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Nahost

Al-Sadr verlangt Amnestie für seine Anhänger

Wende im Irak: Schiitenführer Muktada al-Sadr fordert seine Anhänger zu einer Feuerpause auf und verlangt im Gegenzug eine Amnestie für sie. Die Regierung begrüßt den Aufruf.

Milizen von al-Sadrs Mahdi-Armee - AP

Sollen die Kämpfe einstellen: Milizen von al-Sadrs Mahdi-Armee

Fünf Tage nach Ausbruch der Kämpfe zwischen der irakischen Armee und schiitischen Milizen hat der einflussreiche Prediger Muktada al-Sadr seine Anhänger zu einer Feuerpause aufgerufen. "Jeder, der eine Waffe trägt und Regierungseinrichtungen angreift, wird nicht zu uns gehören", teilte Al-Sadr am Sonntag (30.3.08) mit. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern und die Einheit des Iraks bewahren, müssten die bewaffneten Auseinandersetzungen in Basra und anderen Provinzen sofort enden. Gleichzeitig wies Al-Sadr die Darstellung zurück, wonach seine Kämpfer über schwere Waffen verfügten.

Die irakische Regierung begrüßte spontan die ausgerufene Feuerpause. Dies werde zum Frieden beitragen, erklärte ein Sprecher. Ministerpräsident Nuri al-Maliki räumte am Wochenende ein, dass er den Widerstand gegen die am Dienstag begonnene Offensive gegen die Miliz al Sadrs unterschätzt haben könnte.

Amnestie für Milizen verlangt

Schiiten-Führer al-Sadr, AP

Stellt Forderungen: Schiiten-Führer al-Sadr

Al-Sadr bot an, die Kämpfe einzustellen, wenn die Regierung seinen Anhängern eine Amnestie gewährt. Das geht aus einer Neun-Punkte-Erklärung hervor, die Sadr in seinem Hauptsitz in Nadschaf veröffentlichte. Er würde seine Kämpfer aus Basra und anderen Städten zurückziehen, wenn die Regierung ihre Offensive gegen seine Organisation einstelle. Bedingung sei ferner eine Generalamnestie und die Freilassung aller Gefangenen. Er werde dafür von jedem abrücken, der Waffen trage und Regierungseinrichtungen angreife.

Die heftigen Kämpfe gingen übers Wochenende weiter – auch mit US-Unterstützung: Die amerikanischen Truppen haben in Bagdad nach eigenen Angaben Dutzende Kämpfer der Miliz al-Sadrs getötet. Das Militärkommando teilte am Sonntag mit, alleine am Freitag und Samstag seien in der irakischen Hauptstadt insgesamt 43 "Terroristen" und "kriminelle Kämpfer" durch US-Soldaten ums Leben gekommen. Eine irakische Spezialeinheit habe am Samstag in der seit Anfang der Woche umkämpften südlichen Hafenstadt Basra 22 Milizionäre getötet.

Schiiten: USA bombardieren Wohnhäuser

irakische Polizei - AP

Gefordert wie nie zuvor: die irakische Polizei

Ein führendes Mitglied der Sadr-Bewegung warf den Regierungstruppen und der US-Armee vor, sie habe in Bagdads östlicher Schiiten-Vorstadt Sadr-City am Samstagabend mit Kampfflugzeugen und Helikoptern willkürlich Wohnhäuser bombardiert. "Es scheint, dass (Ministerpräsident Nuri) al-Maliki von Hysterie erfasst worden ist", sagte der al-Sadr-Sprecher weiter. In Bagdad war am Samstag die seit Donnerstag geltende Ausgangssperre, die ursprünglich bis Sonnenaufgang am Sonntag dauern sollte, verlängert worden.

Bei den Kämpfen in Sadr-City kamen nach Angaben des irakischen Gesundheitsministeriums mindestens 75 Zivilpersonen ums Leben. Die US-Streitkräfte haben diese Darstellung des der Sadr-Bewegung nahestehenden Ministeriums zurückgewiesen und erklärt, bei den

Toten handle es sich zumeist um Kämpfer der Miliz

200 Tote bisher

In der südlichen Hafenstadt Basra berichteten Augenzeugen, bei einem Angriff auf ein Wohnhaus seien in der Nacht zum Sonntag fünf Angehörige einer Familie getötet worden. Eine Rakete habe das Haus getroffen. Insgesamt sollen seit Beginn der Kämpfe zwischen der Sadr-Miliz und den Regierungstruppen am in Basra mehr als 200 Menschen. (tos)

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