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Aktuell Nahost

Al Kaida prüft Schlagkraft im Jemen

Im Jemen nimmt die Gewalt eine Woche nach Amtsantritt des neuen Präsidenten weiter zu. Für die Eskalation verantwortlich sein soll eine Gruppe des Terrornetzwerk Al Kaida, das Teile des Südens des Landes kontrolliert.

Nach den Kämpfen zwischen der Armee und mutmaßlichen Mitgliedern des Terrornetzwerks Al Kaida steigt die Zahl der getöteten Soldaten weiter an. Nach Angaben aus dem Militärkrankenhaus in der Wirtschaftsmetropole Aden wurden bei Angriffen auf Stellungen der Armee nahe der Stadt Sindschibar mindestens 103 Soldaten und etwa 25 Aufständische getötet.

Zwei Selbstmordattentäter hatten am Sonntag dort ihre Autobomben vor Militärposten gezündet. Nach den Explosionen eröffneten die Angreifer sofort das Feuer auf die Soldaten. Zunächst war von etwa 20 Toten die Rede. Später korrigierten sie die Zahl der Todesopfer unter den Soldaten auf rund 80. Inzwischen erlagen weiter Militärangehörige ihren Verletzungen.

Überlebende Soldaten behaupteten, die Angreifer hätten Komplizen in der Armee gehabt und sprachen von einer "Verschwörung". Sie seien aus dem Hinterhalt angegriffen worden. Einige der Soldaten hätten ihre Waffen niedergelegt und sich ergeben. Agenturberichten zufolge erbeuteten die Angreifer einen Teil der Ausrüstung.

Terrornetzwerk fordert den Staat heraus

Die Regierung vermutet hinter beiden Anschlägen die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahestehende Gruppe Ansar Al-Scharia, die die Hafenstadt kontrolliere. Ein Regierungssprecher sagte, es handle sich bei den abgestimmten Anschlägen um eine gezielte Kampagne gegen den neuen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Seit dessen Amtsantritt hat es im Jemen mindestens acht Anschläge gegeben. Der schwerste ereignete sich am Tag der Machtübergabe, bei dem 26 Menschen getötet wurden. Zu der Tat hatte sich Al Kaida bekannt.

Experten erklärten, Al Kaida habe mit den Angriffen seine Schlagkraft unter Beweis stellen wollen. Der Zweig des Terrornetzwerkes auf der Arabischen Halbinsel hatte die Monate des Proteste gegen den früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh genutzt, um seine Präsenz im Süden des Landes zu stärken. Die Region um Sindschibar, die Hauptstadt der Provinz Abjan, wird seit Mai 2011 von Kämpfern des Terrornetzwerks kontrolliert.

gmf/sti (dpa, dapd, afp, rtr)