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Fokus Osteuropa

Albanischer Außenminister: Regionale Kooperation erheblich verbessert

Am 5. April findet in Albanien ein informelles Treffen der Außenminister verschiedener Balkanländer statt. Im Exklusiv-Interview mit DW-RADIO spricht Albaniens Außenminister Kastriot Islami über regionale Kooperation.

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Die Außenminister der Balkan-Länder treffen sich in Albanien

In der albanischen Küstenstadt Durres wird neben den Außenministern von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Serbien-Montenegro auch der deutsche Bundesaußenminister Joschka Fischer an den Gesprächen teilnehmen. Gastgeber ist der albanische Außenminister Kastriot Islami. Mit ihm sprach DW-RADIO im Vorfeld des Treffens.

DW-RADIO/Albanisch: Herr Minister, die regionale Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt für die Integration der Balkan-Länder in die EU. Wie schätzen Sie das aktuelle Niveau der Kooperation mit den Nachbarn ein?

Kastriot Islami: Wir sind der Ansicht, dass es in der letzen Zeit einen erheblichen Fortschritt dieser Zusammenarbeit, in politischer und diplomatischer Hinsicht, gibt. Nun sind alle Bedingungen dafür geschaffen worden, dass Projekte und Programme auch in allen anderen Bereichen auf der Basis der so genannten Regionalen Annäherung konzipiert werden. Die Richtung ist klar. Es bleibt aber noch die Frage, wie die Handlungen optimiert werden können, damit man auch bestmögliche Effekte in allen Bereichen und allen Ländern der Region erzielt.

Ein heißer Punkt in der Region ist die Lösung der Kosovo-Frage. Die Möglichkeit einer Unabhängigkeit ist für manche Kreise kein Tabu mehr. Ist das Ihrer Meinung nach eine realistische Option, der alle im UN-Sicherheitsrat vertretenen Länder zustimmen könnten?

Als Außenminister kann ich nur über die Haltung Albaniens sprechen und nicht über die der anderen. Positiv ist die Tatsache, dass die Haltungen der wichtigsten globalen Akteure von 1990 bis heute in Richtung einer Lösung mit klarer europäischer Perspektive konvergieren - und das sechs Jahre nach der Bombardierung im Kosovo. Die Aufgabe der albanischen Diplomatie ist es, hier aktiv zu bleiben, aber auch klug genug, um zu dieser Konvergenz beizutragen. Wir garantieren, dass wir auch in der Zukunft dabei erfolgreich bleiben werden, um nicht nur in die richtige Richtung zu gehen, sondern auch an die richtige Option zu gelangen. Diese Option wird von der politischen Klasse und den ethnischen Gruppen des Kosovos formuliert. Sie wird durch ein Votum die Unterstützung aller Bewohner und Bürger des Kosovos finden und natürlich auch die Legitimation durch die internationale Gemeinschaft haben.

Wie hat das Kosovo-Problem die Beziehung zwischen Albanien und Serbien beeinflusst?

Die diplomatische Rolle Albaniens in der Region basiert auf einigen Hauptsäulen: Das sind erstens: Dialog und Kommunikation; zweitens: Moderation, Klarheit und Transparenz; drittens: wir wollen eine Verständigung mit allen Ländern der Region erreichen, auf der Basis der Achtung der gegenseitigen Interessen und ohne Einmischung in die Innenpolitik. Unsere Außenpolitik ist Ausdruck unseres Strebens nach einer Integration in die EU und die Nato, im Einklang mit den Normen, Standards und Forderungen dieser Organisationen. Die Haltung Albaniens im Hinblick auf die Länder der Region, zu denen auch Serbien gehört, und insbesondere auch Kosovo anbelangt, beruht eben auf diesen Prinzipien.

Vilma Filaj-Ballvora, zurzeit Tirana
DW-RADIO/Albanisch, 29.3.2005, Fokus Ost-Südost