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Nahost

Al-Nusra-Front in Syrien auf dem Vormarsch

Die radikale Al-Nusra-Front rückt in Syrien auf die Stadt Dschisr al-Schughur vor und drängt die Regierungstruppen zurück. Derweil versucht der UN-Sondergesandte de Mistura, neue Friedensgespräche anzustoßen.

Im syrischen Bürgerkrieg sind die Al-Nusra-Front und verbündete Islamistenmilizen bis an den Rand der strategisch wichtigen Stadt Dschisr al-Schughur im Nordwesten des Landes vorgestoßen. Seit Beginn der jüngsten Offensive am Donnerstag hätten die Dschihadisten vier Stellungen am Stadtrand erobert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Drei weitere Posten, die bislang von Regierungstruppen gehalten werden, seien umkämpft. Die Al-Nusra-Front ist der syrische Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Vor einigen Wochen hatte die Al-Nusra-Front die Hauptstadt der Provinz Idlib erobert, in der Dschisr al-Schughur liegt.

Bei den Gefechten in der Provinz Idlib seien zehn Regierungssoldaten und 13 Dschihadisten getötet worden, erklärte die in London ansässige Beobachtungsstelle weiter. Die Al-Nusra-Front habe mehrere Selbstmordanschläge verübt und insgesamt 15 Attentäter in die Stadt geschickt. Die syrische Luftwaffe habe seit Freitagmorgen 34 Angriffe auf die Rebellen geflogen.

Ein Konvoi von Regimegegnern rückt auf Dschisr al-Schughur vor. (Foto: Reuters)

Kämpfer der Al-Nusra-Front und Verbündete drängen die Regierungstruppen in der Provinz Idlib zurück

Dschisr al-Schughur liegt an der Autobahn zwischen Idlib und der Küstenstadt Latakia. Würde der Ort an die Islamisten fallen, könnten diese weiter vorrücken Richtung Latakia, die Heimatregion von Präsident Baschar al-Assad.

Terror-Gruppen sollen nicht teilnehmen

In Genf kündigte UN-Sprecher Ahmad Fawzi neue Bemühungen für ein Ende des Bürgerkriegs ab dem 4. Mai an. Die Beratungen auf der Ebene von Botschaftern und Experten sollten unter Leitung von UN-Sondervermittler Staffan de Mistura stehen und mehrere Wochen dauern. Dabei solle zunächst festgestellt werden, welche Standpunkte Regierung und die zersplitterte Opposition aktuell vertreten. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen sollen terroristische Gruppen nicht einbezogen werden. Bisher waren alle Versuche gescheitert, eine politische Lösung für den vierjährigen Konflikt zu finden.

Infolge der Kämpfe sind bislang mindestens 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Das Regime von Präsident Al-Assad ist in den vergangenen zwei Jahren zunehmend durch Kämpfer des "Islamischen Staates" (IS) und der Al-Nusra-Front unter Druck geraten. Die beiden Dschihadisten-Gruppen sind miteinander verfeindet.

ago/kle (dpa/afp/AP)

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