Al-Sisi tritt ohne Konkurrenz bei Präsidentenwahl in Ägypten an | Aktuell Nahost | DW | 29.01.2018
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Ägypten

Al-Sisi tritt ohne Konkurrenz bei Präsidentenwahl in Ägypten an

Die Ägypter können sich bei der Präsidentenwahl zwischen Amtsinhaber Al-Sisi und einem Al-Sisi-Unterstützer entscheiden. Alle anderen Kandidaten hatten sich unter dubiosen Umständen zurückgezogen. 

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi (Artikelbild) tritt offensichtlich als einziger aussichtsreicher Kandidat bei der Präsidentschaftswahl in dem nordafrikanischen Land an. Vor Ablauf der Registrierungsfrist habe neben dem 63 Jahre alten ehemaligen General nur der Politiker Mussa Mustafa Mussa von der Al-Ghad-Partei die entsprechenden Unterlagen bei der Wahlkommission abgegeben, berichtete das Staatsfernsehen.

Die Partei Al-Ghad unterstützt die Politik des Präsidenten. Mussas Anmeldung in letzter Minute gilt unter Beobachtern als Zug der Regierung, damit Al-Sisi zumindest auf dem Papier einen Konkurrenten für die Abstimmung vom 26. bis 28. März hat. 

Mussa Mustafa Mussa (in Grau) (Reuters/M. Abd El Ghany)

Mussa Mustafa Mussa (in Grau)

Der ehemalige Armeechef al-Sisi hatte den Putsch gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi angeführt und 2014 das Präsidentenamt übernommen. Damals bekam er 96,9 Prozent der Stimmen. Seither führt er das Land mit harter Hand gegenüber politischen Gegnern und der Zivilgesellschaft. 

In den vergangenen Wochen hatten nach und nach alle anderen Anwärter ihre Kandidatur zurückgezogen. Andere potenzielle Mitbewerber landeten im Gefängnis. 

Am Donnerstag hatte sich der bekannte ägyptische Anwalt und Oppositionelle Chaled Ali aus dem Rennen zurückgezogen. Er warf den Behörden vor, Mitglieder seines Wahlkampfteams festgenommen zu haben.

Einen Tag zuvor war ein weiterer Kandidat, der frühere Stabschef der ägyptischen Armee, Sami Annan, von Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen worden.

Erst vor wenigen Wochen hatte Ex-Ministerpräsident Ahmed Schafik seine angekündigte Kandidatur zurückgezogen. Nach Angaben der "New York Times" übte die Führung Druck auf ihn aus.

Auch der Neffe des ehemaligen Staatschefs Anwar al-Sadat, Mohammed Anwar al-Sadat, hatte erklärt, sich nicht aufstellen zu lassen, um seine Anhänger vor Verfolgung durch staatliche Stellen zu schützen.

Am Sonntag riefen fünf führende ägyptische Persönlichkeiten zum Boykott der Wahl auf. Sie beklagten ein Klima der Einschüchterung.

stu/uh (afp, dpa)