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Westafrika

Al-Kaida-Verbündete bekennen sich zu Selbstmordanschlag in Mali

Mit einem Selbstmordanschlag haben islamistische Extremisten versucht, den unruhigen Norden Malis zu destabilisieren. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilt das Attentat mit mindestens 60 Toten scharf.

Mali Selbstmordanschlag in Gao (Reuters)

Armeeangehörige besuchen Verletzte des Anschlags

Der neue UN-Generalsekretär sprach von einer "abscheulichen Tat". Die Entschlossenheit der Vereinten Nationen, Mali im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Suche nach Frieden zu unterstützen, sei dadurch weiter gestärkt worden. Er rief die beteiligten Parteien dazu auf, die Bedingungen des Friedensabkommens von 2015 vollständig umzusetzen und Attacken wie diese mit allen Mitteln zu vermeiden. Auch die deutsche Regierung verurteilte den Anschlag als Versuch, den Friedensprozess in dem westafrikanischen Land zu torpedieren. Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Zu dem Angriff auf einen Militärstützpunkt in der nord-malischen Stadt Gao bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Mahgreb (AQMI). Es handele sich um Vergeltung für Gruppierungen in Mali, die mit Frankreich zusammenarbeiten, heißt es in einem Statement, das einer mauretanischen Nachrichtenagentur zugespielt wurde.

Auf einem Militärstützpunkt in Gao war am Mittwoch ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug explodiert. Neben den mindestens 60 Todesopfern gab es mehr als 115 Verletzte. In dem Stützpunkt sind nach UN-Angaben rund 600 malische Streitkräfte und frühere Rebellen stationiert, die künftig zusammen auf Patrouille gehen sollen. Die gemeinsamen Patrouillen sind eines der wichtigsten Elemente des Friedensabkommens von Algier zur Stabilisierung des Landes.

Islamistische Milizen hatten die Stadt Gao 2012 eingenommen. 2013 wurden sie von französischen Soldaten vertrieben. Heute sichern französische, malische und UN-Soldaten die Stadt – darunter auch etwa 500 Soldaten der Bundeswehr. Die Blauhelm-Mission in dem Krisenstaat mit bis zu 15.000 Soldaten gilt als der derzeit gefährlichste UN-Einsatz. Der Norden Malis und die angrenzenden Gebiete der Sahelzone sind ein Rückzugsgebiet für Rebellen und islamistische Terroristen. Neben AQMI sind dort die islamistischen Terrorgruppen Ansar Dine und Al-Mourabitoun aktiv.

qu/rk (rtre, afp, dpa)