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Kultur

Alaaf!

Ausnahmezustand in Köln: Hunderttausendfach hallt der Ruf "Kölle Alaaf" durch die Stadt. Kaum ein Jeck weiß allerdings, woher dieser "närrische Schlachtruf" oder das Wort "Karneval" stammen und was sie bedeuten.

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"Alaaf!"

Das rheinische Dreieck Köln-Bonn-Aachen ist die Domäne des "Alaaf": "Zum ersten Mal tauchte "al-aff" ("alles ab") im 15. Jahrhundert als Trinkspruch auf Bierkrügen auf", erklärt Walter Hoffmann vom Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande der Universität Bonn. Das bedeute soviel wie 'Nichts geht über einen guten Trunk'.

Auch in später datierten Dokumenten wurden die Wissenschaftler fündig. Im 18. Jahrhundert erscheint "al-aff" in Zusammenhang mit einem Lotterie-Gewinn. "Das hieß da soviel wie 'Nichts geht über einen Sechser im Lotto!' und war als Glückwunsch gedacht", sagt Sprachwissenschaftler Hoffmann.

Das Wort "Karneval"

Belegt ist das Wort bereits seit dem 17. Jahrhundert. "Der 'Karneval' könnte von dem italienischen Wort "carnevale" abstammen, was in etwa 'Fleisch, lebe wohl' heißt und an die bevorstehende Fastenzeit erinnert", erklärt Gunther Hirschfelder vom Institut für Volkskunde der Universität Bonn. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass das Wort noch ältere Wurzeln hat. "Es könnte auf das lateinische "carrus vale" zurückgehen, das einen Schiffskarren bezeichnet, der bei feierlichen Umzügen mitgeführt wurde", so Hirschfelder. (arn)

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