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Nahost

Al-Maliki erklärt Militärschläge gegen Schiiten-Milizen für beendet

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hat ein Ende der Militäroperationen gegen die Milizen des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr angeordnet. Es soll zuvor eine Vermittlung durch den Iran gegeben haben.

Ruinen in Basra (AP Photo/Nabil al-Jurani)

Die Kämpfe haben in Basra tiefe Wunden gerissen

Nuri al-Maliki. EPA/KARIM KADIM/POOL +++(c) dpa - Report+++

Nuri al-Maliki

In einer Mitteilung des schiitischen Ministerpräsidenten vom Freitag (4.4.2008) hieß es, die Fahndung und die Razzien sollten eingestellt werden, "um den Reumütigen, die ihre Waffen niederlegen wollen, eine Chance zu geben". Kurz zuvor hatte Al-Sadr ein "Ende des Blutvergießens und der Festnahmen" gefordert. Die Sadr-Bewegung sei bereit, der Regierung zu helfen, Armee und Polizei von Anhängern des alten Saddam-Regimes, Terroristen und Partei-Milizionäre zu "reinigen", hieß es in einer Erklärung des Schiiten-Führers, die in der Pilgerstadt Nadschaf veröffentlicht wurde.

Viele irakische Soldaten hatten während der von Al-Maliki angeordneten Offensive gegen die Miliz in der südlichen Hafenstadt Basra und in Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City in der vergangenen Woche den Befehl verweigert. Unter den Befehlsverweigerern waren Schiiten, die nicht auf "schiitische Brüder" hatten schießen wollen und Soldaten, die mögliche spätere Racheakte der Milizionäre fürchteten.

Iran vermittelt

Der Iran trug einer irakischen Schiiten-Partei zufolge zum Ende der Kämpfe zwischen schiitischen Milizen und Regierungstruppen im Süden des Irak bei. Die Regierung in Teheran habe den Weg für eine Rückkehr zum Frieden im Irak geebnet, sagte Mohsen Hakim, Berater und Sohn des Chefs des Obersten Islamischen Rats, Abdul Asis al-Hakim, der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.

Ein führender irakischer Abgeordneter sei am 28. März zu Gesprächen im Iran gewesen. Zwei Tage später befahl Al-Sadr seinen Kämpfern, die sechs Tage dauernden Gefechte zu beenden.

Al-Sadr hält sich US-Angaben zufolge derzeit im Iran auf. Der Oberste Islamrat Hakims ist ein erbitterter Gegner Al-Sadrs und unterstützt die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki.

Die USA haben dem Iran wiederholt vorgeworfen, die Gewalt im Irak zu schüren. Der Iran bestreitet dies und macht die Präsenz von US-Truppen in dem Nachbarland für die dortige Gewalt verantwortlich.

Alltägliche Gewalt

In anderen Regionen des Iraks hält die alltägliche Gewalt ungebremst an. Am Freitag riss ein Selbstmordattentäter auf der Beerdigung eines Polizisten in der irakischen Provinz Dijala mindestens 16 Menschen mit in den Tod. Ein Polizeisprecher sagte, der Terrorist habe sich in der Ortschaft Saadija in den Trauerzug eingereiht. Er zündete seinen Sprengstoffgürtel, während Angehörige, Kollegen und Freunde den Polizisten zu Grabe trugen. Dieser war am Vortag von Extremisten erschossen worden. Den Angaben zufolge wurden 29 weitere Menschen durch die Explosion verletzt.

Der Polizeisprecher erklärte, die US-Luftwaffe habe am Morgen Stellungen von Extremisten in der Ortschaft Al-Makdadija bombardiert. Dabei seien 20 Bewaffnete getötet und 23 weitere verletzt worden. Es habe keine zivilen Opfer gegeben. Al-Makdadija liegt ebenfalls in der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad.

Die Kleinstadt gilt seit einigen Monaten als Hochburg der El-Kaida-Terroristen. In den vergangenen Tagen waren in Al-Makdadija zwei Massengräber mit insgesamt 51 Leichen von Mordopfern gefunden worden.

Die US-Armee berichtete, in Bagdad seien am Donnerstag und am Montag zwei amerikanische Soldaten von Aufständischen getötet worden. In der südlichen Hafenstadt Basra hätten irakische Soldaten mit Hilfe der US-Armee am Donnerstag sieben Angehörige "krimineller Banden" getötet und 16 Verdächtige festgenommen. Diese sollen unter anderem den Öl-Schmuggler-Netzwerk von Basra angehören. (mas)

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