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Fokus Osteuropa

Albanien/Mazedonien: Bevölkerung will erleichterten Grenzverkehr

In Mazedonien und Albanien mehren sich Stimmen nach einer Liberalisierung der Visumspflicht - insbesondere in den Grenzregionen. Damit soll der Handelsverkehr belebt werden.

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Reger Handel an der Grenze

Im mazedonischen Debar wünschen sich viele Menschen eine Ausweitung des Handels mit dem benachbarten Albanien. Die Bevölkerung in dieser Gegend drängt deshalb darauf, dass die Visumspflicht aufgehoben wird. Schließlich müssen die Menschen dort für jede Einreise ins Nachbarland zahlen. Aufgrund eines vor acht Jahren geschlossenen bilateralen Abkommens muss bei der Einreise ins Nachbarland eine Visumsgebühr in Höhe von umgerechnet zehn Euro direkt am Grenzübergang oder von fünf Euro bei den Botschaften in Skopje oder Tirana gezahlt werden. Während Mazedonien dieses Abkommen ausnahmslos befolgt und von jedem albanischen Bürger, ungeachtet seiner ethnischen Zugehörigkeit, Visumgebühren berechnet, sind Angehörige der albanischen ethnischen Gemeinschaft in Mazedonien bei der Einreise nach Albanien davon befreit. Ein entsprechendes Dekret erließ 1994 der damalige Präsident und aktuelle Premier Albaniens, Sali Berisha.

Debar zum Einkaufen beliebt

Am Grenzübergang Blato in der Nähe der westmazedonischen Stadt Debar bestätigt der Kommandeur der albanischen Grenzpolizei, Arijan Toska, dass sie keinen neuen Befehl erhalten hätten und die Visumgebühren von Mazedoniern weiterhin eingezogen würden. Auch wenn Medienberichten zufolge die albanische Regierung die Visumspflicht aufgehoben haben soll. Toska befürwortet die Aufhebung des Visaregimes, weil sich seiner Meinung nach dadurch die Kommunikation zwischen den beiden Ländern verbessern würde. Der Grenzverkehr nach Mazedonien ist am Grenzübergang Blato gewöhnlich höher als andernorts. Insbesondere an den so genannten Markttagen in Debar, wenn die Einwohner der grenznahen Orte Albaniens in diese mazedonische Stadt kommen und buchstäblich alles kaufen: Lebensmittel, Getränke, technische Geräte. "Wir waren in Debar und haben Käse, Paprika, Obst, Bettdecken und Holzöfen gekauft. Es ist gut, dass die Grenzen geöffnet werden sollen. Dann können wir uns frei bewegen, wann immer wir es wollen", sagt der Händler Lazam Lusha aus Makelari.

Grenzregion setzt auf Umsatzanstieg

Die Verbraucher aus Albanien tragen erheblich zur Steigerung des Handelsumsatzes in Debar bei. Ortsansässige Händler glauben, dass eine Liberalisierung des Visaregimes zur Entwicklung der gesamten Region beitragen kann. Buran Mersim, Textilhändler aus Debar, meint, dies sei nicht nur der Wunsch der Händler, sondern aller Einwohner von Debar und Umgebung. Dieser Meinung schließt sich auch der Albaner Roland Pahumi an: "Eine Liberalisierung des Visaregimes hätte auch auf unserer Seite, also für die Bürger Albaniens, positive Auswirkungen auf den Handel, aber auch auf die Herstellung in Debar und Umgebung."

In Kürze soll in der Nähe von Debar ein weiterer Grenzübergang eröffnet werden, der – wenn dann auch die Visumpflicht aufgehoben wird – den Handelsaustausch und die Kommunikation der Menschen über die Grenzen hinweg deutlich verbessern würde.

Vera Todorovska, Debar
DW-RADIO/Mazedonisch, 12.9.2006, Fokus Ost-Südost