounter wie Aldi und Lidl galten lange Zeit als typisch deutsches Phänomen. Doch die Läden mit der kargen Ausstattung werden auch im Ausland immer beliebter.

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Von Essen aus in die Welt

Während Aldi seit Jahresbeginn auch in Australien präsent ist, übernahm Lidl nach Angaben des Branchenblatts "Food Economy" vor kurzem 50 Supermärkte vom Wettbewerber Laurus in den Niederlanden. Damit ist Lidl der Zeitung zufolge die Nummer zwei in den Niederlanden – hinter dem Erzrivalen Aldi, der dort 377 Filialen betreibt.

Erfolg durch Reduktion

Ihrem Minimal-Konzept bleiben die Discounter auch bei ihrer Expansion ins Ausland treu. Ob in Trenton, New Jersey, in Marseille oder in Meppen, wer eine Aldi-Filiale kennt, kennt alle: Von der Neonbeleuchtung über die schnellen Kassiererinnen bis zur grauen Parkplatzbepflasterung – Aldi bleibt Aldi. Mittlerweile betreibt das Unternehmen rund 5.000 Geschäfte auf drei Kontinenten. Der ewige Konkurrent Lidl konzentriert sich dagegen bisher hauptsächlich auf Europa und verfügt über mehr als 4.000 Filialen, unter anderem in Italien, Spanien und Griechenland. Waren Experten anfangs noch skeptisch, ob sich das Minimal-Konzept der Discounter in traditionell eher service-orientierten Ländern wie den USA durchsetzen würde, sind die Zweifler inzwischen verstummt.

Der Preis ist heiß

Der Grund für den Erfolg der Discounter ist einfach, sagte Thilo Kleibauer, Analyst bei M.M. Warburg. "Bei Lebensmitteln zählt für den Verbraucher einfach der Preis." Dafür verzichten die Kunden dann auch gerne auf einige Anehmlichkeiten: "Aldi und Lidl bieten gute Qualität zu einem niedrigen Preis, aber wenig Service und ein geringes Angebot an Artikeln", betont Kleibauer. Zudem verfügten die Discounter angesichts ihrer großen Einkaufsmacht traditionell über eine starke Stellung gegenüber den Produzenten und damit über Einfluss auf die Preise.

Gewinner der Konjunkturflaute

Besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wie momentan haben Aldi und Co. nach Einschätzung von Experten starken Zulauf. "Die Menschen gehen dann mehr zu den Discountern, weil sie wissen, dass sie dort bestimmte Waren günstig und gut bekommen", sagte Berenberg Bank-Analyst Heiko Feber, der die Situation im Einzelhandel insgesamt zurückhaltend beurteilt. "Das Umfeld für den Einzelhandel ist in Deutschland und in Europa momentan nicht gerade günstig. Und auch im nächsten Jahr wird die Konsumentennachfrage nicht deutlich anziehen."

Zukunftsmärkte Asien und Lateinamerika

Obwohl die Discounter auch in Deutschland und Westeuropa weiter expandieren, haben sie nach Ansicht von Experten bereits neue Absatzgebiete im Visier. "Die deutschen Lebensmittelhändler haben die Schwellenländer als attraktive Märkte entdeckt", erläutert Feber. "In Südosteuropa, Lateinamerika und Asien ist im Gegensatz zu Europa noch ein kräftiges Wachstum möglich."

Zudem seien dort höhere Gewinnspannen zu erzielen, als auf den hart umkämpften heimischen Märkten. Denn nach Aldi-Angaben kaufen bereits drei von vier deutschen Haushalten bei dem in Nordrhein-Westfalen ansässigen Lebensmittelhändler ein. Nach Einschätzung von Experten dürfte es aber nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auch Kunden in Asien und Südamerika an die Umgangsformen in deutschen Discountern gewöhnen. "Die Leute müssen halt den gewünschten Artikel selbst aus der Kiste holen, ein Nachteil, der aber durch den Preisvorteil wieder ausgeglichen wird", betonte Feber.

WWW-Links

  • Datum 11.12.2001
  • Autorin/Autor Michael Knigge
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1T30
  • Datum 11.12.2001
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